Sonntag, 12. Februar 2012


Interview

Donnerstag, 22. Juli 2010 | Interview

"Wichtig, dass Scala 2.8 aufgeräumt wurde"

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/jaxenter/kolumnen/056392)
  • Teilen
  • kommentieren
  • empfehlen
  • Bookmark and Share

Scala 2.8 ist kürzlich erschienen und ist in der Java-Community auf großes Interesse gestoßen. Allerdings zeigt nicht zuletzt unser aktueller Quickvote, dass zwar viel Interesse an Scala besteht, dass aber noch nicht viele die Sprache produktiv einsetzen (können). Auf der kommenden W-JAX 2010 widmen wir wieder einen ganzen Tag der Programmiersprache Scala, im Vorfeld sprachen wir mit dem Moderator des Days, Arno Haase.

JAXenter: Scala 2.8 steht vor der Tür. Auf was freust du dich am meisten? Was wird sich für Scala-Entwickler alles ändern?

Arno Haase: Die wichtigste Neuerung für mich sind die Aufräumarbeiten "unter der Oberfläche". Das Collection-API ist gründlich aufgeräumt und vereinheitlicht worden, und mit der Annotation @specialized kann man jetzt den Compiler generischen Code für primitive Typen optimieren lassen. Insgesamt finde ich aber - trotz aller schönen und nützlichen neuen Features - am Wichtigsten, dass mit 2.8 die Sprache aufgeräumt wurde.

JAXenter: Kürzlich gab es eine Debatte bezüglich der Reife von Scala und ob die Sprache schon reif für den produktiven Einsatz ist. Manch einer ist der Meinung, Scala sei aus dem akademischen Stadium noch nicht heraus. Wie siehst du das?

Arno Haase: Das hängt natürlich davon ab, was man als "akademisches Stadium" betrachtet. Scala wird von diversen Firmen produktiv eingesetzt, und zwar erfolgreich, also ist Scala offenbar dafür geeignet.

Scala ist aber - im Gegensatz zu Java - eine extrem mächtige Sprache. Mit Scala kann man sehr ausdrucksstarken Code schreiben, und gute Programmierer können mit Scala erheblich produktiver arbeiten.

JAXenter: Schon auf der JAX hast du dich um das Thema Scala gekümmert. Welches Meinungsbild der Teilnehmer zu Scala konntest du da mitnehmen? Wie schätzt du den Wissensstand der Entwickler ein?

Arno Haase: Angesichts der Diskussionen hört, ob Scala überhaupt schon relevant ist, habe ich erstaunlich viele Programmierer getroffen, die es schön einsetzen. Und die extrem große Nachfrage beim Scala-Workshop zeigt, dass es auch großes Interesse gibt, die Sprache kennenzulernen.

JAXenter: Der Scala Day auf der W-JAX, den du moderierst, wird viele Aspekte des Scala-Universums ansprechen. Wo siehst du die Zielgruppe des Special Days?

Arno Haase: Der Special Day richtet sich an alle, die sich für Scala interessieren. Er deckt dabei ein großes Spektrum ab - das Live Hacking gleich zu Beginn richtet sich dabei ausdrücklich an Interessierte, die noch nie mit Scala in Berührung gekommen sind.

Arno Haase ist selbständiger Softwarearchitekt aus Braunschweig. Neben seiner Beratungstätigkeit krempelt er gerne die Ärmel hoch und schreibt selbst Software, sowohl in Kundenprojekten als auch Open Source. Er ist eines der Gründungsmitglieder von se-radio.net, dem Software-Engineering-Podcast. Außerdem spricht er regelmäßig auf einschlägigen Konferenzen und ist Autor diverser Artikel und Patterns sowie Koautor von Büchern über JPA und modellgetriebene Softwareentwicklung.

(cf)

andere Artikel dieser Serie

Kommentare

Gravatar Trepper 23.07.2010
um 16:11 Uhr
Das Hauptproblem bei Scala ist die Werkzeugunterstützung. Die Scala-IDEs können noch lange nicht mit ihren Java-Pendants mithalten. Außerdem gibt es immer wieder Probleme bzw. Hässlichkeiten bei der Verwendung von Java-APIs. Um die Vorteile von Scala wirklich nutzen zu können, fehlen noch APIs.

Allerdings stellt sich im Zusammenhang mit Scala auch eine grundsätzliche Frage, nämlich ob der normale Programmierer damit nicht schlicht überfordert ist. Man kann mit dieser Sprache wirklich schlimme Dinge anstellen und der durchschnittliche Programmierer, wird einigen Code nicht wirklich nachvollziehen können, aber selbst auch schwer nachvollziehbaren Code schreiben. Ich bin mir nicht sicher, ob Scala nicht zu weit geht.
#zitieren
Gravatar HAL 9000 26.07.2010
um 08:15 Uhr
Neben der Werkzeugunterstützung, die auch bei anderen Sprachen wie Groovy oder Ruby noch nicht so ganz toll ist, fehlt Scala auch immer noch die "Killerapplikation".
Rubys Bekanntheit/Beliebtheit ist erst mit dem Erscheinen von Rails stark gewachsen.
Hier hatte das Konzept eines Web-Frameworks mit dem Ansatz "Convention-over-Configuration" eine Sprache getroffen, die diesem Paradigma durch ihre extrem hohe Reflexivität auch hervorragend entgegenkommt.

Und wie mein Vorredner schon sagte: Wenn ich daran denke, wie einfach es ist, schon in Java völlig unterschiedliche Programmierstile zu pflegen, dann sollte der Einsatz von Scala (und Ruby und ...) nur in einem sehr strikt geregelten Umfeld geschehen, was die Verwendung der Sachen angeht, die diese Sprachen so mächtig machen.
#zitieren

Folgende Links könnten Sie auch interessieren