Sonntag, 12. Februar 2012 |
Im Rahmen eines Interviews auf dem Business- und Technologieforum The Churchill Club nahm Larry Ellison, CEO bei Oracle, Stellung zu verschiedenen Fragen; unter anderem natürlich auch zur aktuellen Situation der geplanten Übernahme von Sun durch das Unternehmen, der damit einhergehenden Akquise von MySQL und des laufenden Prüfungsverfahrens der Europäischen Union zu diesem Deal.
I think, once they do their job [to review the transaction], they will come to the same conclusion [that this is a pro-competitive merger]. Larry Ellison, 2009
Ellison sieht also keine nennenswerten Probleme, wobei er jedoch einräumt, dass Sun in seinem gegenwärtigen Zustand monatlich rund 100 Millionen US-Dollar verlieren würde - eine bedrückende Situation, die man aber erst gründlich nach einer Freigabe des Deals auch durch die Europäische Union beheben könne. Dass man trotzdem an dem Deal festhalte, begründet Oracles CEO damit, dass man nur zusammen den gemeinsamen Gegner IBM Paroli bieten könne:
With that combination of Sun and Oracle technologies we can compete with and succeed to IBM. Larry Ellison, 2009
Für die Open-Source-Datenbankcommunity besonders interessant ist dabei speziell die Frage nach dem Verbleib von MySQL im Unternehmen Oracle/Sun. Hier äußerte sich Oracle CEO Larry Ellison mit deutlichen Worten: MySQL and Oracle do not compete at all. They address very different markets. [...] We are not going to spin it of. Nach dem Bekenntnis zu Sun im Allgemeinen liegt damit auch das lang erwartete Bekenntnis zu MySQL im Speziellen auf dem Tisch. In welcher Form sich das nun auf das Engagement für MySQL auswirken werde, ließ Ellison jedoch offen.
Das komplette Interview vom Churchill Club liegt bei YouTube als Video bereit. Interessant auch Ellisons Einschätzung zum aktuellen Thema Cloud - die sei, technologisch betrachtet, auch nichts anderes als ein Verbund von Computern im Netzwerk. Und aus dem Businessblickwinkel heraus ebenfalls doch ein bekanntes Verkaufsmodell: Verleih.