Samstag, 11. Februar 2012


Buch-Tipp

SOA goes real

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/entwicklerde/buchtipps/000750)
  • Autor/in: Daniel Liebhart
  • Verlag: Carl Hanser Verlag
  • Seiten: 327
  • erschienen: 2007
  • Preis: 39,90 Euro
  • ISBN: 978-3-446-41088-6
7/10 Punkte

Alle reden heute von SOA. Und jeder will es haben. Einige brauchen es sogar. Leider verstehen viele Leute unter SOA jeweils etwas anderes. Was ja auch kein Wunder ist bei all den verschiedenen Produkten, die die Hersteller auf den Markt werfen, und den Unmengen an Akronymen, bestehend aus drei, vier oder fünf Buchstaben. Wenn eine Technologie heute nicht mindestens 50 Akronyme vorweisen kann, wird sie sowieso nicht mehr ernst genommen. Zumindest könnte man den Eindruck bekommen.

Wer sich durch die SOA-Begriffswelt und die dahinter liegenden Konzepte schlagen möchte, kann dies nun mit dem Buch von Daniel Liebhart tun. Das Buch ist in elf Kapitel aufgeteilt. Nach einer allgemeinen Einführung in SOA beschreibt der Autor die verschiedenen Bestandteile, hier Ebenen genannt, und zwar die Presentation-Ebene, Orchestration-Ebene, die Service-Ebene und die Integration-Architecture-Ebene. Weitere Kapitel beschreiben, wie man eine SOA im Unternehmen einführt oder wie man Legacy-Systeme migriert. Auch der Aufbau von Schnittstellen und Master-Data-Management werden beschrieben.

Insgesamt bietet das Buch viel Wissenswertes zum Thema SOA. Schade ist allerdings, dass das Thema REST kaum erwähnt wird und SOA zwingend mit BPEL in Verbindung gebracht wird. Ob man wirklich solch eine strenge Definition haben muss, halte ich für fraglich. Das Buch ließt sich sehr trocken, was zum Teil wohl auch an der Materie und den vielen Abkürzungen liegt. Es behandelt alles aus sehr abstrakter Sicht – Quellcodes findet man in diesem Buch nicht. Das war vermutlich so gewollt, schmälert aber den Praxisbezug des Buchs, sodass vor allem Programmierer, die mit der technischen Umsetzung einer SOA betreut sind, aus dem Buch nur bedingt Nutzen ziehen können. Als echtes Manko sehe ich das Fehlen eines Glossars, was gerade Neulingen beim Einstieg sehr geholfen hätte. Ich bezweifle, dass sich ein Einsteiger beim Lesen des Buchs gleich alle neuen Begriffe und Abkürzungen merken kann.

Trotz der aufgeführten Kritikpunkte handelt es sich hier um ein durchaus empfehlenswertes Buch zum Thema SOA, zumindest für Manager und gegebenenfalls Architekten, welche einen Überblick über das ganze Thema erhalten wollen. Programmierern dürfte einiges zu abstrakt sein. Eine neue Auflage sollte unbedingt ein Glossar mitbringen und REST behandeln. Eventuell wäre auch ein zweiter Band, der das ganze Thema auf Quellcodeebene für Programmierer darstellt, sinnvoll.

von Markus Jais

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