Sonntag, 12. Februar 2012


Kolumne

Montag, 25. Januar 2010 | Kolumne

XML-Report: Musik kann so handlich sein

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/entwicklerde/kolumnen/053562)
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Daniel Koch

Sie ist eine unserer treuesten Begleiterinnen: Musik. Egal, wo wir hingehen, fast immer werden wir vom wahrlich nicht immer lieblichen Klang eingelullt. Musik ist – auch dank iPod, iPhone, Fahrstuhl & Co. – überall und jederzeit verfügbar. Das gilt natürlich auch und gerade fürs Auto. Heutzutage brennt man sich eine CD, auf der gut 200 Titel Platz haben, was locker für acht Stunden Fahrt reicht. Dieser Gedanke schoss mir durch den Kopf, als ich einige Meldungen der letzten Tage aus der Musikbranche las. Da war von MusicDNA und einem DDEX-Standard zu lesen. Das klingt zunächst einmal nach allem Möglichen, nur eben nicht nach Musikgenuss. Dass es aber doch etwas mit Musik zu tun hat und welche Innovationen sich hinter diesen beiden sperrigen Begriffen verbergen, zeigt dieser XML-Report.  Zunächst aber noch einmal zurück zu den 8-Stunden-CDs, die man heute im Handumdrehen sein Eigen nennen kann. "Früher", in Zeiten also, da ein Kassettenradio im Auto noch das technische Nonplusultra war, hätte ich anstelle einer CD mit einer Box von acht 60-Minuten-Bändern anrücken müssen. Plötzlich erinnerte ich mich an weitere 13 CDs ähnlichen Umfangs, die ich peu à peu im Laufe der vergangenen Monate gebrannt habe. Multipliziere ich diese 13 nämlich mit den acht Kassetten, die einer CD entsprechen, bin ich bei 104 Kassetten. Und wenn ich die damals alle in meinem Auto verstauen hätte wollen, hätte ich immer mit einem riesigen Kassettenkoffer verreisen müssen. In diesem Sinne: Lieber mit ein paar sperrigen Begriffen hantieren als mit einem sperrigen Kassettenkoffer abschleppen!

DDEX-Standard

Die Verwertungsgesellschaften GEMA, CELAS, PAECOL, PRS For Music und SACEM haben eine Vereinbarung über ein standardisiertes Berichtswesen für Online-Musikvertriebe geschlossen. Der angestrebte DDEX-Standard soll eine einheitliche Meldung über lizensierte Online-Musikerkäufe ermöglichen. In diesem Zusammenhang drängen die GEMA und sieben weitere Verwertungsgesellschaften Brüssel, einen vereinheitlichten Rahmen für die Verwaltung von Urheberrechten in Europa zu schaffen. Probleme sehen die Verwertungsgesellschaften z.B. beim Download eines Musikstücks. Hier muss nämlich zwischen zwei Rechten unterschieden werden. Da gibt es einmal das zum öffentlich Zugänglichmachen und das zum Vervielfältigen. In einer Pressemitteilung der GEMA wird die derzeitige Situation noch einmal detailliert beschrieben.

MusicDNA

Und noch eine weitere Meldung gibt es aus dem Musikbusiness. Das Unternehmen Bach Technology stellte auf der Musikmesse MIDEM eine Rich-Media-Erweiterung für Audioformate vor. Dank dieser Erweiterung lässt sich Musik mit Zusatzinformationen verknüpfen. Dabei kann es sich dann z.B. um Videos, Newsfeeds oder Songtexte handeln. Um die Songs inklusive der mit ihnen verknüpften Inhalte wiedergeben zu können, wird der MusicDNA-Player benötigt, zu dem es auf der Seite http://83.169.2.64/musicdna/?page_id=44 ausführliche Informationen gibt. Die verknüpften Informationen liegen im XML-Format vor. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt übrigens Apple mit iTunes LP. Und auch anderen Musik-Konzerne wie Sony und EMI haben das Potenzial solcher Zusatzinformationen erkannt und entwickeln den Album-Container CMX. Alle drei Ansätze haben ein gemeinsames Ziel: Die stagnierenden/sinkenden Verkaufszahlen der Musik-Branche sollen wieder angekurbelt werden.

Programmable HTTP Caching and Serving

Der Arbeitsentwurf Programmable HTTP Caching and Serving wurde von der Web Applications Working Group veröffentlicht. Dieser Entwurf erweitert noch einmal die Möglichkeiten, die HTML5 hinsichtlich des Cachings zu bieten hat.

Contacting Organizations about Inaccessible Websites

Die Web Accessibility Initiative (WAI) Education and Outreach Working Group (EOWG)  hat den Entwurf Contacting Organizations about Inaccessible Website als einen weiteren Teil des WAI-AGE-Projekts herausgegeben. Das vorliegende Papier soll Organisationen dabei helfen, ihre Webseiten zugänglicher zu gestalten.

Mashup-Tool von IDS Scheer

IDS Scheer hat mit ARIS MashZone 1.0 ein neues Mashup-Werkzeug veröffentlicht. Laut Hersteller sollen sich damit so genannte Management-Dashboards binnen weniger Minuten erstellen lassen. Auf diesen Dashboards lassen sich über eine grafische Oberfläche via Drag & Drop die gewünschten Informationen und Daten platzieren. In der unter http://www.ids-scheer.com/de/gallery veröffentlichten Galerie gibt es einige Beispiele dazu, wie solche Dashboards aussehen können. So zeigt der City Guide anhand von Saarbrücken, wie ein Stadt-Dashboard aussehen und welche nützlichen Funktionen es bieten kann. Über den City Guide sind nicht nur Informationen über die aktuellen Veranstaltungen zu finden, auch ein Kino- und Restaurantführer ist verfügbar. MashZone kann von der offiziellen Webseite heruntergeladen werden. Insgesamt gibt es drei Versionen der Software. Diese reichen von einer kostenlosen über eine Personal bis hin zu einer Professional Version.

XML-Tool der Woche

Newsfeeds gehören längst zum guten Ton vieler Webseiten. Kein Wunder, schließlich sind sie durchaus sinnvoll, wenn es darum geht, seine Besucher stets auf dem Laufenden zu halten. Nun ist die Syntax, über die sich Feeds erzeugen lassen, sehr einfach. Ein paar wenige Elemente genügen bereits. Dennoch zeigt die Erfahrung, dass viele Anwender aufgrund fehlender Syntaxkenntnisse vor dem Anlegen solcher Feeds zurückschrecken. Genau hier setzt der von mirabyte kostenlos angebotene Feed Writer an. Die Anwendung unterstützt u.a. RSS 0.91, RSS 0.92, RSS 2.0 und Atom. Zudem bietet das Tool eine vollständige UTF-8-Unterstützung und hat eine Projektverwaltung integriert, durch die man auf mehrere Feeds gleichzeitig zugreifen kann. Nachdem die Feeds angelegt sind, kann man in eine XML-Ansicht mit integrierter Syntaxhervorhebung wechseln. Auf diese Weise lässt sich der Code ganz bequem kontrollieren. Feed Writer ist für die private Nutzung kostenlos. Wer das Tool kommerziell einsetzen möchte, greift auf die Premium-Version zurück, die 39,90 Euro kostet.

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne unter xml@medienwerke.de entgegen.

Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de. Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und informiert über die neuesten Entwicklungen der Standardisierungsgremien.

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