Sonntag, 12. Februar 2012


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März 2010 | Artikel

Eclipse-basierte Business-Applikationen mit Scout

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/jaxenter/artikel/2918)

Pfadfindertugenden bei Eclipse

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Mit dem Projekt "Scout" bekommt Eclipse weiteren Zuwachs durch ein Framework für professionelle Multi-Tier-Applikationen. Ein Proposal für Scout und das zugehörige Scout SDK wurde vor einigen Tagen eingereicht, die offizielle Aufnahme in den Kanon der Eclipse-Projekte steht kurz bevor. JAXenter klärt im Gespräch mit Matthias Zimmermann von BSI Business Systems Integration, was die Gründe für die Bereitstellung der Scout-Quellcodes waren und mit welchen Pfadfindertugenden man Eclipse bereichern möchte.

JAXenter: Sie haben das Scout-Projekt als offizielles Eclipse-Projekt vorgeschlagen. Was ist Scout?

Matthias Zimmermann: Eclipse Scout ist ein Framework, um moderne Business-Applikationen zu implementieren. Das Framework bietet eine einfache und solide Architektur, Support von SOA, Unterstützung von Corporate Identity und Corporate Design, durchdachte GUI-Elemente und vieles mehr.

JAXenter: Welchen Nutzen können andere Entwickler bzw. Unternehmen vom Scout-Framework haben?

Matthias Zimmermann: Das Eclipse Scout Framework ist technologisch "cutting-edge" und gleichzeitig sehr einfach in der Anwendung. Scout erleichtert den Einstieg in die Entwicklung von Eclipse-basierten Business-Applikationen erheblich, da das Framework viele wiederkehrende und technische Aspekte bereits Out-of-the-box anbietet. Trotzdem ist Scout flexibel genug, so dass versierte Entwickler kaum in der Wahl ihrer Mittel eingeschränkt sind. Das Resultat: Die Entwickler können sich auf das Verständnis und die Implementierung von Business Cases konzentrieren.

Für Unternehmen liegt der Nutzen von Scout in der erzielbaren Produktivitätssteigerung, einem niedrigen technologischen Risiko und einem hohen Investitionsschutz. Die Produktivitätssteigerung wird durch das mitgelieferte Tooling (Scout SDK) erzielt. Das niedrige technologische Risiko begründen wir mit der Tatsache, dass Scout bereits heute bei 20.000 Benutzern in 60 Ländern und 16 verschiedenen Applikationssprachen im Einsatz ist. Der Investitionsschutz ergibt sich aus dem konsequenten Einsatz von offenen Technologien und der Entscheidung, Scout als Eclipse-Projekt zu veröffentlichen.

JAXenter: Können Sie etwas über die Projekt-Geschichte erzählen? Wo liegen die Ursprünge von Scout? Wer steht hinter dem Projekt?

Matthias Zimmermann: Hinter dem Projekt steht die BSI Business Systems Integration AG, ein Schweizer CRM-Softwarehersteller. Das Unternehmen wurde 1996 gegründet und zählt heute 150 Mitarbeiter, die Mehrheit davon Softwareingenieure. Vor gut zehn Jahren wurde das BSI-eigene „Scout“-Framework kreiert und seither kontinuierlich weiterentwickelt.

Bei den Ursprüngen von Scout stehen wir vor dem sprichwörtlichen Henne-Ei-Problem: Was war zuerst? Scout oder das CRM?

Seit 2003 ist bei allen BSI-Produkten die Eclipse IDE das Hauptwerkzeug bei der Entwicklung mit Java. Die Integration von Scout in die Eclipse RCP erfolgte 2004. Kurz darauf wurde unser Hauptprodukt BSI CRM erstmals als Eclipse Plug-in Set ausgeliefert.

Hauptverantwortliche für Scout sind bei BSI Matthias Zimmermann und Andreas Hoegger.

JAXenter: Was hat Sie dazu bewogen, Scout als Eclipse-Projekt vorzuschlagen?

Matthias Zimmermann: Da Scout bereits seit 2007 vollständig auf Eclipse basiert, lag der Vorschlag eines Eclipse-Projektes nahe. Aufgrund umfangreicher Diskussionen, auch mit unseren Kunden, sind wir Ende 2009 zum Schluss gekommen, dass die Vorteile einer Öffnung von Scout überwiegen und haben Eclipse Scout im Februar 2009 als Project Proposal eingereicht.

JAXenter: Wie und von wem soll Scout nun in der Zukunft weiterentwickelt werden?

Matthias Zimmermann: Unsere Produkte und fast alle unsere Kundenprojekte basieren auf dem Eclipse Scout Framework. Somit können wir die Weiterentwicklung von Scout in den kommenden Jahren garantieren.

Da sowohl die Stabilität unserer Kundenapplikationen wie auch der Erfolg unserer Kundenprojekte von Eclipse Scout abhängen, sind die Anforderungen an Scout Committer sehr hoch. In der ersten Phase wird das Eclipse-Scout-Projekt vier Committer von BSI haben. Außerdem haben wir begonnen, gezielt interessierte Personen und Organisationen anzusprechen, um unsere Begeisterung für Eclipse Scout in die Community hinauszutragen.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!

Dr. Matthias Zimmermann studierte Informatik an der Universität Bern und promovierte 2006 in der Mustererkennung. Darauf folgte ein Postdoc in Berkeley im Gebiet der Sprachverarbeitung. Nach dem Studium arbeitete er mehrere Jahre lang als Berater, unter anderem für PostFinance, bevor er im Jahr 2001 das im Bereich Software-Entwicklung tätige Unternehmen xbrain.ch gründete. Im Jahr 2006 kam er zu BSI. Hier setzte sich Matthias Zimermann von Anfang an stark für das Thema Eclipse ein und verantwortet mittlerweile, zusammen mit Andreas Hoegger, das Eclipse-Engagement von BSI.

Andreas Hoegger ist seit dem Jahr 2004 bei BSI Business Systems Integration AG. Er begann als Software-Entwickler und ist heute als System-Architekt unter anderem verantwortlich für das Eclipse-Engagement von BSI. Seine Freizeit widmet er voll dem Wasser: Windsurfen, Wellenreiten, Segeln sind seine Hobbies.
  1. http://www.eclipse.org/proposals/scout/

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