Sonntag, 12. Februar 2012 |
Hat er Sie auch erwischt, der stetig wiederkehrende Neujahrs-Blues? Montagmorgen um neun im Büro nach den Feiertagen sinkt die Stimmung bei vielen auf den Nullpunkt. Kein Wunder, schließlich ist für die meisten in der nächsten Zeit erst einmal kein Urlaub im Anmarsch und der Alltag scheint unaufhaltsam und grausam zuzupacken. Selbst die liebgewonnene Aussicht, dass man wichtige Dinge dann im nächsten Jahr angehen kann, hat sich endgültig erledigt. Denn jetzt ist leider schon das vielzitierte nächste Jahr. Und für all diejenigen, die dann auch noch mit guten Vorsätzen ins Jahr 2010 gestartet sind, hat der Ernst des Lebens bereits vollends begonnen. Manch einer wird sich voller Herzschmerz an den Geschmack seiner letzten Zigarette erinnern. Andere joggen bei Eiseskälte durch die Winterlandschaft, während sich in ihnen die Erkenntnis festsetzt, dass es zu Hause auf der Couch doch eigentlich viel netter ist. Wie auch immer das Ende des alten und der Anfang des neuen Jahres für Sie gewesen sein mag, für Microsoft fängt die neue Dekade nicht gerade rosig an. Denn Microsoft musste erneut eine Schlappe im Patenstreit um sein Textverarbeitungsprogramm Word hinnehmen und hat jetzt sogar schon einen Patch bereitgestellt, durch den die fraglichen Features aus Word entfernt werden. Warum und wieso wird in diesem XML-Report gezeigt. Ich wünsche Ihnen jedenfalls einen guten Start ins neue Jahr und viel Kraft, wenn es darum geht, die guten Vorsätze umzusetzen.
Microsoft verliert PatentstreitEin US-Berufungsgericht hat das Urteil gegen Microsoft bestätigt, laut dem Microsoft in seinem Word ein Patent des kanadischen Softwareherstellers i4i verletzt habe. Infolgedessen darf Word in den USA ab dem 11. Januar 2010 nicht mehr verkauft werden. Das gilt für alle Versionen, die das betroffene US-Patent 5,787,449 verletzen. Microsoft kündigte bereits an, dass man Word soweit anpassen werde, dass die fragwürdige Technologie nicht mehr enthalten sein werde. Zudem behält sich der Konzern weitere Schritte gegen das Urteil vor. Laut Microsoft sind von den aktuellen Entwicklungen ausschließlich Word 2007 und Office 2007 betroffen, die nach dem 11.1.2010 verkauft werden. In Word 2010 und Office 2010 wird die beanstandete Technik laut Microsoft nicht eingesetzt. In der Open-Source- und auch der sonstigen Entwickler-Gemeinde wird das Urteil bereits mit gemischten Gefühlen betrachtet. So ist beispielsweise zu befürchten, dass i4i nun auch gegen StarOffice und OpenOffice.org vorgehen könnte.
Patch für WordIm Zusammenhang mit der Patentverletzung in Word hat Microsoft seinen OEM-Partnern bereits einen Patch zur Verfügung gestellt, durch den die strittigen Funktionen in Word deaktiviert werden. Den OEM-Partnern wird der Patch unter dem Titel 2007 Microsoft Office Supplement Release (October 2009) angeboten. Nach erfolgreicher Installation des Patches wird das bis dahin in Word enthaltene Feature, Custom-XML-Elemente lesen zu können, nicht mehr nutzbar sein. Zwar lassen sich nach wie vor in Word DOCX-, DOCM- und XML-Dokumente öffnen, die Custom-XML-Elemente werden dabei allerdings automatisch entfernt.
Zwei CSS-BewerberempfehlungenGleich für zwei Bewerberempfehlungen lädt die Cascading Style Sheets (CSS) Working Group zur Implementierung ein. Dabei beschreibt CSS Backgrounds and Borders Module Level 3 wie sich Hintergründe und Rahmen mittels CSS gestalten lassen. Hinter der anderen Bewerberempfehlung CSS Multi-column Layout Module verbergen sich hingegen Techniken, mit denen man mittels CSS mehrspaltige Layouts umsetzen kann.
CSS-SelektorenDie vorgeschlagene Empfehlung Selectors Level 3 hat die Cascading Style Sheets (CSS) Working Group veröffentlicht. Durch die daran beschriebenen Selektoren lassen sich Elemente des Dokumentenbaums auswählen. Entwickelt wurde Selectors Level 3 für den Einsatz in XML und in HTML. Anregungen und Kommentare zur vorgeschlagenen Empfehlung können noch bis zum 31. Januar auf den Seiten der Style Activity abgegeben werden.
Papiere zur BarrierefreiheitEine ganze Reihe an Statistiken, Fallstudien und Artikeln rund um das Thema Barrierefreiheit von Webanwendungen wird von der WAI Education and Outreach Working Group unter dem Namen Resources for Developing a Web Accessibility Business Case for Your Organization bereitgestellt. Diese Sammlung ist momentan zwar noch nicht allzu umfangreich, enthält aber durchaus interessante Stücke.
XML-Tool der WocheDas XML-Tool dieser Woche ist nicht nur ein einfaches Werkzeug, sondern ein aufwändiges Framework. Durch das Aviantes-Business-Application-Framework wird eine vollständig lauffähige Basisanwendung zur Verfügung gestellt, die sich anhand von speziellen Modulen erweitern lässt. Aviantes-Business-Application-Framework für Java unterstützt Sie bei der Erstellung von Client-Server-Applikationen. Das Framework setzt sich aus einer Server- und einer Client-Komponente zusammen. Interessant ist daran vor allem, dass sich auf Client-Seite XML-Module erstellen lassen. Mittels XML kann man Standard-CRUD-Module (Create - Read - Update - Delete) sehr einfach definieren. Diese Module bilden das Standardverhalten zum Anlegen, Betrachten, Bearbeiten und Löschen von Datensätzen ab. Die XML-Module haben den Vorteil, dass man sie sehr schnell erstellen kann. Auf der Projektwebseite unter http://www.aviantes.de/de/details/xml_module.html wird anhand eines Beispiels gezeigt, wie sich Module aufbauen lassen. Java-Kenntnisse sind zunächst nicht erforderlich. Diese werden erst benötigt, wenn man die Anwendungen an bestimmte Erfordernisse anpassen muss. Das Aviantes-Business-Application-Framework wurde vollständig in Java implementiert und erwartet dabei auf dem System, auf dem es laufen soll, mindestens Java 5. Angeboten wird das Framework in einer kommerziellen und in einer kostenlosen Lizenz. Ausführliche Informationen zu den Lizenzbedingungen finden Sie auf der Download-Seite http://www.aviantes.de/de/download.html.
Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne
unter
xml@medienwerke.de entgegen.
Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch
Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in
Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung
und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de.
Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über
Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und
informiert über die neuesten Entwicklungen der
Standardisierungsgremien.