Sonntag, 12. Februar 2012 |
Als ich vor einigen Tagen meinen altgedienten Windows-Rechner
startete, lächelte mich ein sich automatisch öffnendes
Browserfenster an. Leicht verdutzt – denn den Browser hatte ich nicht
selbst gestartet – wollte ich das Fenster zunächst wieder
schließen. Dann aber fiel mir die Kartellgeschichte ein, in der
Microsoft dazu verdonnert wurde, den Anwendern die Wahl des Browsers zu
überlassen. Ab sofort haben also auch solche Nutzer, denen die
Installation anderer Browser bislang ein Graus gewesen ist, die
Möglichkeit, Alternativen zu testen. Gleiches gilt auch für
Microsoft Office 2010. Beim ersten Start des neuesten Office-Sprosses
wird man nämlich danach gefragt, ob man mit OOXML oder doch lieber
mit ODF arbeiten möchte.
Wahlmöglichkeiten tun sich übrigens auch bei bestimmten
Billig-Airlines auf. Dort hat man nämlich im Flugzeug die Qual der
Wahl hinsichtlich des Sitzplatzes. Das klingt freilich lustiger, als es
dann tatsächlich ist. Denn schon lange vorm Boarding belauern sich
die Fluggäste gegenseitig mit Argusaugen. Und sobald der
nuschelnde Aufruf zum Boarding dann tatsächlich erfolgt, geht sie
los, die wilde Hatz. Da wird man plötzlich überholt, von
zuvor recht gebrechlich wirkenden Rentnerpärchen, die sich ihre
Krücken unter die Arme geklemmt haben und schubsend durch die
Menge preschen. Allerdings reicht das von ihnen aufgebaute Tempo nur
für kurze Strecken. Spätestens auf dem Rollfeld – denn zu
Billigfliegern fahren offensichtlich nur in Ausnahmefällen die
Flughafenbusse – werden sie über kurz oder lang überholt.
Schlussendlich bekommt natürlich jeder einen Sitzplatz, wenn auch
nicht unbedingt neben der Person, neben der man eigentlich sitzen
wollte. Um sich den ganzen Ärger zu ersparen, könnte man sich
im Vorfeld übrigens einen Sitzplatz reservieren. Da die
Reservierungskosten allerdings oftmals bedenklich nah an den
eigentlichen Flugpreis heranreichen, nutzt diese Option kaum jemand.
Für mich steht jedenfalls eines fest: Sämtliche
Software-Wahlmöglichkeiten finde ich gut. Die
Billig-Airline-Platzwahl ist hingegen Grund genug, wieder auf ganz
normale Fluglinien umzusteigen.
Die eingangs beschriebene Browserwahlmöglichkeit hat man übrigens nicht nur nach einer Windows-Installation bzw. einem entsprechenden Update. Wer sich die Funktion ansehen möchte, kann das direkt online unter http://www.browserchoice.eu/ erledigen. Dort gibt es – übrigens anders als oftmals zu lesen ist – nicht nur fünf, sondern gleich zwölf Browser zu Auswahl. Neben den üblichen Verdächtigen findet man auf dieser Seite beispielsweise auch Flock und den FlashPeak. Deren Installation ist direkt über die Webseite möglich. Ein Blick lohnt also allemal.
XHTML Modularization 1.1 – Second EditionDie vorgeschlagene Bewerberempfehlung XHTML Modularization 1.1 – Second Edition wurde von der XHTML2 Working Group herausgegeben. Dieses Dokument ist die zweite Veröffentlichung zur Version 1.1 der XHTML-Modularisierung. Es wird dort allerdings nicht die Semantik von Elementen und Attributen beschrieben. Vielmehr geht es darum, wie sich Elemente und Attribute in Module aufteilen lassen. Die neue Version enthält hauptsächlich kleinere Aktualisierungen und behebt einige Fehler der vorherigen Version.
Associating Schemas with XML documents 1.0 (First Edition)Von der XML Core Working Group gibt es die Gruppennotiz Associating Schemas with XML documents 1.0 (First Edition). Das nun vorgelegte Dokument soll die Unterschiede hinsichtlich der Schemas-Behandlung der einzelnen Schema-Sprachen ausgleichen. Ziel ist die Entwicklung einer einheitlichen Syntax für Schemas-Definitionen.
XQuery Scripting Extension 1.0Die XML Query Working Group hat den Arbeitsentwurf XQuery Scripting Extension 1.0 veröffentlicht. Dieses Papier stellt eine Erweiterung zu XQuery 1.0 und XQuery Update Facility dar.Im Vordergrund stehen hierbei neue Ausdrücke wie beispielsweise Apply, While und Exit. Zusätzlich gibt es einen Block-Ausdruck für die Deklaration lokaler Variablen.
mobile DevConBei dem anhaltenden Erfolg moderner Smartphones ist es kein Wunder, dass dieser Markt auch für Entwickler im Bereich des Mobile Web immer interessanter wird. Mit der vom 6. bis 8. September stattfindenden MobileDevCon gibt es nun endlich auch eine Konferenz, die sich eben solchen Entwicklern widmet. Im Vordergrund der MobileDevCon stehen iPhone, Android, iPad, E-Reader und Java. Auf der offiziellen Webseite der Konferenz können Sie sich bereits jetzt über das Programm informieren und sich anmelden.
XML-Tool der WocheWenn man eine Datei bearbeiten will, die bereits online auf einem Server liegt, macht man das üblicherweise folgendermaßen: Die Datei wird auf dem lokalen Rechner geöffnet, bearbeitet und anschließend via FTP auf den Server übertragen. Deutlich komfortabler geht das mit dem SSH Editor. Denn mit diesem Editor können Dateien direkt über das Netz bearbeitet werden. Die notwendige Verbindung zum Server wird dabei natürlich verschlüsselt hergestellt. Das lokale Bearbeiten der Dateien entfällt somit. SSH Editor bringt zahlreiche Funktionen mit, die man von klassischen Editoren her gewohnt ist. Dazu gehören Syntaxhervorhebung, Suchen & Ersetzen, paralleles Öffnen mehrerer Dateien usw. Die Syntaxhervorhebung unterstützt Perl, PHP, HTML, CSS, SQL, JavaScript und XML. Alles in allem ist der Editor vergleichsweise einfach gehalten, ist aber ideal, um "mal eben schnell" kleinere Anpassungen an Dateien vorzunehmen, die auf einem Server liegen, ohne dass man sie manuell per FTP hochladen muss. Der SSH Editor ist kostenlos und kann von der Seite http://www.herrotto.de/ssheditor/ heruntergeladen werden.
Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne
unter
xml@medienwerke.de entgegen.
Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch
Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in
Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung
und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de.
Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über
Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und
informiert über die neuesten Entwicklungen der
Standardisierungsgremien.