Sonntag, 12. Februar 2012 |
Mit den Namen ist es ja so eine Sache. Oftmals suggerieren die ja bekanntermaßen etwas völlig anderes, als dann tatsächlich dahinter steckt. Es gibt aber auch solche, die die Sache wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge treffen. Ein schönes Beispiel dafür ist die Pfaueninsel in Berlin. Auf die gelangt man ausschließlich mit einer kleinen Fähre. Sobald man sie verlässt, tritt man beinahe zwangsläufig – und damit hatte ich trotz des Inselnamens nicht ansatzweise gerechnet – auf die dort zahlreich vorhandenen Pfaue. Die tummeln sich überall auf der Insel, sind überhaupt nicht scheu und lassen sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen. Wenn Sie mal wieder zu Besuch in Berlin sind und das Brandenburger Tor oder den Potsdamer Platz schon zur Genüge kennen, dann "wagen" Sie doch einfach die kurze Überfahrt zur Pfaueninsel. Es lohnt sich, versprochen! Genauso wie bei der Pfaueninsel ist übrigens auch beim Internet Explorer der Name Programm. Und gerade erst hat Microsoft eine Prä-Alpha-Version des IE9 veröffentlicht. Diese bringt zahlreiche Neuerungen mit und soll zudem bis zu 20 Prozent schneller als die Vorgängerversion sein.
Internet Explorer 9Wer bereits jetzt einen Blick auf die kommende Version des Internet Explorers 9 werfen möchte, wird auf der Seite http://ie.microsoft.com/testdrive/Default.html fündig. Denn Microsoft hat – übrigens schneller als angekündigt – eine zweite Vorabversion des IE9 herausgegeben. Aber Achtung: Bei der ausschließlich für Windows 7 x86 oder x64 und Windows Vista SP2 x86 oder x64 verfügbaren Version handelt es sich um eine für den Praxiseinsatz nicht geeignete Prä-Alpha, die nur mit einem rudimentären GUI daherkommt. Dennoch lassen sich bereits jetzt einige interessante Neuerungen erkennen/erahnen. So unterstützt der IE9 die Media Queries aus CSS3. Wer markierten Text einlesen möchte, kann auf das HTML5 Text Selection API zurückgreifen. Ebenfalls implementiert ist die DOM-Funktion createDocument(), über die sich XML-Dokumente generieren lassen. Welche Neuerungen die aktuelle Prä-Alpha noch zu bieten hat, können Sie in den unter http://ie.microsoft.com/testdrive/info/ReleaseNotes/Default.html veröffentlichten Release Notes nachlesen.
XACML bei der Datev eGDie XACML (Extensible Access Control Markup Language) wird künftig für die Software von der in Nürnberg ansässigen Datev eG für den Zugriffsschutz und die Rechtevergabe verwendet. XACML ist eine Erweiterung der Security Assertion Markup Language (SAML). Der Einsatz der XACML verspricht eine bessere Interoperabilität und Übertragbarkeit von Zugriffsrechten. Wie die Datev eG mitteilte, will man mittelfristig die bislang eingesetzte Nutzerkontrolle durch die XACML ablösen. Ausführliche Informationen zu XACML finden Sie auf den Seiten des OASIS-Forums unter http://www.oasis-open.org/committees/xacml/.
Bestätigung von ausländischen Umsatzsteuer-IdentifikationsnummernWie weit XML in den Alltag Einzug gehalten hat, zeigt eine Meldung des Bundeszentralamts für Steuern (BZSt). Das BZSt teilte nämlich mit, dass Deutschland das einzige Land der europäischen Union sei, das eine automatische Abfragemöglichkeit für ausländische Umsatzsteuer-Identifikationsnummern bietet. Realisiert wird diese über eine entsprechende XML-RPC-Schnittstelle. Nutzen lässt sich diese Schnittstelle in verschiedenen Programmiersprachen wie beispielweise PHP und Python. Wie genau man die XML-RPC-Schnittstelle in seine eigenen Anwendungen einbinden kann, wird auf der Seite http://evatr.bff-online.de/eVatR/xmlrpc/ beschrieben.
Media Fragments URI 1.0Der Arbeitsentwurf Media Fragments URI 1.0 wurde von der Media Fragments Working Group veröffentlicht. In diesem Dokument wird ein unabhängiges Medienformat beschrieben, durch das sich Medienelemente mittels Uniform Resource Identifier (URI) adressieren lassen. Dabei werden die Medienelemente im Rahmen dieses Dokuments in drei Dimensionen betrachtet: Titel, Zeit und Raum. Medienelemente können mit einem Namen ausgestattet werden, über den dann mittels URI auf das Fragment zugegriffen werden kann. Ausführliche Informationen zu diesem und "angrenzenden" Themen finden Sie auf den Seiten der Video in the Web Activity.
Widgets UpdatesDie Web Applications Working Group hat den Arbeitsentwurf Widget Updates veröffentlicht. Diese Spezifikation definiert ein Verfahren und ein Dokumentformat, das es User-Agenten ermöglicht, Widgets zu aktualisieren. (Widgets können sich nicht selbst aktualisieren. Das Update erfolgt immer über den User-Agenten.) Das Update kann per HTTP oder über andere Quellen wie beispielsweise USB-Stick, Festplatte usw. geladen werden.
XML-Tool der WocheWer eine Suchmaschine für seine persönlichen Daten haben möchte, sollte einmal einen Blick auf den von Q-Sensei gestarteten Boost Web Service werfen. Dieser Web Service soll es Anwendern ermöglichen, ihre strukturierten Daten in Form von XML- oder CSV-Dateien hochzuladen und effizient durchsuchen zu können. Ein typisches Einsatzszenario sind MP3-Sammlungen, die sich dank Boost deutlich schneller durchsuchen lassen, als das beispielsweise mit iTunes möglich ist. Die Bedienung dieses Web Service erfolgt über eine intuitive Oberfläche. Seine Wurzeln hat Boost übrigens in der bereits seit Längerem verfügbaren Suchmaschine http://www.qsensei.com/, die sich auf das Durchsuchen wissenschaftlicher Arbeiten spezialisiert hat. Diese Suchmaschine ermöglicht in Echtzeit berechnete Suchvorschläge und liefert Empfehlungen zur aktuellen Suchabfrage. Diese Vorteile kann nun jeder für seine ganz persönliche Datensammlung nutzen. Auf der Seite http://boost.qsensei.com/ können Sie sich kostenlos für Boost anmelden und den Web Service sofort nutzen.
Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne
unter
xml@medienwerke.de entgegen.
Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch
Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in
Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung
und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de.
Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über
Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und
informiert über die neuesten Entwicklungen der
Standardisierungsgremien.