Samstag, 11. Februar 2012 |
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Der "Month of Kernel Bugs" ist vorüber, eine neue Schwachstelle im Linux-Kernel und drei in Mac OS X sind dazu gekommen.
Eine Integerüberlauf-Schwachstelle in der Funktion get_fdb_entries() des Linux-Kernels erlaubt lokalen Benutzern durch einen entsprechend präparierten ioctl()-Aufruf die Ausführung beliebigen Codes mit Root-Rechten. Die Schwachstelle wurde bereits behoben, Versionen ab 2.6.18.4 enthalten den Fehler nicht mehr.
In Mac OS X wurde eine Schwachstelle im AppleTalk-Code gefunden. Ein entsprechend präparierter AIOCREGLOCALZN-ioctl-Befehl führt zu einer Speicherkorrumpierung. Lokale Benutzer können dadurch einen Denial-of-Service auslösen, evtl. ist auch die Ausführung beliebigen Codes möglich. Eine Schwachstelle im Systemaufruf shared_region_make_private_np() erlaubt lokalen Benutzern die Ausführung beliebigen Codes mit Kernel-Rechten. Die letzte Schwachstelle des "Month of Kernel Bugs" wurde in Apples Airport Extreme Treiber gefunden. Sie erlaubt das Auslösen eines Denial-of-Service (durch Kernel-Panic) durch verschiedene Beacon-Frames. Die Schwachstelle wird von Apple untersucht, ein Proof-of-Concept evtl. nach dem Beheben der Schwachstelle veröffentlicht.
Das Endergebnis sieht damit folgendermaßen aus:
| Linux | 11 Schwachstellen |
| Mac OS X | 10 Schwachstellen |
| Windows | 6 Schwachstellen |
| FreeBSD | 2 Schwachstellen |
| Sun Solaris | 1 Schwachstelle |
Was man daraus schließen kann? Eigentlich nichts. Reindeuten kann man so ziemlich alles, ganz nach eigenen Vorlieben oder Abneigungen. Auffällig finde ich, dass die meisten Windows-Schwachstellen gar keine Windows-Schwachstellen im engeren Sinne sind, sondern sich in (WLAN-)Treibern verschiedener Hersteller befinden. Teilt man die Schwachstellen auf, ergibt sich folgendes Bild:
| NetGear | 3 Schwachstellen |
| Broadcom | 1 Schwachstelle |
| D-Link | 1 Schwachstelle |
| Windows | 1 Schwachstelle |
Damit hat NetGear den Schwarzen Peter gezogen. Und da NetGear sich mit dem Beheben von Schwachstellen etwas schwer tun, werden sie ihn so schnell wohl auch nicht wieder los.
Und sonst - einfach mal ein paar Gedanken, die mir während des Novembers so durch den Kopf gegangen sind:
Ein anderes Scheunentor bleibt angelehnt: Die letzte Woche erwähnte "Week of Oracle Database Bugs" (WoODB) von Argeniss wurde abgesagt. Ein Grund dürfte sein, dass durch Oracles Quartalsweises Patchen die veröffentlichten Lücken 3-6 Monate offen bleiben würden. Das hat etwas von "Security by Obscurity". Ob nun Argenis 7 Lücken auf einen Schlag veröffentlicht oder Hacker in mehreren Monaten, macht meines Erachtens keinen Unterschied. Quartalsweise zu patchen ist... nein, ich bin höflich und denke mir nur meinen Teil. Meine Meinung dazu hatte ich auch schon am 7. August geschrieben. Wenn ein Hersteller die Forscher und nicht die Schwachstellen für das eigentliche Problem hält, hat der sowieso ein Problem. Aber zumindest das wurde schon mal begriffen, und Oracle hat angefangen, aus seinen Fehlern zu lernen. Man könnte auch sagen, Oracle bewegt sich (endlich) - nur am Tempo muss jetzt noch gearbeitet werden.