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Dienstag, 27. Februar 2007 | Topthema

FOSDEM 2007: OLPC, Sun und die Zukunft des Web

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/business-technology//034565)
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Das Free and Open Source Software Developers' European Meeting (FOSDEM) lockte am vergangenen Wochenende wieder zahlreiche Besucher nach Brüssel. Genaue Angaben haben die Veranstalter noch nicht gemacht, aber nach dem Gedränge auf dem Universitätsgelände, das als Veranstaltungsort diente, zu urteilen, war die FOSDEM 2007 wieder einmal außergewöhnlich gut besucht.

Saal
Saal "Janson" war zu den Keynotes gut besucht.




Dabei lockten besonders die großen Keynotes von Jim Gettys, Simon Phipps, oder auch Andrew Morton die Besucher in die Säle.



Gettys warb bei seiner Rede vor allem um das OLPC (one laptop per child)-Projekt. Kinder in der dritten Welt sollen durch die günstigen, speziell entwickelten Laptops Zugang zu mehr Bildung erlangen und dadurch die Chance auf ein besseres Leben erhalten. Dabei nannte er eine Zahl von knapp 1,5 Milliarden Kindern weltweit. Die Antwort auf die Frage, was genau diese neue technische Infrastruktur leisten kann, wenn es doch vielerorts bei seiner adressierten Zielgruppe an politischer Infrastruktur hapert, blieb Gettys allerdings schuldig.

Der OLPC-Prototyp (hier mit Jim Gettys im Bild)war auch auf der FOSDEM 2007 ein Hingucker.
Der OLPC-Prototyp (hier mit Jim Gettys im Bild)
war auch auf der FOSDEM 2007 ein Hingucker.



Simon Phipps, Chief Open Source Officer bei Sun Microsystems riss in seiner Ansprache unter anderem kurz das Thema Softwarepatente an. Speziell für europäische Zuhörer beschrieb er die Lage dabei etwa wie folgt: In den USA müsse man sich zwangsweise mit Softwarepatenten auseinandersetzen. Denn mit Patenten sei es hier in etwa so wie mit Waffen - man braucht sie einfach, weil jeder andere ebenfalls bewaffnet durch die Gegend läuft. Dabei setzt Phipps unter anderem auf die kommende GPL v3, um dem Problem Herr zu werden.

Simon Phipps: Java und die vernetzte Community.
Simon Phipps: Java und die vernetzte Community.




Etwas weniger politisch ging es in der nahezu ausgebuchten Keynote von Andrew Morton zu, in der er allgemein über die aktuelle Lage zur Linux-Kernel-Entwicklung Stellung bezog. Insbesondere an die Embedded-Entwickler gerichtet verwies Morton darauf, dass man das Thema Embedded-Linux nicht vergessen hätte, auch wenn in diesem Bereich sicherlich nicht viel nach außen kommuniziert würde. Auf der anderen Seite würde er sich manchmal wünschen, dass viele der Embedded-Leute ihre meist individuellen Kernel-Patches an das Linux-Kernel-Team rückfließen lassen würden.



Zum Stichwort Virtualisierung stellte Andrew Morton augenzwinkernd fest, dass man die Technik eigentlich nur deswegen brauche, weil Linux selbst eben noch nicht alles perfekt mache. Aber daran würde man arbeiten.



Viel Arbeit investiert man zurzeit auch bei Mozilla. Mike Schroepfer, Vice President Engineering bei Mozilla gab dazu einen kleinen Ausblick auf die kommenden Trends. So soll zum Beispiel die Unterstützung für sogenannte Microformats künftig fest in Firefox mit einfließen. Hier steht den Entwicklern allerdings noch einige Aufklärungsarbeit bevor. Auf Nachfrage, wer von den Besuchern im Saal schon einmal etwas von dem Begriff der Mikroformate gehört hätte, meldeten sich nur wenige Stimmen.

Mike Schroepfer über die aktuelle Entwicklung von Mozilla.
Mike Schroepfer über die aktuelle Entwicklung von Mozilla.



Auf deutlich mehr Interesse stieß die Ankündigung, dass man bei Mozilla für die Zukunft an einer Technik arbeite, die es Webseiten ermöglichen soll, ohne große Interaktion mit dem Nutzer ihre Daten in den Cache vorzuladen. Besonders bei Content-starken Web 2.0-Seiten könnte daduch ein spürbarer Performancegewinn erzielt werden. Leider gibt es bisher noch keinerlei Strategie, die Webseiten mit der neuen Technik daran zu hindern, ungefragt beliebige Datenmengen auf die Festplatte des Nutzers auszulagern. Von Sicherheitsaspekten beim Caching der Daten auf öffentlichen Rechnern ganz zu schweigen.



Aber dem könnte man sich im August auf dem Chaos Communication Camp 2007 bei Berlin widmen. Tim Pritlove stellte das inzwischen auf fünf Tage angewachsene Event ebenfalls in einer kurzen Ansprache vor. Leider hatten die Veranstalter der FOSDEM Pritlove einen Slot kurz vor Feierabend zugeteilt und so ging die Ankündigung auf der Veranstaltung etwas unter. Pritlove endete mit einem deutlichen Kommentar in seinem Blog.

Am Aushang des GNOME-Projekts konnten Interessierteihre Vorschläge an die Pinnwand heften...
Am Aushang des GNOME-Projekts konnten Interessierte
ihre Vorschläge an die Pinnwand heften...

(rl)

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