Samstag, 11. Februar 2012


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Donnerstag, 5. April 2007 | Topthema

About Security #99: Virtuelle Private Netze — Fazit

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/php//035193)
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Wie angekündigt, wird in dieser Folge das Thema "Virtuelle Private Netze" abgeschlossen. Vor dem Vergleich der vorgestellten Verfahren soll noch das bereits im About-Security- CeBIT-Bericht angesprochene MVCN (Manageable Virtual Closed Network) von Navayo Technologies etwas näher vorgestellt werden. In einem MVCN bilden die Endgeräte, z.B. die im CeBIT-Bericht erwähnte SecBox, ein virtuell abgeschlossenes logisches Netzwerk, das von einem oder mehreren Servern überwacht wird. Für die Verschlüsselung der zwischen den Endgeräten und Servern aufgebauten Punkt-zu-Punkt-Verbindungen wird RSA eingesetzt.

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Für jedes Endgerät und jeden Server wird bei der Produktion ein RSA-Schlüsselpaar erzeugt. Der (öffentliche) Kodierungsschlüssel des Endgeräts wird im zentralen MVCN-Server gespeichert, der (private) Dekodierungsschlüssel im jeweiligen Endgerät. Analog wird für die Server vorgegangen: Ihr Kodierungsschlüssel wird in den Endgeräten gespeichert, ihr Dekodierungsschlüssel im jeweiligen Server. Die Dekodierungsschlüssel werden in speziell dafür entwickelten Bausteinen gespeichert und können nicht verändert oder ausgelesen werden. Bereits im Ausgangszustand eines MVCNs, bevor gesicherte Verbindungen zwischen Endgeräten aufgebaut werden, erfolgt die gesamte Kommunikation verschlüsselt: Die Endgeräte verschlüsseln die für den Server bestimmten Daten mit dessen Kodierungsschlüssel, der Server verschlüsselt die für ein bestimmtes Endgerät bestimmten Daten mit dessen Kodierungsschlüssel. Die Entschlüsselung erfolgt mit dem jeweiligen individuellen Dekodierungsschlüssel.

Um eine Verbindung zu einem anderen Endgerät aufzubauen, muss ein Endgerät dessen Kodierungsschlüssel vom Server anfordern. Nur wenn die jeweiligen Endgeräte miteinander kommunizieren dürfen, erhalten sie den angeforderten Schlüssel. Damit können sie die Verbindung zum gewünschten Endgerät aufbauen. Dieses benötigt für die Antwort seinerseits den Kodierungsschlüssel des Kommunikationspartners, den es ebenfalls vom Server anfordern muss. Nach Abschluss der Kommunikation löschen beide Endgeräte den Kodierungsschlüssel des jeweiligen Kommunikationspartners. Eine Wiederaufnahme der Verbindung ist so nur über den Server möglich, ohne dessen Freigabe keine Verbindung aufgebaut werden kann. Der Server ist nur für die Verwaltung zuständig, die verschlüsselte Kommunikation zwischen Endgeräten erfolgt über Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zwischen diesen. Die SecBox-Endgeräte besitzen zwei Ethernetanschlüsse, je einen für den Internetzugang und das lokale Netz bzw. den lokalen Rechner. Außerdem enthalten sie einen Fingerabdruck-Sensor zur Identifikation berechtigter Benutzer. Ein USB-Anschluss ermöglicht den Anschluss von z.B. Massenspeichern, auf die dann ebenfalls über das MVCN zugegriffen werden kann.

Vergleich der vorgestellten Systeme
  IPsec
(About Security #89 ff)
PPTP
(About Security #96)
Clientless TLS-VPN (über Webbrowser)
(About Security #97)
TSL-Tunnel, speziell OpenVPN
(About Security #98)
MVCN
Offizieller Standard ja - RFC 4301 nein - informelle Beschreibung in RFC 2637 ja - RFC 4346 nein, nutzt aber TLS nein
Kryptografische Algorithmen variabel, z.B. DES, 3DES, AES, MD5, SHA1 RC4, MD5 variabel, z.B. DES, 3DES, AES, RSA, MD5, SHA1 variabel, z.B. DES, 3DES, AES, RSA, MD5, SHA1 RSA, feste Schlüssel
Nutzung von Zertifikaten möglich ja ja ja ja nein (*)
Geeignet für
Site-to-Site
Site-to-End
Host-to-Host
 
ja
ja
ja
 
ja
ja
ja
 
-
ja
-
 
ja
ja
ja
 
ja
ja
ja
Unterstützte Systeme Windows, Unix, Linux, *BSD, Mac OS X Windows, Unix, Linux, *BSD, Mac OS X systemunabhängig Windows, Unix, Linux, *BSD, Mac OS X systemunabhängige Hardwarelösung

(*) Die Authentifizierung erfolgt über die in manipulationssicherer Hardware gespeicherten individuellen Kodierungsschlüssel

About Security: Die komplette Serie
Wahl des geeigneten Systems

Mit Ausnahme des nur für Site-to-End-VPNs geeigneten Clientless TLS-VPN eignen sich alle Systeme für alle Anwendungsfälle. Daher wird man sich bei der Auswahl eines Systems meist an der vorhandenen Systemumgebung orientieren. Bei einem nur aus Unix-basierten Systemen bestehenden Netzwerk wird man kaum das aus der Windows-Welt stammende PPTP einsetzen, sondern stattdessen IPsec oder eine TLS-basierte Lösung wählen. Gegen diese Lösung spricht auch in einem reinen Windows-Umfeld nichts, da das PPTP doch etwas in die Jahre gekommen ist. Am einfachsten fällt die Wahl, wenn nur einzelne Rechner an ein System angebunden werden sollen, das sich über eine Weboberfläche bedienen lässt: Der Zugriff auf ein Clientless TLS-VPN ist auch aus einem Internetcafé oder von einem fremdem Rechner möglich, da keine zusätzliche Software außer des sowieso vorhandenen Webbrowsers erforderlich ist. Auf USB-Tokens gespeicherte Zertifikate erlauben auch in diesem Fall eine zertifikatbasierte Authentifikation, benötigen aber meist zusätzliche Treibersoftware.

Die nächste Folge ist die 100. Folge von About Security. Zu diesem Anlass wird es einen zusammenfassenden Überblick über die bisher erschienenen Folgen geben.

Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!

Carsten Eilers

About Security – Übersicht zum aktuellen Thema "VPN - Virtuelle Private Netze"

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