Samstag, 31. Juli 2010 |
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Ab dieser Folge soll es um das Thema 'Mobile Security' gehen. Zuerst wird die Sicherheit drahtloser Kommunikation, insbesondere für WLAN und Bluetooth, betrachtet. Später wird auch auf die Sicherheit der mobilen Geräte an sich eingegangen. Denn was nutzt es, wenn zwar niemand die von einem Notebook über WLAN gesendeten Daten ausspionieren kann, aber bei einem Diebstahl des Notebooks die Daten ungeschützt sind? Den Anfang aber macht die Absicherung von WLAN-Verbindungen. Die dafür maßgeblichen Algorithmen sind WEP und WPA(2).
WEP
WEP (Wired Equivalent Privacy) ist der ursprüngliche
Standard-Verschlüsselungsalgorithmus für drahtlose Netze nach dem IEEE 802.11 Standard (WLAN). Der Algorithmus enthält mehrere Schwachstellen und
sollte, wenn es irgendwie vermeidbar ist, nicht mehr eingesetzt werden.
Beschrieben wird er hier aus zwei Gründen: Zum einen, um zu zeigen,
wieso er unsicher ist. Zum anderen, damit man einschätzen kann, wie
gefährlich seine Verwendung ist, wenn sie sich mal nicht vermeiden
lässt.
WEP-Verschlüsselung
Für die Verschlüsselung wird der symmetrische RC4-Algorithmus
verwendet, bei dem der Klartext bitweise XOR mit einer Folge von
(Pseudo-)Zufallszahlen verknüpft wird. Als Schlüssel wird der
so genannte WEP- oder Root-Key verwendet, der zusammen mit einem 24-Bit-langen
zufälligen Initialisierungsvektor IV den Startwert des
(Pseudo-)Zufallszahlengenerators bildet. Der IV soll dafür sorgen, dass
sich bei zwei identischen Klartexten keine identischen Schlüsseltexte
ergeben. Der WEP-Key, der allen Kommunikationsteilnehmern bekannt sein
muss, kann 40 oder 104 Bit lang sein. Manchmal werden auch Schlüssel-
und IV-Länge zusammengerechnet, sodass eine Schlüssellänge
von 64 bzw. 128 Bit angegeben werden kann.
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Da während der Übertragung Pakete verloren gehen können, muss der Zufallszahlengenerator für jedes Paket neu initialisiert werden. Ansonsten würden Sender und Empfänger nach dem Verlust eines Pakets unterschiedliche Sequenzen des Zufallszahlenstroms für Ver- bzw. Entschlüsselung verwenden. Damit nicht für jedes Paket die gleichen Zufallszahlen für die Verschlüsselung verwendet werden, wird für jedes Paket ein eigener IV verwendet. Zusammen mit den Daten wird eine 32-Bit-lange Integritäts-Prüfsumme (Integrity Check Value, ICV) verschlüsselt, um Übertragungsfehler oder Manipulationen zu erkennen.
Übertragen werden an den Empfänger der unverschlüsselte IV sowie die verschlüsselte Kombination aus Klartext und ICV. Bei der Entschlüsselung werden WEP-Key und übertragener IV als Startwert für den Zufallszahlengenerator verwendet und der Schlüsseltext mit dem erzeugten Zufallszahlenstrom XOR verknüpft. Das Ergebnis wird in Klartext und ICV aufgespalten, die Prüfsumme über den entschlüsselten Klartext erneut berechnet und mit dem übertragenen ICV verglichen. Stimmen beide überein, wurde die Nachricht nicht verändert.
Der ICV ist jedoch gegen gezielte Angriffe wirkungslos: Durch die XOR-Struktur der Verschlüsselung führt die Änderung eines Schlüsseltext-Bits zur Änderung des entsprechenden Klartext-Bits. Da die Berechnung der Prüfsumme linear ist, kann sie ebenfalls passend manipuliert werden.
WEP-Authentifizierung
Bei der 'Open System Authentication' dürfen sich alle Clients mit dem
WLAN verbinden, eine Authentifizierung findet de facto nicht statt.
Bei der 'Shared Key Authentication' wird im Rahmen eines Challenge-Response-Verfahrens die Kenntnis eines geheimen Schlüssels geprüft. Dabei wird auf WEP zurückgegriffen, wodurch das Verfahren im Prinzip nutzlos ist:
Challenge XOR Schlüsseltext = Challenge XOR (Challenge XOR
Schlüssel) = SchlüsselChallenge' mit (IV,
(Challenge' XOR Schlüssel)) antwortet.Die Authentifizierung ist in dieser Form unnötig, da sich sowieso nur die Clients mit dem Access-Point verbinden können, die den passenden WEP-Key kennen. Dessen Kenntnis zusätzlich über ein Challenge-Response-Verfahren abzufragen, ist daher überflüssig.
WEP-Schwachstellen
WEP enthält eine ganze Reihe von Schwachstellen:
Mehr dazu und zu weiteren Schwachstellen in der nächsten Folge.
Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!