Donnerstag, 24. Mai 2012 |
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Mit Europa, dem Nachfolger des letztjährigen Callisto, haben sich 21 Projekte dazu verpflichtet, ihr getestetes Release zeitgleich am 29. Juni auf der Website der Eclipse Foundation zu veröffentlichen. Wir haben mit dem IT-Manager der Eclipse Foundation, Denis Roy, über die technische Realisierung von Europa gesprochen.
Denis, mit Europa gehen 21 Projekte auf der offiziellen Website der Eclipse Foundation online – zeitgleich am 29. Juni 2007. Welche Rolle spielst Du beim Management dieser umfangreichen, simultanen Veröffentlichung?
Denis Roy: Als IT-Manager der Eclipse Foundation habe ich zwei Aufgaben bezüglich Europa: Zum einen arbeite ich mit den Projektteams zusammen, um einen Plan für die finale Veröffentlichung auszuarbeiten und zu koordinieren (wir nennen es liebevoll „Europa Final Daze“). Zum anderen muss ich dafür sorgen, dass wir adäquate Server-Ressourcen auf eclipse.org zur Verfügung stellen, damit jeder auch Europa runterladen kann, wenn es veröffentlicht wird. Für die Projektteams ist es wichtig, dass sie einen bestimmten Prozess befolgen, um ihre Release-Dateien hochzuladen. Unsere Website könnte sonst unter der Last zusammenbrechen, die entsteht, wenn Dateien plötzlich auf wundersame Weise auf der Seite erscheinen und nicht richtig gespiegelt werden. Was die Server-Ressourcen angeht bedeutet dies, dass eine ausreichende Bandbreite und genügend Prozessor-Ressourcen eingeplant werden müssen, um diese enorme Last auf unserer Website im Griff zu haben.
Am 29. Juni, dem Tag der Veröffentlichung von Europa, werden die Download-Aktivitäten auf der Website der Eclipse Foundation gewaltig sein. Ist es möglich, diesen Run von technischer Seite aus zu bewältigen?
Denis Roy: Wir rechnen mit hunderttausenden Downloads der Europa-Projekte innerhalb der ersten Stunden nach dem Release. Das bedeutet, dass wir eine entsprechend hohe Besucherzahl auf unserer Website haben werden und unsere Server tausende User gleichzeitig unterstützen müssen. Um das bewältigen zu können, haben wir eine leistungsstarke und skalierbare Server-Infrastruktur implementiert, die aus sowohl high-end IBM POWER-basierten Servern als auch HP Itanium2-basierten Servern besteht sowie Cisco Switching- und Routing-Anlagen. Wir kämen mit einer gewissen Bedarfserhöhung schon klar, aber Events wie Europa müssen schon geplant und getestet werden.
Welche Bedeutung haben Peer-to-Peer-Infrastrukturen bei Europa?
Denis Roy: Die meisten Projekte nutzen externe Infrastrukturen, um ihren Code zu übersetzen und Builds zu produzieren. Sie ziehen sich üblicherweise ihren Source-Code von unseren CVS-Repositories, um Builds zu erstellen und Tests auf ihren lokalen Servern auszuführen. Die Ergebnisse und binären Dateien, die runtergeladen werden können, werden auf unsere Server transferiert, wo sie auf unsere weltweiten Mirror-Sites gespiegelt werden können. So kann ein schneller und einfacher Download gewährleistet werden. Die Eclipse Foundation selbst bietet schon seit einer Weile Server-Ressourcen für das Building und Testen an, was die Last der Voraussetzungen in Sachen Infrastruktur und Wartung der jeweiligen Projekte gering hält. Unsere Installationen sind allerdings nicht für alle Projekte optimal und einige entscheiden sich dann doch, betriebsintern zu arbeiten.
Mirror-Server sind ein wichtiger Aspekt bei der Bewältigung des massiven Downloads am Tag der Veröffentlichung. Welche vertraglichen Verhältnisse bestehen mit den Mirror-Partnern? Betreibt die Foundation selbst Mirror-Server?
Denis Roy: Über Mirror-Server kann gar nicht genug Gutes gesagt werden, da sie umfangreiche Veröffentlichungen wie Europa überhaupt erst möglich machen. Die Mirrors sind alle unabhängig und sie stellen ihre Server, die Bandbreite und Systemadministratoren alle freiwillig und kostenlos zur Verfügung, ohne dass die Eclipse Foundation dabei eine vertragliche Bindung eingehen muss. Obwohl die Foundation selber keine Mirror-Server betreibt, bietet sie die zentrale Download-Infrastruktur und –Bandbreite über die Hauptserver in Kanada an.
Was hast du von Callisto, dem Vorgänger von Europa, gelernt? Ist das Projektmanagement noch das gleiche – abgesehen davon, dass doppelt so viele Projekte teilnehmen?
Denis Roy: Ich denke das Wichtigste, was wir gelernt haben, ist, dass das Planen und Testen die Schlüsselelemente für den Erfolg einer derart umfangreichen, simultanen Veröffentlichung ist. Wir haben damals beim Testen vor der Veröffentlichung von Callisto Probleme hinsichtlich der Bandbreite festgestellt, die sehr wahrscheinlich zum Zusammenbruch der Website geführt hätten, wenn sie nicht rechtzeitig behoben worden wären. Wir hatten auch ein paar Kommunikationsprobleme zwischen den Mitgliedern des Teams, die dadurch verstärkt wurden, dass wir es hier mit einem zeitkritischen Projekt zu tun haben und die Beteiligten rund um den Globus verteilt sind.