Samstag, 11. Februar 2012


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Donnerstag, 30. August 2007 | Topthema

Ovi soll Nokia die multimediale Zukunft bringen

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/cod//037812)
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Nokia hat in London drei neue Handys sowie eine überarbeitete Version des Smartphone N95 vorgestellt. Die große Überraschung sind aber nicht die Handys sondern der Service, auf den die Mobiltelefone zugreifen können. Ende des Jahres will Nokia mit einem eigenen Musikladen dem iTunes-Store von Apple Konkurrenz machen.

Ovi heißt der Dienst über den man via Handy und PC auf Shoppingtour gehen kann. Handy-Besitzer sollen dort zudem neue Nokia-Dienste abrufen können, beispielsweise den Videospieledienst N-Gage oder Nokia Maps, ein Navigationsdienst mit Karten und Reiseführern. Einzelne Musiktitel soll es ab einem Euro geben, ein Album für zehn Euro. Spiele sollen zwischen sechs bis zehn Euro kosten.

Nokia möchte sich vom reinen Handy-Geschäft lösen
Den Nokia Music Store wird es zuerst in Deutschland sowie sieben weiteren europäischen Ländern geben. Im nächsten Jahr sollen weitere Länder folgen. Ein Schritt, mit dem sich Nokia vom reinen Handy-Geschäft lösen möchte. "Nur Geräte" sind für den Handyhersteller nicht mehr genug, so der Nokia-Chef Olli Pekka Kallasvuo. Die Menschen wollen das Internet über seine ursprüngliche Bestimmung hinaus nutzen.

Wie das aussehen kann hat Apple bereits eindrucksvoll bewiesen. Der "Computerhersteller" hat im Quartal bis zum 30. Juni 2007 einen Gewinn von 818 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Im Vorjahreszeitraum lag der Gewinn bei 472 Millionen US-Dollar. 21 Prozent des Zuwachses geht auf den iPod zurück. Und mit dem iTunes-Portal ist Apple zum größten Musik-Verkäufer in den USA avanciert. Jüngst hat sich der Konzern mit dem iPhone auch noch angeschickt, den Handymarkt zu erobern.

Verträge mit der Musikindustrie sind bereits abgeschlossen
Nokia hat für seinen Dienst Verträge mit Emi, Sony, Universal und Warner abgeschlossen. Die großen vier sind also mit an Board – samt Kopierschutz. Die Titel sind mit einem DRM (Digital Rights Management) versehen, können also nicht verbreitet werden. Der Verkauf DRM-freier Musik ist vorerst nicht geplant. Ein Service den Apple bereits anbietet. Für einen Aufpreis lassen sich bei iTunes Titel auch ohne Kopierschutz kaufen.

Das Ovi-Angebot
Das Ovi-Angebot

Ob Nokia mit seinem Angebot Erfolg haben wird steht in den Sternen. Andere Hersteller sind bereits früher auf den Zug aufgesprungen und haben vergleichbare Dienste angeboten. Microsoft hat den Zune Ende 2006 auf den Markt gebracht. Allerdings ist der Player bislang nur in den USA erhältlich. Und MTV und RealNetworks haben auch einen Musikdienst im Internet angekündigt, zusammen mit den Netzbetreibern Verizon Wireless und Vodafone. Creative dagegen ist vor der Dominanz von iTunes bereits eingeknickt. Der neue Zen-Player soll das von iTunes verwendete Audioformat AAC abspielen können.

Die Ausgangsposition für Nokia ist allerdings schwierig
Bei Forrester sieht man Nokia in einer schwierigen Position. Zwar habe Nokia mit seiner N-Serie ein mächtiges Smartphone im Programm, ein Zusammenspiel mit dem iTunes Store ist jedoch nicht möglich. Des Weiteren grenze sich der Service nicht ausreichend vom bestehenden Angebot ab, um Begehren beim Verbraucher zu wecken.

Eines zeigt sich aber bereits ganz deutlich, für einen wird die Luft dünner. Apple steht immer mehr unter Druck. Computerhersteller wie Mobilfunkanbieter, alle wollen ein Stück vom fetten Kuchen, den das Musikgeschäft im Internet verspricht.

Felix Schrader

(fs)

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