Donnerstag, 24. Mai 2012 |
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Social Gaming ist der nächste Trend im Internet, konstatierte die Computerwoche und lag dabei fast richtig. Denn nicht nur das Medium Game erlebt in den Social Networks eine Renaissance. Auch Musik und Fernsehen werden zunehmend sozial. Dass Computerspiele dabei eine Vormachtstellung einnehmen, ist nicht verwunderlich. Die Umsätze mit Computerspielen haben schon längst die Einnahmen aus dem Musikgeschäft oder die aus den Kinokassen überholt.
Doch Computerspiele sind längst kein Phänomen nur der Kids und Teens mehr. Sie sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Als Casual Online Games in den Büros, wenn der Chef eben mal nicht hinsieht. Als Casual Offline Games in Form der Spielekonsole Wii für gemeinsame Spielabende mit den Freunden. Als Casual Mobile Games in Form der Nintendo DS, um auf der Fahrt mit der U-Bahn zur Arbeit mit Dr. Kawashimas Gehirntraining sein "Denkorgan" zu schulen.
Das hat mit der menschlichen Existenz ebenso wenig zu tun, wie das falsche Verständnis der Evolutionstheorie im Sinne des Überlebenskampfes. Menschen sind soziale Wesen &ndadsh; das ist unser großer Vorteil, der unser Überleben sichert. Das Soziale, also die Fähigkeit mit anderen Individuen zu kooperieren, ist uns angeboren. Und das Spielerische diente seit jeher der Anbahnung sozialer Beziehungen: "Willst Du mit mir spielen?" sind die Worte, mit denen wohl die meisten Freundschaften im Kindesalter beginnen.
Auch Musik, Filme oder Bücher standen schon immer im Mittelpunkt sozialer Aktivitäten. Man redete darüber; man hörte, sah oder las sie gemeinsam; man tauschte sie aus. Das haben weder iTunes, noch MTV oder Amazon verstanden: Medien sind der Anker sozialer Beziehungen. Und am Ende dieses Ankers steht ein Mensch. Der möchte im Mittelpunkt stehen – nicht das Produkt.
Das Potenzial, das in dieser Verbindung steckt, offenbart die folgende Abbildung aus einer Studie der Internet-Marktforschungsfirma comScore:
Das Wachstumspotenzial der Social Networks gepaart mit der Nutzermasse herkömmlicher Unterhaltungsangebote transformiert das Internet von einem Informationsnetz in ein Unterhaltungsnetz. Der passende Begriff dafür ist auch schon erfunden: Social Entertainment. Das ist der nächste große Trend – Social Gaming ist dagegen bereits ein Faktum.
Martin Szugat