Samstag, 11. Februar 2012


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Mittwoch, 7. Mai 2008 | News

Web 2.0 += Mashups

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/cod//043136)
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Technisch betrachtet, bezeichnet ein Mashup (engl. für Vermischung) die Erstellung neuer Inhalte durch die nahtlose Kombination bereits bestehender Inhalte. Der Begriff stammt eigentlich aus der Musikszene und kann als Synonym für das englische Wort Remix verstanden werden. Seit dem Jahr 2006, als die ersten Mashups (im Sinne des Web 2.0) im Internet auftauchten, wurde dieser Begriff auch auf die Webseiten und Portale ausgeweitet, die nicht nur Medien rekombinieren, sondern mittels API auch auf "ferne" Dienste zugreifen, die andere Webanwendungen zur Verfügung stellen. Was dabei herauskommt, ist ein Bestandteil des so genannten Social Networks und entspricht der Philosophie Aristoteles, "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile".

Die meisten der im Web auffindbaren Mashups haben ihre Popularität der Fokussierung auf reguläre Internetbenutzer zu verdanken. Kleine und große Mehrwertdienste, die helfen, den einen oder anderen Aspekt des Lebens zu erleichtern. Diese benutzerorientierten Mashups kombinieren Daten von den verschiedensten Quellen und stellen sie unter eine einheitliche graphische Schnittstelle. Neben dieser Art von Mashups existieren auch noch Geschäftsmodelle, die sich auf den B2B- (Business-to-Business-)Markt konzentrieren. Dabei werden oft interne und externe Quellen verwendet, um eine Webanwendung zu schaffen, die sowohl die Datenverarbeitung als auch die Datenabbildung übernimmt. Das Ganze bezeichnet man als Content Aggregation Technologies (Technologien des Zusammenschlusses von Inhalten) oder auch Social Network Aggregation (Sozialer Zusammenschluss des Netzwerks).

Mischen possible

Generell kann man Mashups in vier Kategorien unterteilen. Kartendienste (Mapping), Mediendienste (Video/Audio), Suchdienste (z.B. Produktsuche) und Nachrichtendienste. Auf Kartendienste (hauptsächlich Google Maps) greifen mittlerweile 50 Prozent aller Mashups zu. Ein typisches Beispiel dafür ist housingmaps.com". Dort kann der geneigte Konsument US-weite Immobilienangebote mit genauen Standortangaben einsehen. Im Bereich der Mediendienste ist "flickr.com" aktuell die Nummer 1. Der angemeldete Benutzer kann seine Bilder (Sammlungen) einstellen und organisieren. Durch den Gebrauch der Anwendungsprogramm-Schnittstelle (API) können diese Bilder auch von anderen Seiten referenziert werden.

Auch Video-(Re)Mixer wie "jumpcut.com" oder Audio-(Re)Mixer wie "splicemusic.com" gehören in diese Kategorie. Das Webangebot "flickrvision.com" ist eine Kombination aus Mediendienst und Kartendienst, mit der man live verfolgen kann, wo die bei Flickr gerade eingehenden Photos aufgenommen wurden. Überdies gibt es noch "travature.com" – ein internationales Reiseportal mit integriertem "airfare.com"-Suchdienst, Wiki Travel-Guides und Hotelbewertungen. Zusätzlich können die Benutzer Photos und Erfahrungen mit anderen Reisenden teilen. Der Nachrichtendienst "digg.com" wiederum gibt dem Benutzer die volle Kontrolle über die zu sichtenden News zahlreicher anderer Nachrichtendienste.

Anschluss gesucht

Die serviceorientierte Architektur (SOA) von Anbietern wie Google & Co. stellt die angebotenen Dienste für Organisationen, Kunden und andere Benutzer zur Verfügung. Die Kommunikation zwischen solchen im Internet angebotenen Diensten geschieht dabei meist mittels SOAP (Simple Object Access Protocol) oder REST (Representational State Transfer). Der Nutzer dieser Dienste weiß nur, dass der Dienst angeboten wird, welche Eingaben er erfordert und welcher Art das Ergebnis ist. Details über die Art und Weise der Ergebnisermittlung müssen nicht bekannt sein. SOAP stellt ein leistungsstarkes XML-basiertes Nachrichtenformat dar, das unabhängig vom verwendeten Übertragungsprotokoll operieren kann und sich für sicherheitsrelevante Transaktionen (z.B. Geldtransfer) qualifiziert. Das einfachere, auf dem HTTP-Protokoll aufbauende REST-Format ist für rein lesende und sicherheitsunkritische Zugriffe gut geeignet.

Nicht ohne Grund setzt nicht nur Google bei seinen neueren APIs auf REST. Um beispielsweise eine Karte von Google Maps in die eigene Website zu integrieren, sind nur zwei Schritte nötig. Zuerst einmal die Einbindung des JavaScripts "http://maps.google.com/maps?file=api..." in der "<head>"-Section mittels "<script>" und die Definition der "initialize()"-Funktion. Als letztes belegt man noch "<body>" mit dem onload event "initialize()" und dem onunload event "GUnload()", fertig ist die Laube.

Auch wenn einige selbsternannte Internetvisionäre Mashups gern als die am schnellsten wachsende soziale Komponente im Netz betiteln, so zeigt doch der Trend-Ticker von Google, das sich Mashups zwar etabliert haben, der Hype darum aber schon wieder leicht abflaut. Nichtsdestotrotz wächst die Anzahl der Mashups und beschert uns täglich neue dienstbare Geister im Internet. Hat sich der Nutzen eines Mashups erst einmal herumgesprochen, dann ist der gebotene Service nicht mehr wegzudenken. Welche Eltern möchten schon darauf verzichten, jederzeit den Standort ihrer Kinder per GPS-Tracking ermitteln zu können? Die soziale Komponente von Mashups ist also ein Fakt und kann sowohl positive wie negative Auswirkungen haben. In den Vereinigten Staaten gibt es zum Beispiel Nachbarschaftsportale, die durch die Auflistung aller in der Nähe residierender pädophiler Mitbürger zu präventiven Gewaltakten gegen diese geführt haben. Solche Ereignisse sind aber sicherlich die Ausnahme, denn in der Regel stellen Mashups eine höchst willkommene Bereicherung des Internets dar.

Christian Effenberger ist diplomierter Industrie/Produkt-Designer und seit 1993 als selbständiger Web-Designer und Programmierer tätig. Als Amiga-Fan der ersten Stunde gehört er zur Fraktion der Open Source-Vertreter und ist ein strikter Befürworter patentfreier Standards.

(rw)

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