Samstag, 11. Februar 2012 |
| |
Es gibt Neuigkeiten zum RPC-Wurm, die McAfee Avert Labs haben ihre '2009 Threat Predictions' veröffentlicht, Microsofts Authenticode-Schutz kann über MD5-Hash-Kollisionen ausgehebelt werden, und es gibt weitere Informationen über die Gefahren von persistenten Cookies und DNS-Rebinding.
Zuerst die täglichen News zum RPC-Wurm: Aktuell gibt es eine neue Version des 'F-Downadup Removal Tool', auf das im Blog von F-Secure hingewiesen wird, sowie eine neue Übersichtskarte über die Verbreitung des Wurm, diesmal erstellt von Trend Micro. Inzwischen sind die USA am stärksten betroffen, während auf der älteren Karte von Sophos noch China auf Platz 1 lag.
Die McAfee Avert Labs haben ihre Vorhersagen für 2009 veröffentlicht, die '2009 Threat Predictions' (PDF). McAfee erwartet u.a. zunehmende Angriffe auf Consumer-Geräte wie USB-Sticks und Flash-Speicher für z.B. Digitalkameras und elektronische Bilderrahmen. Bisher waren die darüber verbreitete Schädlinge immer "Unfälle", die Schadsoftware wurde unwissentlich während des Produktionsprozesses auf die Speicher geschrieben. Eine gezielte Infektion dürfte nicht so einfach sein.
Didier Stevens ist es
gelungen,
durch Ausnutzung von MD5-Kollisionen zwei Programme zu erstellen, die zwar
von Microsofts Code-Signatur-Mechanismus Authenticode die gleiche Signatur
erhalten, aber unterschiedliche Funktionen erfüllen.
Eigentlich sollten die Signaturen unter unterschiedlichen Programmen
verschieden sein, so das eine kopierte Signatur ungültig ist und beim
Start des Programms eine Warnung auslöst. Durch den Angriff ist es
möglich, ein harmloses Programm signieren zu lassen und die Signatur
unter ein bösartiges Programm zu kopieren, ohne das sie ungültig
wird. Da Microsofts SignTool für Authenticode-Signaturen per Default
die sichere Hashfunktion SHA-1 verwendet, ist die praktische Auswirkung des
Angriffs relativ gering: Für einen erfolgreichen Angriff müsste
eine von Windows als vertrauenswürdig eingestufte Instanz für das
signieren des gutartigen Programms die Hashfunktion MD5 verwenden, was
ziemlich unwahrscheinlich ist.
Zum gestern gemeldeten Eintrag im Blog von ha.ckers.org über die möglichen Gefahren von persistenten Cookies und DNS-Rebinding gibt es eine Ergänzung mit weiteren Erläuterungen und einem Beispiel.
Carsten Eilers