Donnerstag, 24. Mai 2012


Interview

Mittwoch, 15. Juli 2009 | Interview

Galileo-Interview: Die Device Software Development Platform

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/jaxenter//049934)
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Martin Oberhuber

Interessante Entwicklungen gibt es bei Eclipse auch auf dem Sektor der eingebetteten Systeme zu vermelden. Mit der Industry Working Group Pulsar hat sich eine Gruppe von Industriegrößen wie Motorola, Nokia und Genuitec zusammengefunden, um die Entwicklung von mobilen Anwendungen zu vereinheitlichen (wir berichteten). Die Device Software Development Platform (DSDP) von Eclipse spielt hierbei eine tragende Rolle, wie uns Project-Lead Martin Oberhuber von Wind River näher erläutert.

JAXenter: Hallo Herr Oberhuber. Wie kann man das DSDP-Projekt bei Eclipse in wenigen Worten beschreiben?

Martin Oberhuber: Die Device Software Development Platform (DSDP) ist die Heimat jener Eclipse-Projekte, die sich mit der Software-Entwicklung für Embedded-Systeme beschäftigen. Im Gegensatz zu dem neuen Eclipse-Runtime-(RT-)Projekt, das Laufzeitbibliotheken auch für eingebettete Systeme bereitstellt, liegt der Fokus bei DSDP auf den Werkzeugen (Tools) zur Software-Entwicklung.

JAXenter: Was ist ein typischer Use-Case für das Projekt?

Martin Oberhuber: Der bekannteste Use-Case für DSDP ist wohl der Remote System Explorer(RSE), der unter anderem das transparente Editieren von Dateien auf entfernten Systemen via Netzwerk ermöglicht. RSE ist Voraussetzung für das Steuern der Embedded-Systeme vom Entwicklungsrechner aus, wird aber auch gerne in anderen Bereichen wie z.B. Administrieren von Web-Servern benutzt.

JAXenter: Welche Neuerungen bringt die Galileo-Version der DSDP-Plattform?

Martin Oberhuber: Besonders hervorzuheben ist Pulsar, ein flexibles Paket zum Entwickeln von Anwendungen auf Mobiltelefonen. Pulsar wird von der gleichnamigen Industrieinitiative in der Eclipse Foundation vorangetrieben und erlaubt das Erstellen von mobilen Anwendungen, die nicht an eine bestimmte Platfform wie z.B. Google Android gebunden sein müssen. Als Teil von Pulsar erreicht das Mobile Tools for Java (MTJ) Projekt mit Galileo sein 1.0 Release.

Die Technologien des Device Debugging Projektes wurden in CDT integriert und stellen nun einen sehr leistungsfähigen Debugger auf Basis der neusten gdb-Technologien bereit.

Nicht direkt Teil des Galileo Simultaneous Release, aber auf jeden Fall erwähnenswert, sind die in diesem Jahr neu gegründeten Projekte Real-Time Software Components (RTSC), das ein flexibles Komponentenmodell für C bei minimalstem Ressourcenverbrauch bietet, und Blinki Mobile Web Toolkit mit dem Fokus auf Tools zum Entwickeln und Testen von Web-Inhalten für mobile Geräte.

JAXenter: Wie wird DSDP weiterentwickelt? Wohin führt der Weg zu e4?

Martin Oberhuber: Mit Pulsar hat sich ein ausgesprochen starkes Herstellerkonsortium gebildet, sodass auch weiterhin ein starker Schwerpunkt von DSDP im Bereich der Mobiltelefonie zu erwarten ist. Zugleich sind das Target Communication Framework (TCF), RTSC und d-pack Wegbereiter im Non-Java-Bereich mit großem Potenzial. CDT als die Standardumgebung für Embedded-Enwickler hat in diesem Jahr DSDP-Technologien assimiliert und wird vermutlich weiter wachsen.

Die neuen Möglichkeiten der e4-Plattform werden für DSDP wahrscheinlich nicht sofort relevant werden, da für den Bereich der Software-Entwicklungswerkzeuge die bestehende Eclipse-Technologie gut genug ist - mit Ausnahme des Resource-Systems, dessen Weiterentwicklung ja auch von Committern aus DSDP innerhalb e4 vorangetrieben wird.

Längerfristig werden uns die Technologien in e4 die Möglichkeit bieten, völlig neue, spannende Anwendungen zu entwickeln.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!

Martin Oberhuber ist Leader des DSDP - Target Management Projektes, Mitglied des Eclipse PMC, Committer im Platform-Core-Projekt und im e4/Resources-Projekt und Vorsitzender des Eclipse Architecture Council (EAC). Martin arbeitet seit 1998 bei Wind River in Salzburg, Österreich, wo er vor allem an der Entwicklung der WR Workbench beteiligt ist. Martin verfügt über einen Master of Engineering in Telematics an der Technischen Universität Graz und ist zertifizierter ScrumMaster.

(hs)

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