Donnerstag, 24. Mai 2012 |
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Eclipse 4.0 wird bekanntlich im Sommer 2010 erscheinen. Der Versionssprung auf die Nummer vier lässt aufhorchen: Mit Versionssprüngen dieser Art wird üblicherweise eine Komplettüberarbeitung eines Projekts assoziiert, die die niedrigere Version irgendwie alt und überholt erscheinen lässt.
Der Fall war das sicherlich beim Übergang von Eclipse 2.x auf Eclipse 3.0, als mit der Einführung des OSGi-Standards das "Killer-Feature" integriert wurde, das jedem 2.x-User den Umstieg schmackhaft machte - wer wollte denn damals nicht auf den OSGi-Zug aufspringen und auf lange Sicht auf dem 2.x-Abstellgleis landen? Doch wird Eclipse 4.0 ein ähnliches Killer-Feature enthalten, das die Augen aller Eclipse 3.x-Anwender zum Leuchten bringt?
Diese Frage wird unter den Eclipse-Committern und -Usern gerade heiß diskutiert. Elias Volanakis von EclipseSource vertritt in seinem Blog die Postition, dass die Technologien, die derzeit im e4-Inkubator entwickelt werden, zwar große Hoffnungen wecken, jedoch für die breite Masse der Eclipse 3.x-User (die durchschnittlichen Java- und Web-Entwickler) kaum von Interesse seien. Wird e4 zum Windows Vista von Eclipse?
Seine Argumente:
The purpose of injection was to make it easier to obtain services in the general case, as well as to decouple of service user from knowing or caring about who provided the service. John Arthorne
In einem Beispiel zeigt Arthorne, dass die Verwendung von Dependency Injection zu kürzerem und einfacher zu handhabenden Code führt. Doch letztlich scheinen sich hier gewisse Programmierschulen gegenüberzustehen, und die endgültige Entscheidung, ob Dependency Injection eine Vereinfachung bringt, scheint noch auszustehen bzw. an den persönlichen Vorlieben und Erfahrungen eines Entwicklers zu hängen.
The lack of customizing the look and feel (in terms of implementing a given visual design) in some cases has been a "killer feature" for not using RCP. Kai Tödter
Die Möglichkeit, das Look and Feel einer Eclipse-Anwendung einfach per CSS zu verändern, könnte leicht zu einer viel größeren Akzeptanz von Eclipse-Technologie im Enterprise-Bereich führen.
Und die Argumentation ist einleuchtend: Welcher Vertreter zeigt seinem Kunden schon gerne eine hässliche Tabellen-Anwendung, die so gar nicht sexy den Stil und das von der Marketing-Abteilung akribisch ausgetüftelte Lebensgefühl und Image eines Produkts vermittelt?
Gerade im Bereich des UI-Design stehen in e4 mit der Möglichkeit, Oberflächen deklarativ mittels XML (XWT: XML Windiowing Toolkit) und EMF (Toolkit Model) zu beschreiben, weitere interessante Ansätze bereit (siehe auch Artikel im Eclipse Magazin 5.09: "Vorschau auf e4: UI Styling mit CSS" von Kai Tödter, Eclipse Magazin 2.10: "Deklarative UIs in e4 - XWT versus Toolkit Model" von Marc Teufel, Yves Yang und Hallvard Traetteberg).
Und welches ist Ihr Killer-Feature in e4? Was sähen Sie gerne im Eclipse 4.0 SDK integriert?