Samstag, 11. Februar 2012


Kolumne

Montag, 5. April 2010 | Kolumne

XML-Report: Augen auf beim Getränkekauf

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de///054802)
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Daniel Koch

Als Tourist hat man es nicht leicht. Das Hauptproblem: Unkenntnis der Gegeben- und Gepflogenheiten der fremden Stadt im fernen Land. Auf heimischem Terrain weiß man beispielsweise ganz genau, wo man eben mal schnell günstig essen kann. Auf Reisen sieht das anders aus und kann so richtig teuer werden.  Dort schleppt man sich durch verstaubte Straßen, während der Magen geräuschvoll knurrt. Und dann erspäht man es plötzlich, ein Restaurant, das von außen nett aussieht und bei dem einem auch die Preise für das Essen nicht gleich aus den Schuhen kippen lassen. Glückselig begibt man sich hinein, bestellt sein Essen und im Eifer des Gefechts auch gleich noch zwei Gläser Weißwein dazu. Denn dort – so denkt man als ausgemergelter Tourist leichtsinnig – wo das Essen nicht allzu teuer ist, wird sich der Weinpreis ja wohl ebenfalls in Grenzen halten. Dieser Glaube steigert sich dann umso mehr, wenn man sieht, dass es sich um zwei äußerst kleine Weingläser handelt. So labt man sich an Speis und Trank und betrachtet das bunte Treiben auf der Straße. Erst später geht es zum Bezahlen an die Kasse. Dort erfährt man den irrwitzigen Preis für ein nun doch recht mies wirkendes "Menü", zuckt leicht irritiert mit den Augen, bezahlt im ersten Moment aber dennoch klaglos. Erst vor der Tür werden die Köpfe zusammengesteckt, wird der Bon studiert und dann getreu dem Motto "Da hat der sich doch verrechnet" zurück ins Lokal gestampft. Dass es sich allerdings nicht etwa um einen Irrtum gehandelt hat, schwant einem spätestens dann, wenn der Kellner – der das hektische Studieren des Bons vor der Tür natürlich verfolgt hat – selbstsicher grinst und auf eine an der Fensterscheibe – im untersten Winkel – angebrachte kleine Getränkekarte zeigt, auf die tatsächlich die irrwitzigen Weinpreise mit Kugelschreiber gekritzelt sind. Jetzt weiß man, dass diskutieren hier gar nichts bringt. Vielmehr muss man im Vorfeld aufpassen, was man tut. Das gilt übrigens nicht nur für Touristen, auch Microsoft sollte das in Zukunft so handhaben. Denn der Patentstreit mit i4i scheint nun endgültig zu Ungunsten Microsofts entschieden worden zu sein.

Microsoft verliert Patentstreit

Es scheint Gewissheit zu sein: Microsoft hat den Patentstreit gegen seinen kanadischen Widersacher i4i wohl endgültig verloren. Ein US-Bundesgericht hat den Antrag Microsofts auf Wiederaufnahme des Patentstreits abgelehnt. Mit dieser Wiederaufnahme wollte Microsoft noch einmal versuchen, den Patentstreit für sich zu entscheiden bzw. das Urteil etwas abzufedern. Durch die jüngste Entscheidung des Gerichts muss Microsoft nun wohl doch 290 Millionen US-Dollar Strafe zahlen. Zudem müssen die Vorgaben der bisherigen Gerichtsurteile auch in den Office-Paketen von Microsoft umgesetzt werden.

Augmented-Reality-Browser junaio

Apple hat den unter dem Namen junaio laufenden neuen Augmented-Reality-Browser in seinen App Store aufgenommen. Diese Meldung überrascht auf den ersten Blick nicht, da junaio eine durchaus sinnvolle Applikation ist. Anwender können mit dieser App standortbezogene Augmented-Reality-Inhalte erkunden und erstellen. Dabei geht junaio allerdings andere Wege als zum Beispiel das Konkurrenzprodukt Layar. Denn bei junaio handelt es sich nicht um einen Browser im klassischen Sinn. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Communityansatz, durch den Anwender die Inhalte selbst erstellen können. Anwender können 3-D-Szenen auf Basis von Schnappschüssen generieren, diese mit einem Standort verknüpfen und anschließend veröffentlichen. Die so erstellten Inhalte lassen sich dann via Facebook, Twitter & Co. mit anderen Interessierten teilen. Apple, sonst eher bekannt dafür, dass man sich mit der Aufnahme neuer Software in seinen App Store reichlich Zeit lässt, brauchte für die junaio-Aufnahme gerade einmal 48 Stunden. Ausführliche Informationen zu junaio finden Sie unter http://www.junaio.com/. Hinter der junaio-Entwicklung steht übrigens die Münchner metaio GmbH. Die hat auch gleich ein API veröffentlicht, sodass man eigene Anwendungen auf Basis von PHP und XML selbst entwickeln kann. In diesem Zusammenhang wurde von der metaio GmbH auch gleich ein Programmierwettbewerb ausgelobt, bei dem kreativen Entwicklern ein Preisgeld von 5000 US-Dollar winkt.

Vier neue Arbeitsentwürfe zu XML Security

Die XML Security Working Group hat gleich vier neue Arbeitsentwürfe aus dem Umfeld der XML Security veröffentlicht. Dabei handelt es sich um XML Encryption Syntax and Processing Version 1.1, XML Security RELAX NG Schemas, XML Security Generic Hybrid Ciphers und um XML Security Algorithm Cross-Reference. Weiterführende Informationen rund um das Thema XML Security finden Sie auf den Security-Activity-Webseiten des W3C.

WebFonts-Arbeitsgruppe

Das W3C hat mal wieder eine neue Arbeitsgruppe gegründet. Die WebFonts Working Group soll dafür sorgen, die Schriftvielfalt auch für das Web nutzbar zu machen. Was genau die WebFonts Working Group bezweckt, können Sie in der unter http://www.w3.org/2009/08/WebFonts/charter.html veröffentlichten Web Fonts Working Group Charter nachlesen.

XML-Tool der Woche

Es dürfte allseits bekannt sein, dass Microsoft Office 2010 kurz vor seiner Veröffentlichung steht. Wer auf der Suche nach einer Alternative eben jede Bürosuite von Microsoft ist, griff in der Vergangenheit oftmals zu StarOffice oder OpenOffice.org. Mit SoftMaker Office 2010 wurde im vergangenen November ein weiteres Angebot auf den Markt gebracht. SoftMaker Office 2010 kostet knapp 70 Euro. Eine Testversion kann von der Seite http://www.softmaker.de/ heruntergeladen werden. Mit der jüngsten Veröffentlichung gibt es nun endlich auch eine entsprechende Linux-Variante. SoftMaker Office 2010 setzt sich aus der Textbearbeitung TextMaker, der Tabellenkalkulation PlanMaker und der Präsentationsanwendung Presentations zusammen. Interessant machen SoftMaker Office 2010 vor allem die mitgelieferten Langenscheidt-Taschenwörterbücher für Englisch, Spanisch, Italienisch und Französisch. Zusätzlich sind "Duden – Das deutsche Universalwörterbuch" und "Duden – Das Große Fremdwörterbuch" enthalten. Aber noch etwas ist – gerade auch aus der Sicht von Linux-Anwendern – bemerkenswert: das Textverarbeitungsprogramm TextMaker 2010 kann u.a. DOCX-Dateien lesen und schreiben. Wer also doch mal in die Verlegenheit kommen sollte, eine DOCX-Datei unter Linux öffnen zu müssen, kann das fortan ganz bequem mit TextMaker 2010 erledigen.

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne unter xml@medienwerke.de entgegen.

Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de. Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und informiert über die neuesten Entwicklungen der Standardisierungsgremien.

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