Donnerstag, 24. Mai 2012


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Freitag, 13. August 2010 | News

Oracle verklagt Google wegen Android

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/jaxenter//056598)
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Jetzt ist es amtlich: Oracle hat bekannt gegeben, wegen Patent- und Copyright-Verstößen rechtlich gegen Google vorzugehen. Mit der Entwicklung von Android habe man wissentlich Oracles geistiges Eigentum verletzt:

In developing Android, Google knowingly, directly and repeatedly infringed Oracle's Java-related intellectual property. This lawsuit seeks appropriate remedies for their infringement. (Karen Tillman, Oracle)

Insgesamt geht es um sieben Patente und Copyrights, heisst es in der Klage, die auf Mobile Beat zu finden ist. Google habe über das Patentportfolio von Sun Microsystems seit langem bescheid gewußt und trotzdem unlizensierten Gebrauch von Java gemacht.

On information and belief, Google has purposefully, actively, and voluntarily distributed Android and related applictions, devices, platforms, and services with the expections that they will be purchased, used, or licensed by consumers in the Northern District of California.

Google hat sich bislang noch nicht zur Klage geäußert, was sich aber bald ändern dürfte. Denn es geht nicht einfach um Geld, es geht um die Existenz von Android:

An order that all copies made or used in violation of Oracle America's copyrights, and all means by which such copies may be reproduced, be impounded and destroyed or otherwise reasonably disposed of.

Oracle verlangt also mit der Klage von Google , dass alle Kopien der Java-Projekte beschlagnahmt und zerstört werden müssten. Will Oracle Android damit von Antlitz dieser Erde entfernen? Was ist Ihre Meinung?

(cf)

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Kommentare

Gravatar Cafebabe 13.08.2010
um 09:18 Uhr
Ganz einfach: Softwarepatente gehören verboten! Sie behindern Innovation und verhindern Rechtssicherheit bei jeder Zeile Code die man schreibt! #zitieren
Gravatar Wanja 13.08.2010
um 10:09 Uhr
Die Intention von Oracle scheint klar: Endlich mit Java richtig Geld verdienen, aber ob das der richtige Weg ist?
Ich glaube Oracle wird damit der Verbreitung von Java als Sprache großen Schaden zufügen, egal ob Google nun einen teuren Vergleich heraus handeln kann oder nicht. Die Entwicklung von eigenen virtuellen Maschinen, die mit Java programmiert werden können, wird so jedenfalls nicht gefördert und damit die Verbreitung der Sprache, die sich einer zunehmend wachsenden Konkurrenz gegenüber sieht, selbst JavaScript will nun über Gnome vom Browser auf den Desktop drängen. Ich schließe mich auch "Cafebabe" an, Softwarepatente sind Gift und die einzigen, die an solchen Streitereien wirklich immer gewinnen sind die Anwälte, egal wer verliert.
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Gravatar Michi 13.08.2010
um 10:37 Uhr
Vielleicht will Oracle selbst eine Plattform anbieten. Das Potential und Ressourcen haben sie dazu mittlerweile. Fehlt eigentlich nur noch das fertige Produkt. Da Android bereits nach kurzer Zeit eine mehr oder weniger große Marktpräsents erlangen konnte, ist es aus Unternehmischer Sicht nicht falsch Marktkonkurrenten zu verdrängen, wenn möglich. Hier scheint es eine zu geben.
Ich denke nicht, dass es Java schaden wird. Als Plattform auf dem Mobilmarkt konnte sich Java noch nie wirklich durchsetzen und wurde schon mehrmals verdrängt. Android hat zwar einen Hype, aber das hatte z.B. das iPad auch. Kurzfristig kann man da nur schwierig eine Aussage treffen.
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Gravatar Steve 13.08.2010
um 19:40 Uhr
Oracle's Zug hat Java schon erheblich geschadet, wer will schon Produkte von einem Unternehmen kaufen, dass so dämlich ist, dass ernsthaft versucht den letzten Rest der eigenen Technologie (Java als Sprache) im mobilen Umfeld kaputtzuklagen ohne eigene Alternativen präsentieren zu können?

Zumal Oracle weder die Köpfe hat (die meisten wichtigen Personen sind kurz nach der Übernahme gegangen) noch die Ressourcen entsprechend priorisiert hat. Oracle doch absolut nichts mit dem Smartphonemarkt am Hut, wodurch die ganze Aktion noch absurder wird.

Microsoft wird wohl kaum als Dank von .Net auf Java umsteigen nur weil Oracle einem von Microsofts Konkurrenten in dem Bereich ans Bein gepinkelt hat.
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Gravatar RPR 13.08.2010
um 19:50 Uhr
Oh jeh, ich hatte bei der Übernahme durch Oracle schon geahnt, dass dies das Ende für "Java Libre" (so wie wir es kennen) sein wird. :-(

Gut, nun wissen wir es also alle:
"Java" (als Gesamtes) ist keineswegs so frei wie wir dachten sondern patentverseucht. Und Oracle will es nun allen zeigen, wer hier die Hosen (mit den Patenten) anhat und wie teuer die sein können.
Fazit: Was ist damit noch der Unterschied zwischen Oracles Java und Michrosofts .NET?
Nichts mehr...

Java lebt(e) aber von der Freiheit - siehe nur all die freien Libs, Frameworks, Apache-Orgas, ... Google-Projekte, die wir alle für unsere Projekte hernahmen - man steht ja auf den Schultern der Riesen.
Weiterhin beraubt die Erkenntnis der Unfreiheit einem (IMHO) großen Teil der Entwickler-"Gemeinde" seine "geistigen Grundlage". Diese Leute (und ich sage mal, das sind die, die den Mainstream anführen) werden bald anfangen, sich nach wirklich freien Alternativen umzusehen und diese dann statt Java propagieren.
Dazu kommen die Entwickler von freien Projekten, die von anderen Firmen finanziert werden - wozu sollte das nun noch gut sein? Damit Oracle kommen kann und das sauer verdiente wenig Geld mit ner Patentklage abzieht?

Oacle schlägt nun alles kurz und klein - der Aktionär wird erst zufrieden sein, wenn Java nur noch die Haussprache von Oracle-Produkten sein wird.
Die einzige Chance ist, dass Google stand hält, in die Klage geht und gewinnt. So wie Novel gegen SCO. Dann wäre Java ein Stück freier als heute.

Vielleicht führt diese Geschichte, die wohl "Spitz au Knopf" zulaufen wird, letztendlich sogar dazu, dass sich die übrige Java-Welt (Google, IBM, SAP, Redhat, ...) endlich zusammen schliesst und eine echte freie Alternative baut. Und die Entwicklung von Java und der JCP wirklich frei werden. Oracle befeuert diese Entwicklung geradezu - huch ich bin ja ganz optimitisch :-)
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Gravatar RPR 13.08.2010
um 19:52 Uhr
Also um das evtl. noch mal kurz zusammen zu fassen:

Wenn _JETZT_ irgend wer eine brauchbare freie Alternative zu Java aus dem Hut zieht, dann hat er den Trend für die nächsten 15 Jahre gesetzt!
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Gravatar Steve 13.08.2010
um 20:07 Uhr
@RPR: *Träum* Könnte nicht jemand mal schnell eine Scala-Implementierung für die LLVM aus dem Hut zaubern? #zitieren
Gravatar RPR 13.08.2010
um 22:00 Uhr
LLVM - sehr interessant :-)
Ich hatte so im ersten Moment auch an Perl6 Parrot gedacht - mit ner ansändigen Prog-Sprache drauf - na das wäre doch mal was, wenn der "Perl-Hurd" noch Bedeutung finden würde ;-)
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Gravatar Steve 13.08.2010
um 22:15 Uhr
Naja, Parrot taugt eher für ungetypte Sprachen wie Python, PHP oder Perl etwas, zumal jede dieser Sprachen ihre "Problemchen" hat (wobei Perl 6 _extrem_ gut geworden ist/wird).

Dann doch lieber ne anständige Hochsprache mit einem starken Typsystem :-), zumal auf der LLVM Interoperaibilität mit Low-Level-Sachen wie C oder C++ wahrscheinlich etwas einfacher ist.
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Gravatar Michi 14.08.2010
um 00:24 Uhr
@Steve
Es gibt genug Kunden für Oracle und ich denke du liegst mit deiner Vermutung, dass sie dafür keine "Köpfe" haben definitiv falsch. Ja, es sind Sun-Mitarbeiter vor und nach der Übernahme gegangen, aber sind es die einzigen klugen "Köpfe", die was auf die Beine stellen können? Wohl kaum.
Oracle hat durch Java ME sehr wohl eine Möglichkeit was auf dem Smartphonemarkt zu sagen. Bitte nicht Technologieblind sein und wie bereits von mir vermutet könnte Oracle versuchen sich mehr auf diesen Markt zu konzentrieren. Immerhin führen sie auch JavaFX weiter, Gott weiß warum.
@RPR
Java war als "Gesamtes" noch nie wirklich frei. Viele Sachen von Java waren bspw. auch unter Sun Zeiten nicht frei verfügar. Ich stimme dir allerdings in dem Punkt, das die Klage doch eher unnütz ist. Man könnte sich auch auf anderen Wegen einigen.

Trotzdem hat Oracle ja schon durchaus was in der Java Gemeide bewegt. Die letzten NetBeans Releases, JavaFX ... gut, dass war es auch schon. Aber ich persönlich mache mir keine Sorgen um Java an sich, was mir Sorgen macht ist OpenSolaris und MySQL.
Übrigens die Anklageschrift kann hier nachgelesen werden: http://www.scribd.com/doc/35811761/Oracle-s-complaint-against-Google-for-Java-patent-infringement

Die Grundlegende Frage ist ja, ob Google die Patente verletzt hat und auch noch damit Gewinn machte. Wenn dem so ist, dann finde ich das ungerecht (übrigens auch, wenn es keine Patente geben würde).
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Gravatar Trepper 14.08.2010
um 11:22 Uhr
Vergesst bei der ganzen Aufregung nicht, dass der Großteil des JDK auch unter GPL steht. Selbst wenn Oracle jetzt total durchdrehen sollte, wäre das eine gute Ausgangsbasis, um eine neue VM zu bauen - am besten für Scala mit eingebauten Generics ;-) #zitieren
Gravatar steve 14.08.2010
um 15:10 Uhr
@Michi: Klar hat Oracle genug Kunden, deren Strategie läuft ja darauf hinaus sich langfristig mit ihren Kunden vom Restmarkt abzuschotten. Warum mit Entwicklung und Expansion Risiken eingehen, wenn die eigenen Kunden eh nicht weg können? (Klar, wenn eine Firma nervt, dann wird entweder aufgekauft oder verklagt)

Android ist das was JavaME vielleicht hätte sein sollen, aber nicht geworden ist, weil sich SUn jahrelang auf den Lorbeeren ausgeruht hat.
Ich bin keineswegs technologieblind, aber ich erkenne sehr wohl die Unterschiede zwischen einer Jamba-"Hol dir den Nacktscanner jetzt auf dein Handy"-JavaME-Anwendung und einem vollwertigen Betriebssystem.
Fakt ist: Oracle hat nichts was für den Smartphonemarkt brauchbar wäre.
Java ist auf dem Mobilmarkt ohne Android de-facto tot.

Ich bin ja mal gespannt, wann die ersten Features aus Netbeans entfernt werden, die in Konkurrenz zu JBuilder stehen. Dass Netbeans sich seit der Übernahme auf dynamische Sprachen wie PHP konzentrieren wird, ist ja schon seit der Übernahme angekündigt.

Und JavaFX? Totgeburt. Sorry. Sun/Oracle hat da versucht mit Adobe Flex (bzw. Microsoft Expression) mitzuhalten, allerdings geht das Angebot komplett an der Nachfrage vorbei, schau Dir nur mal an was Adobe so als Entwicklungsumgebung anbietet.

Sun hat erst jahrelang die Hände in den Schoß gelegt und zugeschaut, wie Microsoft sie mit .NET lächerlich macht.
Und Oracle hat den Karren jetzt komplett an die Wand gefahren.

Anstatt sich mal um ein paar zeitgemäße Features für die JVM zu kümmern, die Sprache Java am Leben zu erhalten oder neue Konzepte für GUI, Databinding, etc. zu entwickeln, verklagen sie jetzt einen der wichtigsten Java-Nutzer. Das ist genau _das_ was die Leute jetzt gebraucht haben um zu sehen, dass Java auch für neue Projekte noch Werkzeug der Wahl ist.

Echt eine super Leistung von Oracle auf der einen Seite nur Totgeburten abzuliefern (Java 7, Date/Time API, Swing API, Closures, JavaFX) und auf der anderen Seite erfolgreiche Projekte in die Suppe zu spucken.
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Gravatar steve 15.08.2010
um 17:21 Uhr
Schön wie hier die Kommentare verschwinden... #zitieren
Gravatar (tw) 16.08.2010
um 06:33 Uhr
Keine Sorge, Kommentare verschwinden nicht - über das Wochenende werden sie manuell freigegeben. #zitieren
Gravatar Michi 16.08.2010
um 09:49 Uhr
@Steve
Oracles Kunden können sehr wohl wechseln. Es tummeln sich auch einige andere große Anbieter auf den Märkten. Oracle ist im Gegensatz zu z.B. SAP aber nicht primär auf einem bestimmten, sondern auf mehreren Märkten vertreten. Ich glaube man nennt sowas eine "Diversität-Strategie". Es ist klar, dass Oracle sich Potentiale nicht durch die Lappen gehen lassen will. JavaME gehört dazu und auch ein später Markteintritt kann lohnend sein. Warum auch nicht?
Mit Technologieblind meine ich, dass Sie JavaME völlig außen vor lassen. Es ist natürlich nicht das gleiche wie Andriod, aber es bestehen zu mindest so viel Ähnlichkeiten, dass Oracle in der Lage wäre darauß eine konkurrenzfähige Plattform für den Smartphonemarkt zu schaffen. Die Möglichkeit besteht und die Klage könnte genau darauf ein Hinweis sein. Eins kann man von Oracle nämlich definitiv behaupten: Sie sind bisher konsequent.
Was JavaFX angeht schließe ich mich Ihnen an. JavaFX hat den Designern mehr Steine in den Weg gelegt als wohl beabsichtigt war.
Sun hat sich nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Immerhin haben sie nicht nur Java zu pflegen gehabt. Davon abgesehen würde ich nicht sagen das .NET besser ist. Ich benutze beide Technologien und es kommt ganz auf das jeweilige Problem an, was gelöst werden soll. Es sind beide nur Tools. Für Windows Desktop Anwendungen nehme ich persönlich .NET, für alles andere Java.
Aber trotzdem ist es falsch Oracles Klage zu verurteilen! Falls Google wirklich gegen das Patentrecht verstoßen hat, dann sag mir mein Gerechtigkeitsinn, dass die Klage Sinn ergibt. Außerdem solange ist Oracle noch nicht in Besitz der ganzen Sun Technologien. Bei Unternehmen dauert es immer ein bisschen, aber meistens sind die Lösungen doch ganz gut (Produkte). Das ist doch einer der Gründe warum wir hier alle Java mögen, oder nicht?
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Gravatar Michi 16.08.2010
um 17:35 Uhr
Und siehe dar: OpenSolaris ist auch schon abgeschrieben. :( #zitieren
Gravatar steve 18.08.2010
um 14:15 Uhr
@Michi:
Sorry, JavaME ist definitv tot und wird nicht mehr auferstehen. Das will niemand mehr haben und ist auch nicht mit Android vergleichbar. Um daraus was zumachen, müsste Oracle bei 0 anfangen und einiges an Manpower investieren.

Ich glaube allerdings weder dass für Oracle ein Betriebssystem für Consumer-Handys eine hohe Priorität hat noch dass Oracle in diesem Bereich die notwendige Erfahrung hat.

Google hatte zwar auch nicht sehr viel mehr Erfahrung, allerdings hat die liberale Lizenzierung da einiges wettgemacht. (Und die wird es von Oracle garantiert nicht geben)
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