Donnerstag, 24. Mai 2012 |
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Apple hat das spanische Wissenschaftsmagazin Muy aus seinem virtuellen Zeitschriftenkiosk Newsstand verbannt, weil dessen aktuelles Titelbild vermeintlich zu freizügig war. Das Cover zeigt einen nackten Mann, der mit beiden Händen seine Scham bedeckt. Das war Cupertino zuviel und man erteilte dieser Ausgabe prompt Hausverbot – obwohl nicht mehr zu sehen war als im Schwimmbad nebenan.
Der spanische Verlag beteuerte, dass die Inhalte seines Magazins bereits für 12-jährige geeignet seien. Das Magazin durfte erst wieder in den Newsstand, nachdem das Layout derartig verändert wurde, dass die vermeintlich anstößigen Stellen des Fotos verdeckt und beschnitten wurden - sorry, aber dieses Wortspiel konnten wir uns nicht verkneifen.
Ferner musste der Titel von “Wahrheit und Mythen über den Penis” in “Wahrheit und Mythen über das herausragende Glied” abgeändert werden.
Damit ereilte das spanische Wissenschaftsmagazin das gleiche Schicksal wie ein paar Jahre zuvor eine Ausgabe des Spiegels – damals prangten nackte Frauenbrüste auf dem Cover. Weil Cupertino seine Plattformen frei von Pornografie und damit kinderfreundlich halten möchte, muss scheinbar ab und zu auch ernsthafte Literatur der Zensur zum Opfer fallen. Steve Jobs nannte diese Firmenpolitik „Freedom of Porn“ und meinte damit nicht etwa den kostenlosen Zugang zur Pornographie, sondern genau das Gegenteil.
Während europäische Konsumenten an den Anblick von nackter Haut auf Plakaten und Zeitschriften längst gewöhnt sind, sieht es in den USA mit dieser Art von Freizügigkeit anders aus. So ist zum Beispiel die Darstellung weiblicher Brustwarzen ist im US-Fernsehen abseits der Pay-TV-Kanäle undenkbar.
Via meedia.de