React, Vue, Angular und die JavaScript-Welt jenseits der großen Namen

Die JavaScript-Trends 2018: Vue und das React-Ökosystem
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Was wird die JavaScript-Welt in diesem Jahr prägen? Viele Entwickler haben sich in den vergangenen Wochen Gedanken darüber gemacht, was derzeit besonders wichtig ist: React, Angular, Vue oder ein ganz anderes Tool?

Wohin entwickelt sich die JavaScript-Welt im Jahr 2018? Mit dieser Frage haben sich in den letzten Wochen zahlreiche JavaScript-Entwickler beschäftigt und ganz verschiedene Positionen eingenommen. Auch die ersten Releases des Jahres geben einen Einblick in die Entwicklung des Ökosystems rund um die Programmiersprache.

TypeScript 2018

Ein großes Thema in der JavaScript-Welt ist natürlich TypeScript: Die Verbreitung des JavaScript-Dialekts wächst immer weiter. So wird auch Babel 7, das in diesem Jahr veröffentlicht wird, ein Preset für TypeScript mitbringen. Außerdem unterstützen immer mehr Tools und Frameworks aus dem JavaScript-Ökosystem die Sprachvariation: Polymer hat im Januar einen ersten TypeScript-Support integriert, Meteor arbeitet bereits jetzt mit Babel 7 als Beta-Version. Auch in Next.js, einer Library für React, können Entwickler nun via Webpack mit TypeScript arbeiten. Auch für TypeScript selbst gab es bereits ein Update auf Version 2.7 in diesem Jahr. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass TypeScript auch in den Trend-Prognosen für 2018 eine wichtige Rolle spielt.

Die Framework-Frage

Eine der großen Fragen des noch jungen Jahres lautet außerdem: React oder Vue? Und wenn man diese Frage schon stellt: Wie sieht es eigentlich mit Angular aus? Wie beispielsweise John Hannah anhand der Downloadzahlen von npm zeigt, blieb Angular im letzten Jahr zwra hinter React zurück, konnte sich aber auf einem stabilen zweiten Platz der am häufigsten heruntergeladenen JavaScript-Frameworks etablieren.

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Fraglich bleibt bei den meisten Darstellungen zur Verbreitung oder Beliebtheit von Angular allerdings, welchen Einfluss die Versionsverteilung auf das Ergebnis hatte: Wer AngularJS einzeln betrachtet, sieht bei Hannah nämlich auch, dass die erste Version des Frameworks im vergangenen Jahr noch einmal einen Aufwärtstrend erlebt hat und die Downloadzahlen gegen Ende 2017 angestiegen sind.

Betrachtet man aber nur den Zuwachs an Fans, ist Vue natürlich der große Sieger des Jahres 2017, wie die Rising Stars of JavaScript gezeigt haben. Auch dort, wo Vue noch keine große Rolle spielt, ist es inzwischen bereits Teil der Diskussion. Das gilt beispielsweise für den NativeScript Community Survey. In den Ergebnissen ist Vue nicht wirklich signifikant vertreten; im entsprechenden Bericht darüber wird aber hervorgehoben, dass das an der noch vergleichsweise schlechten Integration in das Ökoysystem von NativeScript liegen könnte. Wie geht es also mit Vue im Jahr 2018 weiter?

Vue wächst weiter

In der npm-Auswertung von John Hannah liegt Vue auf Platz 3 der am häufigsten heruntergeladenen Frameworks und konnte sich von 60.000 auf knapp 300.000 Downloads steigern. Bei gleichbleibendem Wachstum könnte es Angular auf dem Treppchen überholen, nimmt Hannah an. React liegt aber doch in weiter Ferne mit 1.786.699 Downloads auf npm bis zum 28. Januar 2018.

Ist Vue also keine echte Bedrohung für den Spitzenreiter React? Ryan Chartrand zieht in seiner Trendprognose React und Vue zum Vergleich heran und glaubt, dass Vue zwar durchaus Potential besitzt in diesem jahr Trends zu setzen, am Ende aber Facebooks schiere Größe ausreichen wird, um React die Spitzenposition zu sichern. Sein Fazit in dieser Hinsicht lautet:

The likely end scenario? Facebook does what it does best: copy the innovators and the world continues to use React.

Das React-Ökosystem

Dieser These folgt nicht jeder. So wird auf Reddit beispielsweise intensiv über die von Chartrand aufgestellten Prognosen diskutiert – kann man wirklich davon sprechen, dass Facebook Ideen anderer Tools kopiert oder ist das der normale Gang der Innovation im Web? Immerhin müsse man das Rad ja nicht neu erfinden, um ein gutes Produkt zu bauen. Auch zeigen sich auf Reddit natürlich die persönlichen Vorlieben der Entwickler: Die einen lieben Vue, die anderen wollen nicht auf React verzichten.

Beachtenswert ist neben Vue aber auch ein weiterer Newcomer in den Charts: Unter den kleinen Frameworks, die John Hannah auflistet, findet sich mit Preact eine kompakte Alternative zu React, die neben der geringeren Größe auch schneller sein soll. Die Downloadzahlen des Projekts sind im vergangenen Jahr um mehr als 250 Prozent gestiegen. Auch Next.js wird häufig in den Trends für das Jahr 2018 genannt und gehört in das React-Ökosystem, während das Vue-Umfeld es noch kaum selbst zum Trend schafft.

Die große JavaScript-Welt

In verschiedenen JavaScript-Prognosen 2018 wird auch GraphQL als möglicher neuer Trend benannt. Das  Tool habe im vergangenen Jahr deutlich an Verbreitung dazu gewonnen, sodass nun zahlreiche große Unternehmen wie Spotify und GitHub mit GraphQL-basierten APIs arbeiten. Teilweise würde GraphQL sogar als Ersatz für REST herangezogen – das sei ein Zeichen dafür, dass GraphQL in diesem Jahr einen weiteren Aufschwung erleben könnte.

Zu beachten ist bei allen Trend-Prognosen für die JavaScript-Welt allerdings, dass die Auswahl an Tools und Frameworks für JavaScript ständig wächst. An der Spitze finden sich meist die Tools, hinter denen große Unternehmen stehen. So gehört auch Electron für Chartrand zu den Trends der JavaScript-Szene. Genau wie Angular durch Google unterstützt wird und Facebook hinter React steht, ist Electron ein Projekt von GitHub, das entsprechend vom Status des Unternehmens profitiert. Vue stellt hier die Ausnahme dar – hinter dem Framework steht der Entwickler Evan You mit einer Online-Community,  kein Global Player.

Jenseits der großen Namen gehen die Trend-Prognosen aber weit auseinander und spiegeln damit die Vielfalt der  JavaScript-Welt wieder: Wird Gatsby das Frontend zusammen mit React umkrempeln oder hat Aurelia die Chance, in diesem Jahr einer der Stars am JavaScript-Himmel zu werden? Oder lautet die Frage in einem Jahr nicht mehr, welches Framework man wählen sollte, sondern welches Tool am besten mit React kombinierbar ist? Das alles ist natürlich auch eine Frage des Geschmacks.

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