Business Technology 2.2010
Keine Kommentare

Agilität

Erhältlich ab: August 2010
Umfang: 100 Seiten Seiten
Autoren / Autorinnen:
Diverse

Methode


Manifesto for Agile Software Development


Was zeichnet gute Scrum-Teams aus
Gute Developer Skills steigern die Produktivität
von Christoph Mathis


Der Product Owner im Team
So meistern Sie typische Herausforderungen
von Roman Pichler


Anforderungen agil erfassen
Requirements Engineering in agilen Projekten ist kein Widerspruch
von Manfred Steyer


Retrospektiven – wider die Macht der Verdrängung!
Rezepte für eine erfolgreiche Rückschau
von Christiane Philipps


Auch IT-Administratoren arbeiten agil
Kanban und Agilität bieten Flexibilität ohne Chaos
von Kai Lippok, Susanne Reppin


Kommunikation


Was uns die Geschichte lehrt
Die Vorteile von Storytelling in (agilen) Projekten
von Holger Koschek


Kulturelle Herausforderungen in verteilten Teams
Buchauszug
von Jutta Eckstein


Scrum mit Outsourcing-Teams
Mit der „verlängerten Werkbank“ die Ziele erreicht
von André Neubauer, Frank-Andreas Janisch


Business Case für Agilität
Rechnet sich der Einsatz von agilen Methoden?
von Andreas Ebbert-Karroum, Mirko Novakovic


Nur Wandel hat Bestand
Change Management zur Einführung agiler Methoden
von Michael Georg Grasser, Helmut Aschbacher


Agilität durch Lernen
Flankierende Maßnahmen in agilen Projekten –ein psychologischer Diskurs
von Michael Tute, Johannes Wiethölter


Der Kritiker sorgt für die Qualität
Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Stark


Architektur


Flexible Architekturen
Mit Handwerkskunst zukunftssichere Systeme bauen
von Stefan Roock


Agil oder ingenieurmäßig?
Agile Entwicklung im Vergleich mit anderen Branchen
von Uwe Friedrichsen


Enterprise SOA Security
Lösungsmuster, Teil 2
von Dr. Dirk Krafzig, Jost Becker, Oliver Mahnke und Ilja Pavkovic


Bücher


Liebe Leserinnen und Leser,




Diese Ausgabe von Business Technology ist dem Thema Agilität gewidmet. Da in agilen Methoden die Kommunikation zwischen den Menschen eine zentrale Stelle einnimmt, ist auch dieses Editorial ein Gespräch mit Jutta Eckstein, der „Grande Dame“ der agilen Szene in Deutschland. Sie ist seit über fünfzehn Jahren als Beraterin, Sprecherin und Autorin aktiv.



Jutta, nach vielen Jahren zeigt sich jetzt an der steigenden Zahl der Projekte, dass die agilen Entwicklungsmethoden in der Industrie angekommen sind, kannst du kurz beschreiben, was Agilität auszeichnet und der Kern des Erfolgs ist?
Agilität zeichnet sich durch den ständigen Fokus auf die Maximierung des Geschäftswerts aus. Alles andere leitet sich davon ab: Zum Beispiel erstellen wir mit jeder Iteration – also typischerweise alle zwei Wochen – ein lauffähiges Produkt mit dem höchstmöglichen Geschäftswert. Durch regelmäßige Rückkopplung mit den Kunden gewährleisten wir, dass das System auch tatsächlich diesen momentan höchstmöglichen Geschäftswert beinhaltet und nicht irgendetwas, das man evtl. irgendwann – oder auch nie – benötigt. Den Kern des Erfolgs einer agilen Vorgehensweise sehe ich vor allem darin, dass durch diese ständigen Rückkopplungen Risiken schneller sichtbar werden und sich Probleme nicht verstecken lassen. Dabei können sich sowohl die Risiken als auch die Probleme auf die unterschiedlichsten Bereiche beziehen: z.B. auf die Funktionalität, die eingesetzte Technologie, die Entwicklungsgeschwindigkeit oder auch die Qualität des Systems.


Viele Artikel in dieser Ausgabe lesen sich wie Erfahrungsberichte und vermitteln eindrücklich, dass die Kommunikation, die Verantwortung des Einzelnen und des Teams eine zentrale Rolle spielen – warum ist das gerade in agilen Projekten so?
Dieser Eindruck ist richtig – agile Softwareentwicklung erfordert eine hohe Eigenverantwortung von den Mitarbeitern. Diese muss man entsprechend einfordern, aber v.a. auch fördern und ermöglichen. Die Entwickler sind zum Beispiel nicht nur für die Schätzungen verantwortlich, sondern auch für die Aufstellung und Erfüllung des Iterationsplans. Weiterhin sind die Entwickler verantwortlich für die Qualität und die Einhaltung der Regeln (wie z.B. die Verifizierung jedes Produktivcodes durch Tests). Zusätzlich liegt es in der Verantwortung des gesamten Teams, regelmäßig (typischerweise nach Abschluss jeder Iteration) die eigene Arbeitsweise zu hinterfragen und Strategien zu entwickeln, wie es als gesamte Einheit effektiver werden kann. Für diese ständige Verbesserung dient agilen Teams die Retrospektive.


Hat sich die Welt durch Agilität verändert – und was ist deine Motivation und deine Belohnung, die dich veranlasst, als Agilistin in der Industrie mitzumischen?
Auch wenn ich es mir wünschen würde, bin ich nicht so vermessen zu glauben, dass wir durch Agilität dem Weltfrieden ein Stück näher gekommen wären. Aber ich sehe die Agilität als Teil einer größeren Entwicklung, bei der es darum geht, mehr Verantwortung zu übernehmen, eine höhere soziale Kompetenz einzufordern sowie die Idee der lernenden Organisation als Schlüssel zum Erfolg zu sehen. Neben der Agilität gehören zu dieser Entwicklung unter anderem Lean (v.a. auch außerhalb der Softwareentwicklung), Kaizen (japanisch – kontinuierliche Verbesserung) als Managementstrategie oder auch das EU-Programm zu Corporate Social Responsibility (http://www.csrgermany.de). Ich will jedoch auch nicht verschweigen, dass es dazu entgegengesetzte Entwicklungen gibt – insbesondere solche, die zur momentan vorherrschenden Krise geführt haben. Aber zurück zur Agilität. Sie wird von vielen als eine Vorgehensweise betrachtet, die sich am gesunden Menschenverstand und nicht an Dogmen orientiert. Gerade auch durch die höhere Eigenverantwortung und die ständige Rückkopplung werden darüber hinaus nicht nur qualitativ bessere Produkte entwickelt, sondern es wird auch der Spaßfaktor – und dadurch auch die Motivation– während der Entwicklung massiv erhöht. Allein das ist es doch schon wert, so eine Vorgehensweise zu ermöglichen.


Danke für diesen kleinen Einblick in ein großes Thema.



Wir wünschen Ihnen viel Spaß, viele interessante Erfahrungen und viel Erfolg mit Ihren Projekten.


Jutta Eckstein und Mirko Schrempp, Redakteur


Kommentare, Anregungen und Ideen sind uns immer willkommen unter: redaktion@bt-magazin.de



Weitere Ausgaben

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -