Entwickler Magazin 2.17

Der Widerspenstigen Zähmung

Erhältlich ab: Februar 2017
Umfang: 100 Seiten
Autoren / Autorinnen:
Olena Bochkor, Carsten Eilers, Marko Fliege, Lars Gregori, Prof. Dr. Volker Gruhn, Sven Haiges, Tam Hanna, Dr. Veikko Krypczyk, Marcel Naujeck, Danny Reinhold, Alexander Rudolph

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Klappern gehört zum Handwerk
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Digitalisierte Finanzprozesse als Erfolgsfaktor

Gut vorgesorgt
Teil 2: Die Aspekte des modernen IT-Risikomanagements im Überblick

Der Widerspenstigen Zähmung
Agilität ist in Großunternehmen angekommen

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Coding for Kids
Kinder an die Programmierung heranführen

„Heutige Erstklässler sollen die Schule als souveräne Nutzer von digitaler Technologie verlassen.“
Calliope mini: Digitalisierung in die Schule bringen

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Viele Knoten führen zum Ziel
Mit Node-RED IoT-Prototypen erstellen

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Development

Besuch auf dem Vulkan
Die GPU meldet sich zu Wort

Security

Autos – so angreifbar wie nie
Immer mehr IT in Autos macht diese immer angreifbarer

„Das traditionelle Schwarz-Weiß-Denken in Unternehmen wird immer mehr aufgebrochen.“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

manch einem mag aus dem Englischunterricht in der Schule noch das ein oder andere Stück des englischen Dramatikers William Shakespeare bekannt sein. Egal, ob Tragödie oder Komödie, Shakespeare weiß auch heute noch viele Leser und Theatergänger zu begeistern – und dabei nicht nur zu unterhalten, sondern vielleicht auch einige Lehrstunden mit auf den Weg zu geben. So zeigt zum Beispiel die Komödie „The Taming of the Shrew“ – zu deutsch: „Der Widerspenstigen Zähmung“ – worauf es in einer (nach damaligem Standard) „guten“ Ehe ankommt. So durchläuft die Protagonistin Katherine einen deutlichen Wandel: Weg von der widerspenstigen, Männer in die Flucht schlagenden Frau hin zur gehorsamen Ehefrau, die ihrem Ehemann sogar eine Wette gewinnt und damit einiges an Geld beschert. Katherine wurde „gezähmt“ – der widerspenstigen Zähmung eben.

Gut, nun ist derlei Ehestandard mittlerweile natürlich längst überholt und über die Interpretation des Stücks kann man lange streiten, deutlich ist aber, dass Veränderung im Vordergrund steht. Nun mögen sich einige fragen, was das mit Softwareentwicklung zu tun hat? Gibt es da überhaupt Überschneidungen? Je nachdem, unter welchem Gesichtspunkt man Shakespeares Klassiker betrachtet, gibt es die tatsächlich – nämlich beim Einzug von Agilität in Großunternehmen. Genau damit beschäftigt sich auch das Titelthema dieser Ausgabe des Entwickler Magazins.

Die Art und Weise, wie Unternehmen Software entwickeln, verändert sich derzeit grundlegend – und das bringt für alle Beteiligten an Softwareprojekten deutliche Veränderungen mit sich. Traditionell gibt es ein reines Schwarz-Weiß-Denken in vielen Unternehmen, das seit einigen Jahren durch die Einführung von agilen Methoden in zuvor klassisch nach Wasserfallmethodik arbeitende Softwareteams aufgebrochen wird. Es stehen sich dabei zum Beispiel Planungssicherheit und die schnelle Umsetzung von Softwareprojekten gegenüber. Auch die Frage, ob Softwarelösungen Schritt für Schritt erarbeitet werden, oder Entwickler lieber genauen Spezifikationen folgen sollen, sorgt für Diskussion in Unternehmen, die Agilität in ihre Entwicklungsprozesse integrieren wollen.

Wie so oft, trifft man sich hierbei am besten in der Mitte und verbindet beides miteinander, um die Vorteile der Nutzung von agilen Methoden mit Planungssicherheit zu verbinden. Dabei ist es wichtig, Agilität nicht einfach nur „drüberzustülpen“ und von jetzt auf gleich alle bisherigen Arbeitsweisen über Bord zu werfen. Dass das nicht funktioniert, dürfte klar sein. Stattdessen muss Agilität nach und nach integriert werden – am besten, indem der CIO und die Führungsetage die neuen Methoden für alle Bereiche des Unternehmens dirigieren. Oder wie Prof. Dr. Volker Gruhn es in seinem Artikel nennt: die Agilität zähmen. Denn ähnlich wie Katherine durch ihren neuen Gehorsam ihrem Mann zu Geld und Wohlstand durch eine gewonnene Wette verhilft, entfaltet, so Gruhn, erst gezähmte Agilität ihre volle Wirkung. Und dann steht der erfolgreichen Umsetzung von agilen Methoden in Großunternehmen eigentlich nichts mehr im Weg. Zumindest in der Theorie. Die Praxis ist dann nämlich noch mal eine vollkommen andere Geschichte …

Ihre Stefanie Schäfers


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