Entwickler Magazin 4.04
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Mobile Computing

Erhältlich ab: Juni 2004
Umfang: 100 Seiten Seiten

Tools & Reviews


Tools


Filemaker 7
unter die Lupe genommen


Reviews


Notizen zu C++
Samba 3.0
Borland Delphi 7 Kochbuch


Titelthema


Mobile Computing 
Ubiquitous Computing: Agenten und eWallets


Datenbanken


Importware
Daten-Migration nach InterBase


Dokumentenverwaltung
Volltextsuche beim ADS 7


Nachrichtendienst 
Anwendungen mit den SQL Server Notification Services


Delphi


CodeCharge Studio
Codegenerator und visuelle Entwicklungsumgebung


Der Augenblick 
OO-Persistenzlayer InstantObjects im Visier


Hilfsmittel
Ressourcen unter Kylix und Delphi.NET


Tipps & Tricks


Tipps & Tricks
...aus dem Entwickler-Forum



C++ & C#


SQL – Sprich mit mir
MySQLDAC-Komponente für C++Builder


Service-Angebote
Delphi 8 for .NET und ASP.NET Web Services


Geschickt eingefädelt
Threads in C#-Programmen


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Digitale Zahlungsbegleiter für jede Gelegenheit?


Schneller & besser
Qualitätssteigerung durch Bug Tracking


Prozessordnung
Geschäftsprozessmodellierung mit ARIS


Kopierschutz-Marktübersicht
Lösungen für Codeschutz & Digital Rights Management


3D-Welten – Teil 4
Spiele-Programmierung mit VB.NET und Direct3D




"Alles wird gut!"




Liebe Leserinnen und Leser,



Der diesjährige Frühling bot der IT-Welt – in diesem Falle auch und vor allem der Welt des Windows- und .NET-Development (weshalb sich an dieser Stelle auch ausnahmsweise die Stimme der Schwesterpublikation dot.net magazin meldet ) – einiges an unerwarteten Wendungen. Und im Gegensatz zu einem großen Teil der Überraschungen des letzten Jahres, die häufig aus dem auch für die IT schlechten Wirtschaftsklima und dem immer härter werdenden Konkurrenzkampf resultierten, wurden wir in diesem Fall mit Neuigkeiten konfrontiert, die tendenziell einen neuen Willen zur konstruktiven, zukunftsgerichteten Kooperation traditionell befeindeter Lager zu dokumentieren scheinen.


MS liebt Sun


Der spektakulärste Coup der letzten Monate war natürlich die umfassende Einigung der Erzrivalen Sun und Microsoft, personifiziert durch Sun-Chef Scott McNealy und Microsoft CEO Steve Ballmer, die in einem symbolischen Akt sogar vor den Augen der Welt Hockey-Shirts austauschten. Für Entwickler (aber auch das an Investitionsentscheidungen beteiligte ITManagement) interessant: Neben der im Zentrum des Deals stehenden Beilegung aller juristischer Streitigkeiten (inklusive des aktuellen EU-Verfahrens) gab es ein klares Committment beider Seiten für die Verbesserung der Interoperabilität zwischen den jeweiligen Produkten (seien es Servertechnologien oder die Office-Produktivitätstools) sowie zwischen den beiden Enterprise Software-Plattformen .NET und Java. Details hierzu – geschweige denn technische – wurden bislang noch nicht bekannt. Aber je stärker .NET im Enterprise-Markt Fuß fasst bzw. Anteile hinzugewinnen will, um so höher wird das Interesse an einer vernünftigen Interoperabilität mit den J2EE-basierten Applikationen, für die viele Unternehmen beträchtliche Summen ausgegeben haben und die so schnell nicht verschwinden werden. Die Art der Konkurrenz zwischen Redmond und der wirtschaftlich schwer angeschlagenen – und jetzt unter anderem durch die fast zwei Milliarden Dollar aus der Microsoft-Kasse am Leben gehaltene – Java-Company wird sich also grundlegend wandeln und zukünftig vielleicht eher der Kooperation/Konkurrenz mit Unternehmen wie  Apple gleichen. Auf die zum Teil extrem erheiternden Anti-Microsoft-Hasstiraden McNealys wird man jedoch für die nächste Zeit wohl verzichten müssen.


MS liebt Open Source


Wetterte Steve Ballmer einmal nicht gegen Sun, so legte er sich im Zweifelsfall gerade mit dem Linux- bzw. Open Source-Lager an. Aber auch hier kündigt sich ein partieller Sinneswandel an. Nachdem Microsoft seit geraumer Zeit sein so genanntes Shared Source- Programm, also die Gewährung der Einsicht in Teile des Windows-Quellcodes für ausgewählte Partner und Institutionen, forciert und ja zum Beispiel auch eine offene Implementierung eines Teils der C#/CLI in Form von Rotor vorliegt, gab es jetzt das erste Release einer Microsoft-Software – des Windows Installer XML (WiX) Toolkits – unter einer „echten“ Open Source-Lizenz und über eines der populärsten Repositories für Open Source Projekte, SourceForge (siehe hierzu den Artikel in dot.net magazin 6.2004). Bei der gewählten Lizenz handelt es sich nicht um die von Ballmer im Speziellen angegriffene, extrem restriktive GPL (GNU General Public License), sondern die flexiblere, von IBM entworfene CPL (Common Public License), die die Waage zwischen der Möglichkeit zur Modifizierung und freien Weitergabe von Quellcode und Schutz geistigen Eigentums zu halten sucht. Dennoch hat der Schritt symbolischen Wert: Ähnlich wie das Sun-Agreement scheint er von einer Abkehr von zum Teil „ideologischer“ Konfrontation hin zu einer wesentlich pragmatischeren, strategischen Kooperation mit den Regionen der Software-Welt, die traditionell nicht zur Festung Microsoft zählen, anzudeuten. Für Entwickler wie Kunden wäre dies sicher ein Gewinn.



In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen!


Dr. Stefan Wunderlich
Chefredakteur dot.net magazin



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