Entwickler Magazin Spezial Vol. 12: Agile

Agile

Erhältlich ab: Mai 2017
Umfang: 100 Seiten
Autoren / Autorinnen:
Sabine Bauer, Gerrit Beine, Olena Bochkor, Matthias Bohlen, Andreas Christian Fischer, Roland Golla, Prof. Dr. Volker Gruhn, Dr. Veikko Krypczyk, Benjamin Lanzendörfer, Andreas Maier, Thorsten Maier, Tim Neugebauer, Heidi Oltersdorff, Dominik Rost, Hartmut Schmitt, Martin Schmitz-Ohrndorf, Julia Schmidt, Ulf Schneider, Robin Sedlaczek, Dennis Wilson

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AGILITÄT IN UNTERNEHMEN

Der Widerspenstigen Zähmung
Agilität ist in Großunternehmen angekommen

Stillstand ist der Tod
Agilität – eine Grundvoraussetzung für funktionierende Digitalisierung

Auf dem Vormarsch
Agile Methoden in IT-Projekten

Agil genug für die digitale Zukunft?
Agilität in der Organisationsstruktur

Gemischtes Doppel
Wie sich UX-Design erfolgreich in den Scrum-Prozess integrieren lässt

METHODEN

Neue Wege zur Kreativität
Kreative Lösungen suchen und  nden mit Design Thinking

Messbar mehr Qualität
Optimierte Agilität durch Best Practices

Leichtgewicht statt unflexibler Klotz
Kontinuierlich Feedback mit Prototyping einholen

Im Rückwärtsgang Domänen erforschen
Mehr Dynamik mit Event Storming

Energieschub für müde Produktentwickler
Wie fünf Tage alles verändern können

Der Product Owner im Casino
Backlogs priorisieren mit Costs of Delay und Monte-Carlo- Simulationen

CODING PRACTICES

Weniger ist mehr
Minimalismus für Softwareunternehmen

Never code alone
Pair Programming als Ausweg aus der Qualitätsfalle?

Force Feedback Programming
Sauberer Code? Gezwungenermaßen

Die Entwickler machen lassen
Qualitätsstandards als Communityaufgabe

TEAMWORK

Crossfunktionale Teams
Aktiver Wissenstransfer im Team ist notwendig

Vier Augen sehen mehr als zwei
Effektiver Einsatz von Codereviews

Was sich am einfachsten ändern lässt: Sie selbst!
Teamstruktur durch skalierte Agilität verbessern

Agil leben und arbeiten

Wie agil ist eigentlich Ihr Leben? Damit meine ich nicht, wie agil die Softwareentwicklung in Ihrem Broterwerb so läuft, sondern wirklich Ihr Leben. Oder anders gefragt: Haben Sie schon einmal versucht, agile Praktiken auf Ihr Privatleben anzuwenden? Ich habe meinem Freund schon öfter angedroht, ein Kanban Board für die Hausarbeit aufzustellen, wenn er nicht bald die Wäsche wegräumt. Also bunte Zettel, die ihn ermahnen, anstatt als Wink mit dem Zaunpfahl den Playstation-Controller im Wäschekorb zu verstecken. Einziges Problem: Ich müsste ihm dann ganz un-scrumig Aufgaben zuweisen, sonst weiß ich nämlich, wer immer die Wäsche machen darf. Sicherlich sind Ihnen im Berufsalltag auch schon Entwickler begegnet, die sich immer die Rosinen rauspicken und die nervigen Arbeiten ignorieren. Da kann man direkt Know-how-Transfer betreiben.

Aber Spaß beiseite: Ich bin für mehr Agilität in allen Lebens- und Arbeitsbereichen. Und damit stehe ich nicht allein da. Denn eines der Erfolgsgeheimnisse der agilen Grundsätze ist, dass sie sich eben nicht nur auf die Softwareentwicklung anwenden lassen. Nur das mit der „funktionierenden Software“ muss man individuell anpassen. Deswegen sind auch Tools wie der Chat Slack, das virtuelle Kanban Board Trello oder die To-do-Listen-App Wunderlist so erfolgreich. Das große Wachstum dieser Tools liegt nicht an den IT-Abteilungen allein. Sie helfen dabei, agile Ideen zur besseren Interaktion und Kommunikation aktiv auch jenseits der Codemanufakturen umzusetzen. Werbeagenturen nutzen es, um den Überblick über große Kampagnen zu behalten, Ingenieure, um ihre Hardwareprojekte zu beschleunigen, ebenso wie ihre Kollegen aus der Software.

Und dabei fühlt es sich ganz natürlich und sinnvoll an, große Projekte in kleine Schritte zu zerlegen, mehr mit Kollegen oder Kunden zu kommunizieren und auf Veränderungen flexibel zu reagieren. Manchmal frage ich mich, wie man das jemals anders machen konnte, so einleuchtend ist das.

Agile kann und darf also nicht an der Tür zur Softwareabteilung aufhören. Dann gibt es auch quer durch das Unternehmen keine Zäune mehr, über die plötzlich Aufgaben geworfen werden. Jetzt redet man zumindest vorher darüber. Ein schöner Nebeneffekt: Mehr Kommunikation bedeutet auch oft mehr Verständnis für die Sorgen und Nöten des Gegenübers. Es führt zu besseren Lösungen, wenn man die Hintergründe eines Problems nachvollziehen kann, weil man sowohl die Möglichkeiten als auch die Restriktionen dieser speziellen Aufgabe – zumindest grob – kennt. Wenn also das nächste Mal das Marketing mit Fragen nervt oder der Support rumnörgelt, dass irgendwas nicht schnell genug passiert, denken Sie darüber nach, ob die ebenso agil wie Sie arbeiten. Und falls sie es nicht machen, wie man sie vielleicht dazu bekommen könnte.

Ein befreundetes Pärchen hat das agile Wäscheproblem übrigens ganz anders gelöst. Sie haben jetzt eine Putzfrau. Wie die sich organisiert, ist dann ihre Sache. Dafür haben sie jetzt ein Trello Board für das Projekt Hauskauf. Mal abwarten, wie agil das wird.

Viel Spaß bei der Lektüre

Melanie Feldmann
Redakteurin


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