Einblicke in den Facebook-Newsfeed-Algorithmus
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Dass Algorithmen über die Relevanz und den Erfolg von Online-Content entscheiden, ist nichts neues und wird vielleicht nirgends so deutlich wie beim Newsfeed-Algorithmus von Facebook. Bei den Teilnehmern ein besseres Verständnis für diesen Newsfeed-Algorithmus und seine Einflussfaktoren zu schaffen war das Ziel von Philipp Roth, Gründer von AllFacebook.de, in seiner Session „Wenn ein Algorithmus über die Relevanz und den Erfolg entscheidet – ein Einblick in den Facebook-Newsfeed-Algorithmus“.

Wollen Firmen mit Facebook-Beiträgen Reichweite erzielen, sollten sie wissen: Reichweite gibt es heutzutage praktisch nur noch im mobilen Newsfeed, der Desktop kann im Prinzip ignoriert werden. Die eigentliche Unternehmensseite kann sogar komplett vernachlässigt werden, ihr Reichweitenanteil liegt in der Regel unter einem Prozent.

Im Durchschnitt liegt die organische Reichweite von Posts heutzutage bei um die zwei Prozent. Sprich: Man erreicht mit einem Beitrag ledigliech zwei Prozent seiner Fans. Ausnahmen bestätigen die Regel und diese Ausnahmen werden durch unterschiedlichste Faktoren beeinflusst.

Aber warum gibt es überhaupt den Newsfeed-Algorithmus? Ganz einfach: Ohne ihn sähe der durchschnittliche Newsfeed aus wie ein E-Mail-Posteingang, in dem jeden Tag über 1.000 E-Mails eintrudeln – völlig unattraktiv! Weil Facebook aber unbedingt einen relevanten Newsfeed will, der Nutzer dazu motiviert, wieder zu kommen, gibt es den Newsfeed-Algorithmus.

Wie genau dieser funktioniert, ist natürlich nicht öffentlich. Aber es gibt bekannte Faktoren, die man kennen sollte. Die drei großen sind:

  • Affinity: Der Faktor berücksichtigt unter anderem wie das Verhältnis zwischen Sender und Empfänger ist. Handelt es sich bspw. um gute oder schlechte Freunde (auf Interaktionsebene)? Auf Unternehmen übertragen: Es ist wichtig wie Leute mit der Firma interagieren.
  • Weight: Wie wichtig und wie interaktiv ist der Beitrag? Hier sind insbesondere die ersten Minuten sehr wichtig, die der Beitrag online ist.
  • Decay: Der Zeitpunkt, zu dem der Beitrag veröffentlicht wurde. Facebook möchte möglichst hohe Aktualität.

Wichtig: Interaktionen sind nicht nur Likes, Comments und Shares, sondern Facebook misst auch, ob drauf geklickt wurde oder auch ob der Nutzer beim Scrollen angehalten hat.

Wie Googles Suchergebnisalgorithmen ändert sich auch der Newsfeed-Algorithmus von Facebook regelmäßig. Einige Beispiele: Seit April 2014 analysiert Facebook den Inhalt von Links. Auch einfach nur kopierte virale Inhalte werden als weniger relevant betrachtet. Das Betteln um Likes wird ebenfalls seit Frühjahr 2014 abgestraft. Und seit Juni 2015 wird die Lesedauer mit einberechnet.

Bei allen Optimierungen sollte man sich vor allem folgendes merken:

Scheiss Content bleibt scheiss Content. Tricks sind nicht erlaubt und funktionieren immer seltener.

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