The Ethics of Virtual Reality
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Virtual-Reality-Hardware ist mittlerweile für jeden kommerziell erhältlich. Die Technologie wird mit großer Begeisterung angenommen – im Bereich Education, Therapie und ganz klar Unterhaltung. Doch wie sieht es eigentlich mit den potenziellen Risiken von VR aus?

Dr. Michael Madary von der Uni Mainz spricht in seiner Keynote „The Ethics of Virtual Reality“ über genau diese Gefahren. Denn abgesehen von den bekannten unschönen Effekten wie Motion Sickness ist auch der Blick auf die ethischen Risiken von Virtual Reality wichtig. Je weiter die Entwicklung von VR voranschreitet und je besser die virtuelle Umgebung wird, desto mehr vermischen sich auch die beiden Ebenen – was uns vor neue Herausforderungen stellt.

Für manche Personen vermischt sich etwa VR und echte Welt so stark, dass sie den Unterschied nicht länger erkennen können und Erfahrungen aus der virtuellen Realität in unsere Welt übertragen. Madary erwähnte als Extrem-Beispiel den Mord an einem Gamer, der die (virtuelle) sehr wertvolle Waffe seines Freundes via Ebay verkaufte. Von solchen Extremen einmal abgesehen, wird das menschliche Gehirn aber noch auf vielfältige Art und Weise herausgefordert:

VR can create:

  • … the place illusion
  • … an illusion of embodiment

Durch solche Erfahrungen könnten beispielsweise Zwangskrankheiten oder Angstzustände gelindert werden; aber auch das Schlüpfen in andere Personen via Avatar kann etwa dabei helfen, (rassistische) Vorurteile abzubauen. Jedoch sollten sich Nutzer immer bewusst sein, dass es sich bei VR eben nicht um die Realität handelt, sondern nur um eine Erweiterung ebendieser.

Zudem ist natürlich auch der mögliche Verlust der Privatsphäre nicht von der Hand zu weisen: Durch Motion Capturing wird der gesamte Mensch vermessen und „katalogisiert“ und ist auf diese Weise eindeutig zu identifizieren. Daneben bleiben noch weitere offene Fragen: Wie ist mit der Erschaffung von Avataren von Toten oder Verbrechen in der Virtual Reality umzugehen?

Michael Madary hat gemeinsam mit Thomas Metzinger einen ersten Code of Conduct für Virtual Reality entworfen, in dem genau diese Fragen thematisiert werden – die Lektüre lohnt sich! Dabei stellen sie auch heraus, dass VR in keinem Fall echten sozialen Kontakt ersetzen kann.

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