Wir hassen Open Source. Oder doch nicht?
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„Linux ist ein Krebsgeschwür“, sagte Steve Ballmer bekanntlich vor etwa fünfzehn Jahren, und meinte damit nicht nur Linux selbst, sondern auch die Ideen von Open Source, die sich mit Linux in bis dahin unbekannter Weise verbreiteten. Heute lenkt sich Ballmer beim Basketball von diesem historischen Unfug ab, und Open Source hat die Welt erobert.

In seiner Keynote „Wir hassen Open Source. Oder doch nicht?“ spricht Oliver Sturm über Microsofts Wandel hin zu einer Open-Source-Kultur und erklärt, welche Bedeutung das für Entwickler hat.

Mittlerweile sind die gemeinnützigen, gar kommunistisch anmutenden Ideen aus keinem Bereich der Softwareindustrie mehr wegzudenken, und speziell Microsoft macht regelmäßig Schlagzeilen mit drastischen Schritten in diese Richtung. Angefangen hat die ganze Open-Source-Bewegung bereits 1983 mit Richard Stallmans GNU Project, das das Free Software Movement einläutet. „Free“ soll dabei nicht für den Preis stehen, sondern bezieht sich vielmehr auf den Begriff „Freedom“.

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Bis zum offiziellen Begriff Open Source war es ein weiter Weg: Erst 1998 wird er erstmals verwendet und die Open Source Initiative gegründet. Dem gingen nicht nur Bemühungen seitens Stallman voran, sondern auch Linus Torvalds engagierte sich stark für diese Bewegung – wenn auch nicht immer mit gleicher Meinung wie Stallman.

Microsoft und Open Source?

Kaum zu glauben, aber wahr: Auch Microsoft beschäftigte sich bereits 1998 mit der Open-Source-Szene und erkannte das Potenzial dieser Bewegung. Doch dann kam, wie bereits erwähnt, Steven Ballmer, dem Linux und die damit einhergehende Open-Source-Bewegung nicht ganz grün war – und Open Source war erst einmal wieder Geschichte.

Erst 2007 wurden bei Microsoft wieder Anstrengungen unternommen, sich in Open Source zu engagieren; 2011 stellte MS dann dem Samba-Projekt Code zur Verfügung und avancierte zum fünftgrößten Contributor zum Linux-Kernel. Mittlerweile führt der Software-Riese auf GitHub die Rangliste mit rund 2.000 MS-Repositories an. Der Amtsantritt von Satya Nadella hat offensichtlich zu einem enormen Umdenken geführt.

Und wie sieht’s anderswo aus? Bereits 2010 verwendeten 98 Prozent der befragten Firmen Open-Source-Software. Das hat auch Einfluss auf Ihren Alltag als Entwickler, aber in vielen Firmen wird Open Source noch immer missverstanden und missbraucht. Denn viele Unternehmen nutzen zwar das Angebot, tragen aber aktiv nichts bei und behalten Änderungen für sich. Doch wie Oliver Sturm sagt: Mitmachen ist jetzt Pflicht, und das muss auch der Chef einsehen!

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