Thomas Mahringer DCCS

Agile, für die digitalisierte Welt geeignete Projektorganisationsformen eignen sich hervorragend für dualistische Debatten

Wir neigen dazu, an essenzielle Themen mit einem gewissen Dualismus heranzugehen. „0 oder 1“, „dafür oder dagegen“, „Freund oder Feind“. Agile, für die digitalisierte Welt geeignete Projektorganisationsformen eignen sich hervorragend für dualistische Debatten. Gartner befürwortet bimodal, Forrester kritisiert es. Lassen Sie uns gemeinsam hinter die Fassade der Diskussion sehen und erkunden, ob es nicht doch einen pragmatischen Mittelweg gibt.

Ausgehend von der Lean Production Taiichi Ōnos haben sich agile Prinzipien ihren Weg in die Softwareentwicklung gebahnt. Natürlich nicht als soziologische und humanistische Spielwiese, sondern aus ökonomischer Notwendigkeit heraus. Die überstrapazierten Schlagworte Disruption, Industrie4.0 und Forschungsausverkauf machen Angst, doch gleichzeitig sind die Chancen für Ingenieursstandorte wie Deutschland, Österreich und die Schweiz nach wie vor groß. Aber ohne eine drastische Anpassung von Mitarbeiterentwicklung, Prozessen und Systemen lassen sich die Spannungsfelder Geschwindigkeit – Innovation – Effizienz und Effektivität nicht mehr unter einen Hut bringen. Jedes für sich ist notwendig, aber nicht hinreichend – darüber besteht Einigkeit, über den Weg zu ihrer gemeinsamen Umsetzung hingegen ganz und gar nicht. Werfen wir zuerst einen Blick auf die Herausforderungen der digitalen Beschleunigung und Lösungsansätze, die sich mit dem Buzzword bimodal beschreiben lassen.

Speed Kills, oder die unterschätztesten Funktionen der Welt

Die Wurzel des Übels für die treibende Geschwindigkeit von disruptiven Themen sind die am meisten unterschätzten Funktionen der Welt: Exponentialfunktionen. Bei einer Exponentialfunktion findet sich die veränderliche Größe im Exponenten. Eine Wachstumsfunktion ist beispielsweise definiert durch:

Endgröße = Ausgangsgröße * (1 + Wachstumsrate)Zeit.

Viel interessanter ist oft die Frage, wie lange es dauert, bis sich etwas verdoppelt oder ver-x-facht. Das lässt sich mit einfachster Schulmathematik durch die Umkehrfunktion der Exponentialfunktion berechnen, mit dem Logarithmus zur Basis (1 + Wachstumsrate) des Faktors x:

Zeit bis zur Ver-X-Fachung = Log (1 + Wachstumsrate) x

Das bedeutet zum Beispiel bei einer Wachstumsrate von 10 Prozent eine Verdoppelung innerhalb von 7,27 Jahren oder eine Verzehnfachung innerhalb von 24,16 Jahren. Das Wachstum demnach schrammt zunächst asymptotisch an der Ausgangslinie, explodiert aber ab einem gewissen Zeitpunkt regelrecht. Unser Gehirn kann exponentielles Wachstum schlecht visualisieren, da es in der makroskopischen Alltagswelt selten vorkommt.

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Business Technology 2.18 - "Die Ordnung aufgeben"

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579843964Agil und bimodal = labil und bipolar?
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