Norman Christ PPI AG

Nach unserer Überzeugung ist Agilität ein wichtiger Erfolgsfaktor, um den hohen technischen Anforderungen und den zunehmend volatilen Marktanforderungen dauerhaft gerecht werden zu können.

Ein kommerzielles Softwareprodukt jahrzehntelang wirtschaftlich erfolgreich zu entwickeln ist eine Herausforderung, vor allem, wenn externe Rahmenbedingungen unflexibel sind. Durch eine geeignete Kombination bewährter agiler Prinzipien und Praktiken versuchen wir, unser Vorgehensmodell bestmöglich auf die Projekterfordernisse auszurichten und im Sinne eines Mix and Match weiterzuentwickeln.

Wir entwickeln ein internetbasiertes Zahlungsverkehrsprodukt für Firmenkunden, das an internationale Großbanken und Rechenzentren vertrieben wird. Als verteiltes System basiert es auf einer Schichtenarchitektur, bei der ein interaktives Ajax-Web-Frontend auf Basis des Java-Webframeworks ZK die Zugriffe an ein Web Service Backend weiterleitet. Das auf einem Spring-Hibernate-Stack basierende Backend stellt im Zusammenspiel mit einem Datenbanksystem die Geschäftslogik bereit. Die Web Services haben wir mit dem Web-Service-Framework Apache CXF realisiert.

Wir sind mit einem sehr langen Produktlebenszyklus konfrontiert und müssen sicherstellen, dass sich unsere Software langfristig wirtschaftlich weiterentwickeln lässt. Trotz statischer Rahmenbedingungen möchten wir unser Produkt auf Basis der Werte und Prinzipien des Agilen Manifests entwickeln, um von den Vorteilen des agilen Vorgehens profitieren zu können. Unter Agilität verstehen wir dabei insbesondere die Grundhaltung, dauerhaft anpassungsfähig zu sein und in eigenverantwortlichen Teams nach dem bestmöglichen Entwicklungsergebnis zu streben. In diesem Sinne muss auch das Vorgehensmodell selbst immer wieder aktiv hinterfragt und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Ziel sollten dabei schlanke, agile Prozesse sein, die unter den aktuellen Rahmenbedingungen bestmögliche Effektivität und Effizienz versprechen. Um diese Anpassungsfähigkeit im Projekt zu verankern, müssen die Beteiligten diese agilen Werte im Rahmen einer Projektkultur leben. Auch das übergeordnete Management muss von diesem Ansatz überzeugt sein und dem Projektteam die nötigen Gestaltungsspielräume einräumen. In dieser Artikelserie stellen wir unser hybrides Mix-and-Match-Vorgehensmodell (MMV) in seiner aktuellen Ausgestaltung anhand der Entwicklung unseres vierten Releases vor.

Artikelserie

Teil 1: Einführung einer agilen Produktentwicklung mit Mix and Match
Teil 2: Umsetzung eines Mix-and-Match-Vorgehensmodells

Mit festgesetzten Rahmenbedingungen umgehen

Die Entwicklung unsers Produkts wird durch einen langfristig geplanten Produktreleasezyklus zeitlich getaktet. Jedes Release entwickeln wir im Rahmen eines Projekts in einem festen Zeitraum von etwa sechs Monaten. Funktionsumfang und Liefertermin werden dabei schon im Voraus mit den Kunden vertraglich geregelt. Diese Rahmenbedingungen sind unflexibel und entsprechen eher dem klassischen Projektmanagement, bei dem Umfang und Anforderungen vorab genau geplant werden (Plan-driven Development). Bei einer rein agilen Vorgehensweise werden lediglich Umsetzungszeitraum und Budget zu Projektbeginn fixiert, wohingegen der Umfang der Anforderungen auch noch während des laufenden Projekts mit den Kunden abgestimmt und gegebenenfalls angepasst wird. Unser Vorgehen entspricht dem agilen Vorgehen, was die Festlegung des Auslieferungstermins und des Budgets im Voraus betrifft. Doch obwohl auch wir uns regelmäßig mit unseren Kunden abstimmen, lässt sich der Gesamtfunktionsumfang (Scope) aufgrund der vertraglichen Festlegungen nicht ohne weiteres variieren, so wie es agile Vorgehensmodelle vorsehen (Vision-driven Development).

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Java Magazin 5.17 - "Spring 5"

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579793760Agile Produktentwicklung mit Mix and Match
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