Robert Angrisani ---

Die Finanzindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch.

Volkmar Klaußer FI-SP

Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Herangehensweisen: native Entwicklung und Webentwicklung.

Die Finanzindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Während etablierte Banken ihren primären Fokus auf das Erfüllen rechtlicher Auflagen und auf Kosteneinsparungen legen, drängen neue Wettbewerber in den Markt. Zu diesen Wettbewerbern zählen FinTechs, meist Unternehmen ohne Banklizenz. Sie verbinden innovative Technologien mit Finanzdienstleistungen und positionieren sich mit neuen Geschäftsmodellen im Markt.

Um Kundenabwanderungen, Umsatzeinbußen und den Verlust von Marktanteilen zu vermeiden, müssen sich etablierte Finanzinstitute mit den Entwicklungen des FinTech-Markts auseinandersetzen und neue Strategien entwickeln. Zum einen können sie Kooperationen mit ausgewählten FinTech-Unternehmen eingehen. Zum anderen können deren Vorgehensweisen analysiert, adaptiert und im Entwicklungsprozess neuer Produkte angewandt werden. Allein in Deutschland waren Ende 2015 über 300 FinTechs aktiv. Unter diesen kommt es aber auch regelmäßig zu Fusionen und Einstellungen der Geschäftstätigkeit.

Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, wie sich etablierte Player für die Herausforderungen des Markts wappnen: In der Wertpapierberatung verfügt die regional verwurzelte Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) über eine lange Tradition. Mit ihren rund hundertvierzig Filialen übernimmt sie innerhalb der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) das Privat- und Unternehmenskundengeschäft. Um die hohen fachlichen Ansprüche ihrer Privatkunden in der Wertpapierberatung zu erfüllen, führte die BW-Bank 2001 ein Direktbrokerage-Angebot ein. Im Jahr 2006 wurde es auf eine neue technologische Basis gestellt. Die Webanwendung ist für klassische PCs optimiert und wird seit ihrer Einführung kontinuierlich weiterentwickelt. Jedoch sind die Marktanteile klassischer PCs aufgrund der steigenden Beliebtheit von Smartphones rückläufig. So stieg zwischen 2013 und 2016 die Anzahl der Smartphonenutzer in Deutschland von 33 auf 49 Millionen. Der Anteil der PC-Nutzer wiederum stieg lediglich von 53 auf circa 55 Millionen an. Aus den sich wandelnden Marktverhältnissen leitete die BW-Bank einen akuten Handlungsbedarf ab. Gemeinsam mit ihrem strategischen IT-Partner, der Finanz Informatik Solutions Plus (FI-SP), begann die Planung des mobilen Brokerageangebots AssetGo. Die zu entwickelnde App sollte auf die Anforderungen bestehender und potenzieller Kunden optimiert werden.

Neue Vorgehensweisen gestalten

Aus vorangegangenen Digitalisierungsprojekten brachte das Projektteam Erfahrungen in der Kooperation mit FinTechs ein. In diesen Projekten bewährten sich agile Vorgehen, die das frühzeitige Erproben eines Minimum Viable Products (MVP) ermöglichten. Unter einem MVP verstand das Projektteam ein funktionsfähiges Produkt, das die Mindestanforderungen der Kunden erfüllt. Beim Erstellen des Produkts wurde deutlich, dass die Erwartungen der Kunden an FinTech-Start-ups meist nicht so hoch sind wie an etablierte Banken. Die Anwendung AssetGo musste daher bereits bei Markteinführung einen breiteren Funktionsumfang mitbringen, um von Kunden akzeptiert zu werden.

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Business Technology 2.17 - "DevOps"

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579800697Kundenzentrierte App-Entwicklung nicht nur im FinTech
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