Hartmut Schmitt HK Business Solutions GmbH

Die technischen Rahmenbedingungen bestimmen die möglichen Lösungen und haben damit einen Einfluss auf den Aufwand.

Michael Kläs Selbstständig

Das letzte Wort bei der Schätzung hat jedoch stets der Anwender, der für den Feinschliff der Schätzung verantwortlich ist.

Axel Kalenborn Selbstständig

Um den KMU-spezifischen Bedürfnissen im Rahmen der Aufwands- und Kostenschätzung besser gerecht zu werden, wurde im Forschungsprojekt Abakus eine Lösung entwickelt, der eine werkzeuggestützte, erfahrungsbasierte Schätzmethodik zugrunde liegt.

„Die Webseite muss eine komfortable Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bieten.“ oder „Sollten die Nutzer uns nicht sagen können, was sie von unseren Angeboten halten?“ Konzepter und Entwickler müssen oft anhand solch unspezifischer Aussagen ein konkretes Projekt planen und den Aufwand schätzen. Ohne eine strukturierte Herangehensweise ist das schwierig und fehlerträchtig. Die praxisorientierte Abakus-Methode hilft bei der erfahrungsbasierten Kalkulation von Softwareprojekten.

Die Überführung von Kundenwünschen in Anforderungen sowie in eine zuverlässige Aufwands- und Kostenschätzung sind grundlegende Voraussetzungen für den Erfolg von Softwareprojekten. In besonderem Maß gilt dies für Auftragsprojekte, die in Deutschland sehr oft von spezialisierten mittelständischen Unternehmen (KMU) durchgeführt werden. Wissenschaftlich validierte Methoden zur Aufwandsschätzung werden von den Projektverantwortlichen in KMU allerdings oft als zu sperrig und in ihrem Umfeld nicht praktikabel empfunden, wie wir bereits in unserem Beitrag im Entwickler Magazin 4.17 berichtet haben.

Die Folge ist, dass es in der Schätzpraxis der Unternehmen zu teils gravierenden Fehlern kommt. Selbst bei einer qualitativ hochwertigen Anforderungserfassung können Projekte dann schnell unrentabel werden, in Schieflage geraten oder sogar die Liquidität eines KMU gefährden. Sind die Anforderungen hingegen nicht präzise definiert, sondern liegen als eher vage Beschreibungen vor, beispielsweise in Form einer losen Sammlung von User Stories, verschärft sich die Problematik zusätzlich. Vor diesem Hintergrund startete Anfang 2016 das Forschungsvorhaben Abakus mit dem Ziel, eine erfahrungsbasierte, werkzeuggestützte Methode zu entwickeln, die insbesondere KMU bei einer effizienten und zuverlässigen Aufwandsschätzung hilft.

Zwischenzeitlich ist die Methodenentwicklung abgeschlossen und es steht ein Werkzeugprototyp bereit, der bereits systematisch durch vier KMU evaluiert wurde. Bei der Konzeption der Methode wurden fünf Prinzipien einer guten Schätzung berücksichtigt, von denen Entwickler profitieren können, auch ohne dass sie die Abakus-Methode selbst zum Einsatz bringen. In diesem Beitrag werden anhand eines einfachen Beispiels die Möglichkeiten der Aufwandsschätzung in der Abakus-Methode vorgestellt, mit denen Aufwandsschätzungen im eigenen Umfeld optimiert werden können. Zugleich wird bei den einzelnen Aktivitäten auf die zugrunde liegenden Prinzipien eingegangen, die auch unabhängig von der Methode anwendbar sind.

Von der Anforderung zur Kalkulation

Zur Veranschaulichung greifen wir das Beispiel aus der Einleitung auf. Der Kundenwunsch „die Webseite muss natürlich auch eine komfortable und sichere Möglichkeit anbieten, mit uns in Kontakt zu treten“, lässt eine ganze Reihe von möglichen Lösungen zu. Ein simpler Mailto-Link oder die Angabe einer Telefonnummer sind genauso denkbare Lösungen wie ein Kontaktformular oder sogar ein Videochat. Zunächst muss also der mögliche Lösungsraum eingegrenzt werden, dies kann im Dialog mit dem Kunden geschehen oder durch die schätzende Person, falls die Problemstellung und Rahmenbedingungen des Kunden hinreichend durchdrungen sind. An dieser Stelle soll die nächstliegende Lösung gewählt werden, nämlich die Umsetzung eines Kontaktformulars. Aber auch ein Kontaktformular als allgemeines Feature ist noch nicht eindeutig genug eingegrenzt, um es aus dem Stegreif beschreiben, kalkulieren und umsetzen zu können.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Entwickler Magazin 2.18 - "Einstieg in Go"

Alle Infos zum Heft
579828468Erfahrungsbasierte Aufwandseinschätzung mit Abakus
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