Lothar Wieske

Mittlerweile haben sich aus der Kernidee mit Bitcoin weitere Ansätze entwickelt, die in Richtung Smart Contracts, Decentralized Applications und Internet of Value führen.

Bitcoin ist eine Kryptowährung und ein Bezahlsystem. Es wird dezentral verwaltet in einem weltweiten Rechnerverbund, und die Transaktionen werden mit kryptografischen Methoden abgesichert. Die zugrunde liegende Blockchain-Technologie erlaubt sichere und schnelle Bezahlvorgänge. Das bekommen jetzt schon die Banken zu spüren. Mit allgemeineren Blockchains geraten Geschäftsmodelle in vielen Branchen rund um das Thema Vermittlung in den Sog der digitalen Disruption.

Bitcoins haben wenig Ähnlichkeit mit herkömmlichen Währungen. Für klassische Währungen wie Euro oder Dollar steuern Zentralbanken die Geldmengen und legen Zinsen fest. All das gibt es bei Bitcoins nicht. Ihnen fehlen fundamentale – staatliche – Faktoren wie Zinsen, Inflation, Staatsverschuldung, Handelsüberschuss und Wirtschaftswachstum. Wichtige Währungsstatistiken für Bitcoin sind Marktpreis, Marktkapitalisierung und Transaktionsvolumina – üblicherweise in der Leitwährung US-Dollar (USD). Der Marktpreis eines Bitcoins lag mit einem Allzeithoch um den Jahreswechsel 2013/2014 schon einmal bei über 1 000 USD und liegt Mitte November 2016 wieder über 700 USD. Die Marktkapitalisierung überstieg im Jahr 2013 erstmalig die 1-Milliarden-USD-Marke. Und im Jahr 2016 wurde die 10-Milliarden-USD-Marke geknackt.

Geldmenge und Geldschöpfung von Bitcoins folgen einem klaren Verlauf. Stündlich wächst die Blockchain um etwa sechs neue Blöcke. Mit jedem neuen Block in der Blockchain gibt es neue, weitere Bitcoins. Der Urblock (Genesis Block) wurde am 3. Januar 2009 ins Netz gestellt, und mit jedem neuen Block wurden neue 50 Bitcoins (BTC) geschöpft. Auf diese erste Bitcoin Reward Era folgte nach genau 210 000 Blöcken und etwa vier Jahren die zweite Reward Era mit nur noch 25 BTC pro Block. Und so geht es weiter: 50 Prozent Reduktion nach jeweils 210 000 Blöcken oder etwa vier Jahren. Das jüngste Reward Halving erfolgte im Juli 2016. Es gibt jetzt nur noch 12,5 BTC für jeden Block in der Blockchain. Voraussichtlich im Jahr 2040 werden die letzten Bitcoins geschöpft. Dann gibt es knapp 21 Millionen Bitcoins – mehr werden es nicht.

Kaufleute machen doppelte Buchführung: das Grundbuch (Journal) ordnet Vorgänge zeitlich und das Hauptbuch (Ledger) verbucht sie sachlich auf Konten. Bitcoin baut mit seiner Blockchain ein manipulationssicheres Grundbuch. Deswegen wird Blockchain-Technologie (Blocktech) auch gerne als Distributed Ledger Technology (DLT) bezeichnet. Für Blocktech gibt es verschiedene Architekturstile für unterschiedliche Einsatzbereiche. Um weitere prominente Blockchains wie Ethereum, Ripple, Hyperledger oder auch das neue Zcash geht es in weiteren Artikeln. Für hier und jetzt reicht die Einordnung von Bitcoin als Public und Permissionless. Das heißt flapsig gesprochen: Wer sich an die Spielregeln hält, darf mitschreiben und mitlesen. Und Falschspieler haben es bei Bitcoin sehr, sehr schwer.

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Java Magazin 2.17 - "Mehr geht immer"

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579757467Bitcoin: Im Auge digitaler Disruption
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