Prof. Dr. Volker Gruhn adesso AG & Universität Duisburg-Essen

Wer CPS entwickelt, betritt auf vielen Gebieten Neuland – aber es gibt viel zu gewinnen: neben den offensichtlichen Vorteilen bieten CPS noch ungeahnte Möglichkeiten.

Die digitale Transformation von Unternehmen sorgt dafür, dass Entwickler nicht nur die Anwendung selbst und ihre Anwendung verstehen müssen, sondern auch ihre Partner auf der Hardwareseite: die Ingenieure. Dabei hilft es genau zu verstehen, wie ihre Welt der Cyber Physical Systems funktioniert.

Die digitale Transformation verändert einzelne Unternehmen und die gesamte Wirtschaft auf vielen Ebenen. Scheinbar über Nacht entstehen neue Plattformen, die Anbieter und Nachfrager unkompliziert miteinander verbinden. Einfache Wischbewegungen ersetzen komplexe Eingaben, Anwender können bisher ortsgebundene Prozesse plötzlich überall nutzen. Deutlich zeigt sich die Wucht der aktuellen Entwicklung auch beim Blick auf die Vernetzung von physischen Gegenständen. Denn jede Maschine, jedes Haushaltsgerät, jeder Pkw, der mit dem Internet verbunden ist, ist mehr als nur ein Gegenstand mit einer IP-Adresse. Für jeden dieser physischen Gegenstände ergeben sich neue Möglichkeiten, sind neue Prozesse denkbar, sind neue Geschäftsmodelle möglich. Das Digitale ist gerade dabei, das Reale mit einer Schicht zu überziehen. Die Daten, die hier fließen, und die Informationen, die Unternehmen hier gewinnen, sind der Rohstoff, auf dem die Wirtschaft in Zukunft basiert.

Damit einher geht ein Umdenken beim Umgang mit Informationssystemen. Bislang besteht in vielen Unternehmen ein Bruch zwischen den Abläufen in der realen Welt und ihrer digitalen Übersetzung in ein Informationssystem. Denn diese Systeme sind eben Modelle mit all den notwendigen Abstraktionen und Einschränkungen. Diesen Bruch müssen Unternehmen durch aufwendige und fehleranfällige Mensch-Maschine-Schnittstellen überbrücken. Den Umweg über die Modellbildung müssen die Experten in Zukunft nicht mehr gehen. Sie integrieren physische Gegenstände und Abläufe unmittelbar in digitale Prozesse, der flächendeckenden Vernetzung sei Dank. Güter und Geräte, ausgestattet mit einer eigenen digitalen Identität, Sensorik oder Steuerungseinheit, melden ihren Zustand permanent oder auf Anfrage in Echtzeit an das System. Die Grenzen zwischen Atomen und Bytes werden immer fließender. Unternehmen stehen so immer flexiblere und intelligentere Systeme zur Verfügung und Systeme, die immer bessere Datenanalysewerkzeuge erfordern, um ihr ganzes Potenzial zu entfalten.

In diesem Umfeld kommen die so genannten Cyber Physical Systems (CPS) ins Spiel. CPS schließen die Lücke zwischen den Welten, indem sie physische Gegenstände und Abläufe unmittelbar in digitale Prozesse integrieren. Dies steigert die Effizienz existierender Prozesse sowie die Genauigkeit und Aktualität der darin verarbeiteten Daten, denn Unternehmen müssen eben keinen Umweg mehr über Modelle gehen. Dies eröffnet aber auch ganz neue Möglichkeiten, die physische Welt mit digitalen Augen zu sehen und so neue Mechanismen zu erschließen. Das heißt, Optimierungspotenziale zu finden oder Muster in komplexen Abläufen zu erkennen. Das sind typische Szenarien, in denen CPS ihre Stärke ausspielen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Business Technology 1.16 - "Entscheidungswege: Informiert und mutig ans Ziel"

CPS ist das Bindeglied zwischen Entwickler und Ingenieur – eines der Themen im Business Technology 1.16.

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208954Cyber Physical Systems: Zwischen Entwickler & Ingenieur
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