Klaus-Dieter Schulze TDWI, NTT DATA

Das Sammeln und Aufbereiten von Daten dient als neues Geschäftsmodell im Open-Data-Business und wird in Zukunft große Bedeutung gewinnen.

Neben sozialen Netzwerken spielen in der Diskussion rund um explosionsartig wachsende Datenmengen auch Aspekte wie Industrie 4.0 oder das Internet of Things für Daten und ihre Interpretation eine wichtige Rolle. Bei einigen der nach Börsenwert wertvollsten Unternehmen der Welt wie Facebook oder Google sind Daten und Business Analytics sogar zentraler Teil des Geschäftsmodells. Zu den Unternehmensdaten gesellt sich jetzt eine neue Spezies: Open Data.

Die Metapher von „Daten als Öl des 21. Jahrhunderts“ versucht, Bedeutung und Wert von Daten zu versinnbildlichen. Dabei spielt Öl nicht nur als Energiequelle, sondern auch als Vorprodukt eine entscheidende Rolle und ist aus vielen Branchen gar nicht wegzudenken. Genau diese Bedeutung wird Daten heute gegeben: Wer Daten am besten in Informationen verwandelt, sein Geschäft damit steuert oder seine Produkte digital aufwertet, wird im Wettbewerb die Nase vorn haben.

Soviel Einhelligkeit, wie über die Bedeutung von Big Data herrscht, so wenig wird zwischen den einzelnen Datenquellen differenziert. Wenig Beachtung haben bisher Open Data gefunden. Obwohl im Fahrwasser der Open-Governance-Diskussion gerade diese, noch dazu kostenlose, Datenquelle mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Aber was ist Open Data? Und welche Herausforderungen und Chancen sind mit Open Data verbunden? Das Open Data Handbook der Open Knowledge Foundation, einer internationalen Non-Profit-Organisation zur Verbreitung von Wissen, definiert Open Data so: „Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei benutzt, weiterverwendet und geteilt werden können. Die einzige Einschränkung betrifft die Verpflichtung zur Nennung des Urhebers.“ Diese Definition wird noch durch folgende Punkte ergänzt:

  • Verfügbarkeit und freier Zugang: Offene Daten müssen als Ganzes verfügbar sein und das zu geringen Vervielfältigungskosten, idealerweise als Download. Die Daten müssen weiterhin in einem zweckmäßigen und editierbaren Format vorliegen.
  • Wiederverwendung und Weitergabe: Offene Daten müssen so bereitgestellt werden, dass sie wiederverwendet, weitergegebenen oder um Daten anderer Quellen ergänzt werden können.
  • Universelle Nutzung: Jeder soll offene Daten nutzen, verarbeiten und weiterverteilen können. Es darf keine Benachteiligung von einzelnen Personen, Gruppen oder Anwendungszwecken geben. Einschränkungen in der kommerziellen Nutzung etwa oder Beschränkung auf bestimmte Nutzungszwecke, z. B. nur für Bildungseinrichtungen, sind nicht erlaubt.

Open Data konkret: GovData und die Vatikanische Bibliothek

Auch wenn die Definition klar abgrenzt, helfen zwei Praxisbeispiele zu unterscheiden. Ein Beispiel, das die oben genannten Kriterien maßgeblich erfüllt, ist das Portal GovData: Die Plattform wurde 2014 vom Bundesministerium des Inneren als das „zentrale Open-Data-Portal für Bund, Länder und Kommunen“ ins Leben gerufen. GovData bietet frei zugängliche Daten aus rund vierzehn unterschiedlichen Kategorien wie Wirtschaft, Gesundheit oder Bildung. Die einzelnen Daten sind alle in Form von in Open Data üblichen Formaten wie .xls oder .csv veröffentlicht. Verwendung und Weiterverarbeitung sind damit einfach.

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Business Technology 3.16 - "Innovation starten"

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261335„Daten sind das Öl der Zukunft“
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