Rolf Scheuch Chief Strategy Officer und Mitbegründer von IT-Beratungshaus OPITZ CONSULTING

„Die Qualifizierung und Awareness für Datenschutz für die ­verantwortliche Stelle ist eine gemeinschaftliche Top-down-­Aufgabe, der DSB überwacht nur die Durchführung.“

Datenschutz is here to stay, wie Steuern und Tempolimits. Viele Forderungen der DSGVO sind schon seit den 1980er Jahren Gesetz, und das Thema Privacy by Design wurde unter dem etwas unglücklichen Begriff „Datensparsamkeit“ in BDSG §3a aufgeführt. Wir brauchen einen vertrauensvollen Austausch der Entwickler, Fachbereiche und Datenschutzbeauftragten (DSB), um Ideen und Projektansätze frühzeitig zu prüfen, zu argumentieren und anzupassen. Wir müssen über eine generelle Datenschutz-Awareness nachdenken und eine Change Facilitation bei den Beteiligten aufsetzen.

Wir haben den Artikel etwas reißerisch betitelt, da viele Entwickler und Product Owner aus den Fachbereichen den Datenschutzbeauftragten (DSB) leider oft als Bremser, Bedenkenträger oder schlicht Neinsager wahrnehmen
und ihn so in eine Verteidigungsposition drängen. Dies sollte und darf aber nicht so sein. Der DSB hat laut DSGVO keine Weisungsbefugnis, sondern seine Aufgabe besteht darin, auf die Einhaltung der Gesetze und Richtlinien hinzuwirken. Gerade die private Nutzung sozialer Netzwerke führt bei vielen von uns zu einem eigenen, privaten Anspruch an den Datenschutz von personenbezogenen Daten. Oft führte das bereits zu einer Desillusion und dem Grundgefühl, dass der Kampf um den Datenschutz bereits verloren sei. Facebook, Google, Amazon und andere Datenkraken überraschen uns immer wieder mit Skandalen, die uns den fehlenden Schutz personenbezogener Daten vor Augen führen.

Können wir diese Laissez-faire-Haltung aus unserem privaten Umfeld auch im Wirtschaftsleben beibehalten? Leider nein, denn zu eindeutig sind die gesetzlichen Regularien und industrie- bzw. unternehmensspezifischen Compliance-Auflagen. Ob diese im Einzelfall sinnvoll sind, darüber lässt sich am Stammtisch vortrefflich streiten, jedoch ist eine Diskussion über Sinn und Zweck im Unternehmen nicht zielführend. Somit ist eine Diskrepanz zwischen eigenem, privaten Anspruch und einer geschäftlichen Sichtweise im Unternehmen zwar vorhanden, darf aber nicht zu einem Fehlverhalten beim wirtschaftlichen Handeln führen. Der Datenschutz steht vor dem Problem, dass jeder Mensch eine unterschiedliche Vorstellung hat, was Privatsphäre bedeutet. Die Gesetze sind so formuliert, dass jeder mehr preisgeben kann, wenn er möchte, aber eben auch die geschützt sind, die es nicht möchten. Die Unternehmen und Organisationen müssen diejenigen berücksichtigen, die weniger von sich preisgeben möchten. Mithilfe von vier Beispiele aus unserem Unternehmen möchten wir die notwendige Zusammenarbeit mit dem DSB deutlich machen und zu einem partnerschaftlichen Umgang motivieren.

Chatbots sind die Zukunft I

Im Zuge unserer digitalen Transformation zu einer Digitalen Service Manufaktur ist eine Kommunikation der Sinnhaftigkeit und von erreichten Erfolgen ein wichtiges Mittel, um alle im Unternehmen mitzunehmen.
Hierzu haben wir ein DIN-A2-Poster mit Projekten, die uns mit Stolz erfüllen, als eine Art Wimmelbild erstellt und hierzu auch entsprechende Texte für ein Storytelling erstellt. Wie vermittelt man diese Erfolgsgeschichten etwas lockerer und leichter? Hier hatten wir die die Idee, die Stories im Dialog mit dem Chatbot Alexa erzählen zu lassen. In den Kaffeeküchen sollten Chatbots aufgestellt werden, und man konnte in zwangloser Atmosphäre Alexa bitten, eine Story zu erzählen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Java Magazin 8.18 - "Privacy by Design: Mit Netz und doppeltem Boden"

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579847848Der DSB: Freund oder Feind?
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