Ingrid Britz-Averkamp Selbstständig

Neben der genutzten Technologie spielt es eine entscheidende Rolle, ob und wie rasch Gründer oder Unternehmen zündende Geschäftsideen entwickeln, umsetzen und verbessern können.

In Schwellenländern ist das Bezahlen mit dem Smartphone, ohne dass die Nutzer ein Bankkonto benötigen, gang und gäbe. Neue Mobilfunktechnologien schaffen insbesondere in Afrika ein Umfeld, in dem digitale Geschäftsmodelle für viele Lebensbereiche gedeihen. Diese erfolgreichen Anwendungsfälle sollten Unternehmen in den Industrienationen näher betrachten, wenn sie mit mobilen Apps durchstarten wollen.

Der Mobilfunk bietet neue digitale Chancen, und Afrika hat sie bereitwillig ergriffen. Während andere Infrastrukturen wie Festnetztelefonie oder Straßen nicht flächendeckend funktionieren, scheinen sich mobile Dienste rasant durchzusetzen. Ein Großteil der Bevölkerung ist es von klein auf gewohnt, über das Handy ins Internet zu gehen. In vier Jahren sollen afrikaweit über 700 Millionen Smartphones online sein. Aus dieser Prognose leitet die Weltbank ab, dass sich der Kontinent aus eigener Kraft substanziell weiterentwickeln wird. „Offenheit gegenüber Innovationen ist und bleibt ein Erfolgsprinzip“, erklärt Wolfram Jost, Chief Technology Officer der Software AG, die unter anderem in Südafrika präsent ist. „Vielen Schwellenländern eröffnen sich durch die neuen Technologien ganz neue Perspektiven und neue Möglichkeiten. In einigen Bereichen sind sie sogar dabei, aus dem bisherigen Technologierückstand einen Vorsprung zu machen.“

Als Treiber der Entwicklung gilt beispielsweise das Silicon Savannah in Kenia. Dort arbeiten junge Technologiefirmen an Mobilfunkapplikationen, die auch auf einfachen, billigen Handys funktionieren. Das ist ein wichtiges Kriterium, damit auch die arme Landbevölkerung die digitalen Angebote für viele Lebensbereiche nutzen kann. Denn es bleibt eine große Herausforderung, in Afrika eine leistungsstarke Breitbandmobilfunkinfrastruktur aufzubauen. Laut Studien der GSM Association (GSMA) hatten 2015 in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara nur 24 Prozent der Bevölkerung Zugang zu mobilen Internetservices. Dieser relativ niedrige Wert liegt unter anderem darin begründet, dass in 57 Prozent der Region noch keine 3G- oder 4G-Mobilfunksysteme implementiert sind. Allerdings soll sich der Anteil der Nutzer mobiler Internetdienste bis 2020 auf 39 Prozent erhöhen.

Der afrikanische Mobilfunkmarkt weist zudem große Unterschiede auf. Das zeigen die Daten des Marktforschungsunternehmens Pew Research Center. Erheblicher Nachholbedarf zeigt sich vor allem in Ländern wie Uganda oder Äthiopien, wo nur vier Prozent der Bevölkerung ein Smartphone haben. Den Spitzenreiter Südafrika identifiziert eine Studie der Mobile Marketing Association Südafrika (MMASA) vom April 2016. Demnach sind 96 Prozent der dortigen Bevölkerung bereits Handynutzer. Auch in anderen Ländern wie Nigeria, Senegal, Kenia und Ghana sind die Zahlen hoch. Viele dieser User verwenden Smartphones, Handys und Tablets, um Bankgeschäfte zu erledigen, online einzukaufen oder vertrauliche Daten zu speichern. In Südafrika erledigen laut der MMASA bereits vier Millionen Menschen ihre Bankgeschäfte vom Mobiltelefon aus.

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Business Technology 1.17 - "Die neue Kultur der Transformation"

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