Marco Heimeshoff Selbstständig

Aus der DDD-Gemeinde kommend, hat in den letzten Jahren ein neues Workshopformat viel an Traktion gewonnen: Event Storming.

Henning Schwentner WPS - Workplace Solutions

Auf leichtgewichtige Art, nämlich nur mit Klebezetteln bewaffnet, bekommen wir damit Antworten auf Fragen wie: Was ist in meiner Domäne eigentlich wirklich los? In welchen Begriffen sprechen meine Fachexperten? Wo liegen die Grenzen zwischen meinen Kontexten? Wie implementiere ich mein Domänenmodell?

Aus der DDD-Gemeinde kommend, hat in den letzten Jahren ein neues Workshopformat viel an Traktion gewonnen: Event Storming. Auf leichtgewichtige Art, nämlich nur mit Klebezetteln bewaffnet, bekommen wir damit Antworten auf Fragen wie: Was ist in meiner Domäne eigentlich wirklich los? In welchen Begriffen sprechen meine Fachexperten? Wo liegen die Grenzen zwischen meinen Kontexten? Wie implementiere ich mein Domänenmodell?

Wir bringen die richtigen Leute zusammen: die mit den Fragen (typischerweise Entwickler) und die mit den Antworten (typischerweise Fachleute oder Domänenexperten). Gemeinsam modellieren sie auf einer breiten Wand – dem unendlichen Modellierungsraum – die Domäne mit haufenweise Klebezetteln (Abb. 1).

Abb. 1: Die Domäne gemeinsam modellieren

Abb. 1: Die Domäne gemeinsam modellieren

Event Storming ist eine Methode für effektives und kollaboratives Modellieren von komplexen Geschäftsprozessen. Entwickler und Fachleute erstellen dabei zusammen mit Post-its und Stiften ein physisches Modell der Fachwelt (Domäne), anstatt auf klassische Werkzeuge wie UML zurückzugreifen. Dabei kristallisiert sich zunächst ein gemeinsames Verständnis der Domäne anhand von realen Schlüsselereignissen (Events) heraus, durch das Inkonsistenzen und Reibungspunkte zuverlässig auftauchen. Das physische Modell ist die Repräsentation des kollektiven Verständnisses der Domäne. Zugleich dient es als Ausgangspunkt für Design und Implementierung nach Domain-driven Design (DDD) bei dem die fachlichen Erfordernisse vollständig berücksichtigt werden.

Die richtigen Leute in einem Raum, mit viel Fläche zum Modellieren und vielen Postits, bauen ein Domänenmodell in kurzer Zeit.

Kurzüberblick: Wie läuft Event Storming ab?

Alle Teilnehmer versammeln sich in einem Raum mit einer großen Wand, an der als Modellierungsfläche eine ca. zehn Meter breite Papierrolle angebracht ist. Tische und Stühle sind beiseite geräumt oder ganz aus dem Raum entfernt. Das stellt sicher, dass alle gleichberechtigten Zugang zur Wand haben.

Zunächst sammeln alle Teilnehmer, was in der Domäne passiert. Dazu schreiben sie Domain Events auf orangefarbene Stickies. Ein Domain Event ist ein Ereignis, das relevant für die Fachexperten ist. Wenn wir uns beispielsweise in der Domäne „Touristik“ befänden, könnten typische Events aussehen wie in Abbildung 2.

Abb. 2: Events in der Domäne „Touristik“

Abb. 2: Events in der Domäne „Touristik“

Um etwas Struktur in das sich entwickelnde Modell zu bringen, werden die Ereignisse in eine grobe zeitliche Reihenfolge von links nach rechts gebracht. Während der Workshop am Anfang einigermaßen still verläuft, wird es jetzt lauter. Anfangs ist jeder noch mit seinen eigenen Ideen beschäftigt, jetzt wird diskutiert: „Passiert dies wirklich vor jenem?“, „Ach, so macht ihr das!“ und „Ich habe mich schon immer gefragt, warum wir diese E-Mail rausschicken!“ In dieser Phase passieren jede Menge Aha-Erlebnisse. Die Teilnehmer bauen ein gemeinsames Verständnis auf, was eigentlich geschieht.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Java Magazin 12.18 - "Event Storming"

Alle Infos zum Heft
579863998Event Storming: Die Domäne im Sturm erobern
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