Matthias Bohlen Selbstständiger Experte für aktive Produktentwicklung

Das Geniale an einem Design Sprint: Nach nur fünf Tagen weiß man, ob man mit seiner Idee richtig liegt.

Wenn Teams lange für dasselbe Produkt unterwegs sind, lässt die Energie nach. Die neuen Features im Backlog sind nicht mehr wirklich originell. Produktmanagement und Marketing wissen auch nicht mehr, was nach so langer Zeit jetzt Trumpf sein soll. Was alle jetzt brauchen, sind Schwung, Fokus, Selbstvertrauen und Entschlossenheit, wie in einem risikoreichen Start-up am ersten Tag. Hat Google da nicht etwas Neues für? Na klar: Design Sprints!

Ein Design Sprint ist ein fünftägiger Prozess, um Teams zu helfen, sich auf ein großes Ziel zu konzentrieren. Von der Idee über Prototypen bis zum Test mit echten Menschen wird dabei durchgeführt – alles innerhalb einer Woche, doch ohne jegliche Überstunden. Das ist wie ein schnelles Vorspulen in der Zeit: So kann man sehen, wie das Endergebnis aussehen könnte und wie Kunden darauf reagieren werden, obwohl das Produkt oder Feature noch gar nicht existiert.

Der Prozess entstand bei Google Ventures (GV), die in Start-ups investieren und dafür sorgen will, dass diese trotz des hohen Risikos möglichst erfolgreich werden. Jake Knapp, John Zeratsky und Braden Kowitz vom GV Design Team haben den Prozess in ihrem 2016 erschienenen Buch „Sprint“ genau beschrieben.

Wozu Design Sprints?

Die bittere Erfahrung mit Start-ups zeigt, dass es sich nicht lohnt, vermeintlich großartige Features zu entwickeln, solange man nicht weiß, wie Kunden und Benutzer darauf reagieren werden. Unternehmen, die Produkte entwickeln, können viel Geld sparen, indem sie erst dann die Entwicklung starten, wenn Prototypen eine Klarheit gebracht haben, die sich durch Tests belegen lässt. Dafür sind Design Sprints gedacht.

Teams, deren Energie nachgelassen hat, können aus einem Design Sprint neue Kraft schöpfen, weil am Ende der einen Woche völlig klar ist, wie die Lösung aussehen kann – oder eben nicht – und wie potenzielle User damit umgehen würden. Dieses Wissen und Erleben gibt allen Beteiligten Schwung, Fokus, Selbstvertrauen und Entschlossenheit.
Doch beginnen wir ganz am Anfang. Wie funktioniert so ein Design Sprint eigentlich?

Vor dem Start

Am Anfang sollte eine große Herausforderung stehen. Es lohnt sich nicht, mit zu kleinen Problemen in einen Design Sprint zu gehen. Das wäre mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Nutzen Sie Sprints, wenn viel auf dem Spiel steht. Etwa wenn Sie sich fragen, ob Sie ein neues Produkt entwickeln, ein neues Marktsegment besetzen oder die Ausrichtung Ihrer Firma ändern sollten. Nutzen Sie Sprints, wenn Sie nicht genug Zeit haben und Ihr Produkt möglichst bald online haben wollen. Oder gehen Sie in einen Sprint, wenn Ihre Firma sich ganz einfach festgefahren hat.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Business Technology 3.16 - "Innovation starten"

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261335Mit Google Design Sprint richtig Gas geben
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