Uwe Friedrichsen codecentric AG

Hyperspezialisierung und Technologieexplosion sind zwei verbreitete Entwicklungen in der IT und werden vielerorts aktiv verstärkt. Um gute Architekturarbeit zu leisten, muss man ganzheitlich denken und handeln, was in gewisser Weise diametral zu den beiden anderen Effekten steht.

Architekturarbeit in der IT ist seit vielen Jahren ein schwieriges und häufig missverstandenes Thema. Dazu kommt, dass die Effekte der Hyperspezialisierung und Technologieexplosion dazu führen, dass IT-Architekturen die eigentliche Problemstellung oft immer schlechter unter stützen. Man findet immer häufiger One-Size-fits-all-Lösungen oder rein hypegetriebene Architekturen. Trotzdem deutet nichts auf eine Umkehr dieses Negativtrends hin. Zeit für eine Bestandsaufnahme und einen Blick auf die daraus resultierenden Probleme für die Architekturarbeit.

Nachdem es in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts ein Zuviel an Architektur gab (damals war von „architekturzentrierter Softwareentwicklung“ die Rede, in der sich die Fachanforderungen in allumfassende Architekturen einpassen), ist das Pendel mit der Agilität in das andere Extrem ausgeschlagen: Architekten würden nicht mehr benötigt, denn die benötigte Architektur entstünde ja emergent im Rahmen regelmäßiger Refactorings der Entwickler.

Egal wie sinnlos beide Extreme sind: Sie werden vielerorts noch immer gepflegt. Dass sich die Position „Architekt(in)“ hartnäckig als Schritt auf der Karriereleiter von Unternehmen hält, macht es auch nicht besser. Ein Konsens, was Architekturarbeit ausmacht und wie viel man davon braucht, zeichnet sich nicht ab.

Schauen wir uns an, was derzeit unter dem Label der Architektur verbreitet wird, dann lässt sich das in meiner Wahrnehmung in der Mehrzahl der Fälle in die folgenden Kategorien einsortieren:

  • Hype-driven Architecture: Es wird verbaut, was gerade hip und angesagt ist.
  • Tunnel vision Architecture: Man kennt nur eine Art von (Nischen-)Lösung, den sinnbildlichen Hammer. Also wird jedes Problem zu einem Nagel erklärt.
  • One-size-fits-all Architecture: Eine bestimmte Architektur hat in einem früheren Kontext einmal funktioniert und wird deshalb ohne Reflexion auf jede neue Problemstellung angewandt.
  • Blast-from-the-past Architecture: „Was früher gut war, ist auch heute gut.“ Alle neuen Entwicklungen werden ausgeblendet und man hält – ebenfalls ohne Reflexion – an den bewährten Konzepten von früher fest.
  • Accidental Architecture: Niemand kümmert sich wirklich um die Architektur. Sie entsteht eher zufällig – häufig als Folgeeffekt falsch verstandener Agilität.

Allen diesen Kategorien ist gemein, dass die zugehörigen Architekturen eher selten die Ziele des Vorhabens fördern. Aber wie kommt es zu solchen Architekturen?

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Java Magazin 10.18 - "Neue Schule der Softwarearchitektur"

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579857654Mehr ganzheitliche Architekturarbeit in der IT!
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