Thilo Frotscher Selbstständig

Eine Übernahme einzelner oder aller MicroProfile APIs wird, wie die gesamte zukünftige Ausrichtung der Plattform, von der neu gegründeten Jakarta EE Working Group entschieden.

Mit Java EE lassen sich problemlos Microservices entwickeln und in modernen Umgebungen betreiben. Dennoch fehlt der Plattform eine Reihe von Features, die andere Frameworks wie etwa Spring Boot schon lange mitbringen. Sie müssen entweder selbst entwickelt oder durch die Einbindung entsprechender Bibliotheken nachgerüstet werden. Während der Übergabeprozess von Java EE an die Eclipse Foundation auf die Zielgerade einbiegt, arbeitet das Eclipse-MicroProfile-Projekt in rasanter Geschwindigkeit an Vorschlägen für neue APIs, die Jakarta EE künftig wieder auf Augenhöhe mit seiner Konkurrenz bringen könnten.

Die Java-EE-Plattform hat eine bewegte Zeit hinter sich. So gab es im Jahr 2016 eine monatelange Unsicherheit darüber, ob das bereits angekündigte und in Entwicklung befindliche Java EE 8 überhaupt noch zustande kommen würde. Oracle hatte seine Arbeiten an der neuen Spezifikation vorübergehend praktisch komplett eingestellt und Entwickler wie Hersteller sahen der unsicheren Zukunft der Plattform mit gemischten Gefühlen entgegen. Inzwischen sind die Aussichten jedoch wieder viel rosiger. Java EE wurde an die Eclipse Foundation übergeben und wird dort unter dem neuen Namen Jakarta EE weiterentwickelt. Ein erstes Release, das in seinem Funktionsumfang mit Java EE 8 identisch sein wird, soll im vierten Quartal 2018 erscheinen. Ein zweites Release mit neuen Features soll dann nicht lange auf sich warten lassen. Als generelles Ziel wurde formuliert, dass die Release-Zyklen von Jakarta EE deutlich kürzer sein sollen, als es bei Java EE der Fall war.

Während all dieser Zeit ist hinsichtlich der Weiterentwicklung und Modernisierung der Plattform zwangsläufig nichts passiert. Java EE 8 enthielt zwar eine Reihe wirklich spannender Erweiterungen, galt unterm Strich jedoch eher als kleines Release. Während der Übergabephase an die Eclipse Foundation geht es nun erst einmal darum, den bestehenden Code und die TCKs (Technology Compatibility Kits) auf die neue Infrastruktur der Eclipse Foundation zu migrieren und die Builds ausführen zu können. Gleichzeitig drehte sich jedoch die Welt der Softwareentwicklung im gewohnten Tempo weiter und Themen wie Cloud, Container oder Microservices prägen den Alltag vieler Entwickler. Java EE 8 hat für solche Anforderungen vergleichsweise wenig zu bieten.

Bekanntermaßen gilt in vielen Teams aktuell Spring Boot als Favorit bei der Frameworkauswahl. Es bietet viele nützliche Features, die sich gerade für den Einsatz in den genannten Bereichen als sehr praktisch erweisen. Hierzu zählen etwa die Actuator Endpoints, die sich zudem mit minimalem Aufwand aktivieren lassen. Kurzum: Es macht einfach Spaß, mit Spring Boot zu entwickeln, Java EE ist ins Hintertreffen geraten. Zwar ist es natürlich möglich, einen identischen Funktionsumfang auch mit Java EE umzusetzen. Es ist aber aufwendiger und erfordert einiges an Handarbeit oder Eigenentwicklung.

In diesem Kontext stellt sich nun vielen Entwicklern die Frage, ob ein mit Spring Boot vergleichbarer Funktionsumfang nicht auch in Jakarta EE verfügbar sein könnte. Die gute Nachricht lautet: Natürlich ist das möglich! Durch die Übergabe der Plattform an die Eclipse Foundation ist das nicht nur viel wahrscheinlicher geworden, sondern es wird entgegen der Erfahrungen der Vergangenheit auch weniger lange dauern. Aber der Reihe nach.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Java Magazin 9.18 - "Jakarta EE"

Alle Infos zum Heft
579851297MicroProfile als Ideenschmiede für Jakarta EE
X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -