Dr. Veikko Krypczyk Freiberuflich

„Hoch innovative Branchen wie der IT-Sektor sind stetig auf der Suche nach Innovationen. Design Thinking kann dabei helfen, den Nutzer mit seinem Problem besser zu verstehen und eine neuartige Lösung zu entwickeln.“

Olena Bochkor Freiberuflich

„Beim Design Thinking tritt die Technik zunächst in den Hintergrund. Wichtiger sind ein umfassendes Problemverständnis und das Zulassen ganz anderer Herangehensweisen. Trotz aller Planung ist und bleibt Softwareentwicklung ein kreativ-schöpferischer Akt.“

Ob Softwareentwicklung eine ingenieurmäßige Disziplin ist oder ein großes Maß an Kreativität erfordert, ist eine seit den Anfängen der Programmentwicklung geführte Diskussion. Wir sind der Meinung, dass beide Fähigkeiten notwendig sind, um gute und vor allem kundengerechte Software zu erstellen. Der Ansatz des Design Thinkings ist nicht neu, hält aber gerade Einzug in die IT-Welt.

Betrachtet man den Schaffensprozess von Software, so kann man auch historisch den Wechsel von ingenieurmäßigem Vorgehen und kreativen Tätigkeiten erkennen und zuordnen. In den Anfängen der Softwareentwicklung ging es zunächst darum, lauffähige Programme zu erstellen, die das Fachproblem auf eine technische Art und Weise lösten. Benutzerorientierung oder ein ansprechendes Design waren damals noch kein Thema. Die Art der Programmierung war dagegen bereits durchaus komplex. Sie wurde nicht nur durch gute Architektur, sondern vielmehr durch ein hohes Maß an Kreativität des Entwicklers bewältigt. Die entstandenen Programme waren in ihrer Struktur oft fehleranfällig und schwer zu warten, und der Inbegriff der „Spaghetti“-Programmierung war damit geboren.

Ein Blick auf den heute üblichen Entwicklungsprozess liefert ein exakt spiegelverkehrtes Bild zu damals. Die technische Umsetzung basiert auf etablierten Technologien, mit dem Einsatz von Entwurfsmustern versucht man, den Herstellungsprozess weitestgehend zu standardisieren. Zwar ist auch hierbei immer noch ein Stück kreative Arbeit gefragt, aber der Anteil an exakt planbaren Tätigkeiten überwiegt. Demgegenüber stehen diejenigen Prozesse der Softwareentwicklung, die sich mit der Lösung der Aufgabenstellung aus direkter Endbenutzerperspektive beschäftigen. Hierzu zählen die Gestaltung des Benutzerinterface und die grundsätzliche Erarbeitung eines Lösungskonzepts. Mit viel kreativer Energie versucht man heute, Probleme des Anwenders zu antizipieren und ihm eine Lösung in Form von Software bereitzustellen. Die Programme sollen dabei neben einem reibungslosen Funktionieren auch ein positives Benutzererlebnis vermitteln. Hoch kreativ ist auch der Bereich der Ideen- und Neuproduktentwicklung. Es sollen Innovationen kreiert werden, um das Interesse des Benutzers an einem neuen Produkt zu wecken. Die größten thematischen Innovationsfelder liegen hier seit einigen Jahren im Bereich des Mobile Computing und seit einiger Zeit im weiten Umfeld des Internet of Things.

Man weiß zwar, dass viele gute und vor allem auch erfolgreiche Ideen aus dem Zufall heraus entstanden sind, dennoch sind die Akteure i. d. R. nicht zufrieden damit, auf die „zündende“ Eingebung zu warten. Das Ziel ist es vielmehr, auch diesen kreativen Prozess zu steuern und zu fördern. Eine Methode ist Design Thinking, die auch zunehmend im Bereich der IT angewendet wird. In diesem Artikel möchten wir Ihnen den Ansatz und das Vorgehen von Design Thinking vorstellen. Kommen Sie mit auf eine kreative Spielwiese.

Was ist Design Thinking?

Auf der Webseite des Hasso-Plattner-Institute (School of Design Thinking) findet man folgende Definition, was unter dem iterativem Design-Thinking-Prozess verstanden wird: „Der sechsstufige iterative Design-Thinking-Prozess verknüpft die Methodik des Ingenieurwesens mit den experimentellen Aspekten aus der Designlehre, schaut mit sozialwissenschaftlicher Brille auf die NutzerInnen und hat seine Ohren dabei immer offen für Neues. Teammitglieder aus unterschiedlichsten Bereichen ziehen hier am selben Strang. Wertschätzende, innovationsfördernde Kommunikation hilft dabei, über Fachbegriffe und Hierarchiegrenzen hinaus, einen gemeinsamen Sprach- und Denkraum zu entwickeln. Nur so können die komplexen Herausforderungen gemeinsam bewältigt werden. Das Ergebnis: überzeugende Innovationen für unterschiedlichste Lebensbereich, wie etwa in der HPI School  zu sehen. Einen kompakten Überblick über das Entstehen von Design Thinking liefert der Kasten „Eine kurze Geschichte des Design Thinkings“.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Entwickler Magazin 6.16 - "Cool Programming"

Alle Infos zum Heft
287117Kreative Lösungen für IT Developer: Design Thinking
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