Henning Fries Selbstständig

Zeit ist ein kurioses Konstrukt und noch kurioser ist, wie wir Zeit erleben bzw. unser Zeiterleben beeinflusst werden kann. Technisches Performancetuning ist wichtig und sinnvoll. Allerdings darf die menschliche Komponente nicht unterschätzt werden. So manche teure Millisekunde, die aus Codeperformancetunings herauskommt, kann mit dem richtigen psychologischen Ansatz ggf. schon durch geschickte User Experience bereits im Vorfeld gewonnen werden.

„Das dauert ja wieder lange, bis die Seite geladen ist – diese App ist aber zäh.“ Diese Aussagen verwenden wir unbewusst fast täglich, aber warum? Wie erleben wir Ladezeiten und Reaktionszeiten von Websites und Apps? Für jede einzelne Zehntelsekunde wird getweakt, refactort und getunt. Aber warum spielen Zeit und Performance so eine wichtige Rolle? Warum warten wir nicht gerne oder verlassen Websites, wenn uns die Wartezeit zu lange erscheint und nervt? Und wenn wir warten, wie erleben wir diese Wartezeit? Was können wir tun, um das Erleben der Wartezeit zu optimieren?

Neben den oft beschriebenen technischen Feintunings spielen psychologische und neurowissenschaftliche Aspekte für das Erleben von Ladezeiten eine entscheidende Rolle. Reichte früher noch ein Ladebalken oder Spinner, geht der Trend heute zu Skeleton-Content à la Facebook und Slack. Der nachfolgende Artikel beinhaltet Denkmodelle zum Thema Zeiterleben und wie über technische Leistungsoptimierungen hinaus Psychologie und Wahrnehmungsmanagement dabei helfen können, das Erleben von Wartezeiten positiv zu beeinflussen.

Irgendwie warten wir sowieso fast immer … jetzt auch schon in einem Artikel. Wir warten auf öffentliche Verkehrsmittel, die bestellten Pakete oder auf die große Liebe. Warten betrifft uns alle. Allerdings benötigt man zum Warten eine wichtige Grundvoraussetzung: Zeit.

Wenn ich an Zeit denke, habe ich gleich einen Ohrwurm aus meiner Kindheit im Sinn. Im Jingle zur Fernsehserie „Es war einmal der Mensch“ wurde die Frage gestellt „Was ist Zeit? Ein Augenblick? Ein Stundenschlag? 1 000 Jahre sind ein Tag!“ Vergeht die Zeit zu schnell, neigen wir zu Formulierungen wie „Ach, wie die Zeit vergeht …“ oder „die Zeit verfliegt“. In geologischen Zeiträumen gemessen, in denen zwischen einzelnen Erdzeitaltern gut und gerne einmal 77 Millionen Jahre vergehen, kann man schon einmal sagen, dass 1 000 Jahre ein Tag sind. Doch wir sind schnelllebig geworden und Zeit ist ein kostbares Gut, von dem wir meist viel zu wenig haben. Warten ist gesellschaftlich als unproduktive Zeit konnotiert, daher kann eine halbe Minute auch mal ganz schnell zu einer halben Ewigkeit werden, und gerade im Kontext von Webseiten und Programmierung wissen wir das alle nur allzu gut.

Gehen wir dem Zeitbegriff also einmal etwas auf den Grund. Benjamin Franklin fasste 1748 das Credo des Industriezeitalters mit seinen Rationalisierungsbestrebungen in wenigen Worten zusammen: „Time is money“ – Zeit ist Geld. Und wann immer wir warten, sind wir unproduktiv. Doch Zeit ist wesentlich vielschichtiger.

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579879035Tipps und Kniffe für besseres Ladezeitenmanagement
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