Volker Hinz Microsoft Deutschland GmbH

„Grundsätzlich stellen die PowerApps eine einfache Möglichkeit für den Fachanwender oder Poweruser dar, schnell auch Mobile-Apps zu entwickeln.“

Frank Geisler Microsoft Data Platform MVP

„Microsoft PowerApps und Microsoft Flow stellen eine sinnvolle Ergänzung zu Power BI dar.“

Mit Microsoft PowerApps, Flow und Power BI stellt Microsoft eine Plattform vor, mit der Poweruser schnell und einfach eigene Apps entwickeln können, um ihre Businessprobleme zu lösen. Dabei dient PowerApps dem Entwickeln von Apps, die auf dem PC und auf Mobilgeräten wie Smartphones oder Tablets laufen. Über Microsoft Flow können Daten zwischen unterschiedlichen Diensten ausgetauscht und Aktionen in anderen Systemen ausgelöst, und über Power BI schließlich die über PowerApps und Flow gesammelten Daten visualisiert und ausgewertet werden.

In der heutigen, sehr dynamischen Geschäftswelt ist es für Unternehmen wichtig, dass sie in der Lage sind, sich schnell an Technologieänderungen anzupassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Einen wesentlichen Punkt in diesem Anpassungsprozess stellt natürlich die Anpassungsfähigkeit der verwendeten Software und Unternehmensanwendungen dar. Hierbei geht es nicht so sehr um die monolithischen ERP-Systeme oder ausgereifte Businessanwendungen wie z. B. Office, sondern um kleine Apps, mit denen beispielsweise Ausgaben erfasst oder To-do-Listen gepflegt werden können. In einer Gartner-Studie wurde ermittelt, dass der Bedarf an mobilen Apps ungefähr fünf Mal schneller wächst als sie von den IT-Abteilungen bereitgestellt werden können. Genau diesem Problem möchte Microsoft mit den PowerApps begegnen, indem Poweruser in die Lage versetzt werden sollen, selbst Apps zu entwickeln, mit denen sie ihre Businessprobleme lösen können.

Abb. 1: Die Microsoft-Plattform für Unternehmensanwendungen

Abb. 1: Die Microsoft-Plattform für Unternehmensanwendungen

Lassen Sie uns einen Blick auf die Architektur werfen, in die PowerApps, Flow und Power BI eingebunden sind (Abb. 1). Grundsätzlich benötigt man in einer Unternehmensanwendung Möglichkeiten, um Unternehmenszahlen zu messen und zu analysieren sowie selbst zu handeln, indem man z. B. Daten eingeben kann. Außerdem ist es in der heutigen, stark vernetzten Welt wichtig, Prozesse automatisieren zu können. Genau für diese drei Kernbereiche hat Microsoft Tools für Poweruser entwickelt. Power BI ist die ideale Komponente, mit der Unternehmenszahlen visualisiert und analysiert werden können. Da wir bereits mehrere Artikel zu diesem Thema geschrieben haben, lassen wir in diesem Artikel Power BI außen vor. PowerApps versetzt den Poweruser in die Lage, Apps für unterschiedliche Plattformen zu entwickeln. Mit diesen Apps kann gehandelt werden, d. h. App-Anwender können Daten eingeben und Prozesse anstoßen. Über Microsoft Flow kann man Prozesse im Hintergrund automatisieren und auf externe Ereignisse reagieren. So ist es beispielsweise möglich, wenn zu einem bestimmten Hashtag getwittert wird, den entsprechenden Tweet automatisch in eine Excel-Datei einzutragen und gleichzeitig einen Antwort-Tweet zu generieren.

Natürlich kann die PowerApp-Entwicklung nur dann funktionieren, wenn Entwickler auf der Azure-Plattform entsprechende Komponenten zur Verfügung stellen, die dann wiederum von den PowerApps verwendet werden können. Microsoft hat hier schon viele Komponenten und Elemente vorgesehen, es ist aber möglich, das Komponentenframework z. B. über Azure App Service, Azure Functions, Azure Logic Apps und Azure API Management zu erweitern. Einem wesentlichen Punkt bei Unternehmensanwendungen, der Speicherung von Daten, wird über den Common Data Service bzw. Konnektoren und Gateways auch Rechnung getragen. Über den Common Data Service bzw. das Common Data Model werden bestimmte Entitäten, die in Unternehmensanwendungen benötigt werden, vordefiniert. So ist es ja relativ klar, welche Grundattribute beispielsweise die Entität „Kunde“ besitzt. Im Common Data Model werden solche Entitäten vordefiniert, die dann nur noch von der PowerApp angebunden werden müssen. Möchte man auf bestehende Daten entweder in SaaS-Anwendungen oder in eigenen On-Premises-Systemen zugreifen, kann man das über die zahlreichen Konnektoren bzw. über Gateways machen, die lokale Datenbanken an die Microsoft Cloud anbinden.

Microsoft PowerApps

Grundsätzlich bestehen die Microsoft PowerApps aus Softwarediensten und Apps, die zusammenarbeiten und mit denen man sehr schnell Businessanwendungen erstellen kann. Beim Erstellen einer PowerApp kann man sich mit Cloud-Diensten und Datenquellen verbinden und so Anwendungen bauen, die spezielle Anforderungen erfüllen. Diese Anwendungen können dann schnell mit anderen Mitarbeitern und Kollegen geteilt werden, die die Anwendungen auf ihrem Smartphone, PC oder Tablet nutzen können. Durch die Integration mit Microsoft Flow kann man aus PowerApps-Anwendungen heraus Workflows anstoßen.

PowerApps werden entweder mit dem PowerApps Studio für Windows oder dem PowerApps Studio für das Web erstellt. Über https://web.powerapps.com kann man Datenverbindungen, On-Premises Gateways und den Common Data Service verwalten und konfigurieren. Ist die Anwendung fertig, kann sie über Microsoft AppSource bereitgestellt und über das Admin Center verwaltet werden. Will man eine Anwendung ausführen, geht das entweder am PC über Microsoft Dynamics 365 oder auf Mobilgeräten über PowerApps Mobile, das momentan für iOS und Android verfügbar ist.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Windows Developer 3.17 - "Volle Kontrolle"

Alle Infos zum Heft
579767079Microsoft-Business-App: Der Baukasten für Poweruser
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