Michael Rohrlich Rechtsanwalt

„Im Rahmen der Softwareentwicklung wird nicht jede einzelne Codezeile neu geschrieben. Je nach Lizenzart ist das aber auch kein Problem oder sogar explizit vorgesehen.“

Die wirtschaftliche Verwertung von Programmierleistungen erweist sich oftmals als nicht ganz so einfach. Der folgende Artikel bietet eine Übersicht über die gängigen Lizenzen, mit denen man als Softwareentwickler in Berührung kommen kann.

Mal eben mit Bootstrap das Grundgerüst für eine Website erstellt, mit wenig Aufwand mit jQuery Mobile eine App konzipiert oder ganz „Back to Basic“ mit Notepad++, UltraEdit und Co. den Quellcode eingetippt … So unterschiedlich wie die Formen moderner Softwareanwendungen sind mittlerweile auch die Möglichkeiten, die Nutzungsrechte zu gestalten. Dabei sind nicht nur grundlegende Kenntnisse im Urheber- und Lizenzvertragsrecht maßgeblich, es sollten auch die wichtigsten Merkmale von bestehenden, freien Softwarelizenzen bekannt sein.

Will man nicht nur mit dem Support, sondern mit der Software selbst Geld verdienen, kommt hingegen nur ein klassischer Lizenzvertrag in Betracht, der die Softwarenutzung gegen Entgelt zum Gegenstand hat. Aber auch dabei gibt es nicht den einen Vertragstypus, es gilt, zwischen individuell erstellter und massentauglicher Standardsoftware zu unterscheiden. Außerdem lassen sich unabhängig davon viele Details je nach Vereinbarung unterschiedlich regeln. Und nicht zuletzt macht es natürlich auch einen Unterschied, ob die Software von einem freiberuflichen Programmierer für seinen Auftraggeber oder von einem Angestellten für seinen Arbeitgeber geschaffen wurde.

Im Rahmen dieses Artikels kann natürlich nicht auf alle auf dem Markt erhältlichen Varianten von freien Softwarelizenzen eingegangen werden. Um nicht den Rahmen zu sprengen, erfolgt lediglich eine exemplarische Nennung der bekanntesten Vertreter.

Grundlagen des Urheberrechts

Beginnen wir mit dem ersten Schritt, nämlich dem Grundlagenwissen Urheberrecht. Dies ist für jeden Kreativschaffenden und somit auch für alle Programmierer von elementarer Bedeutung. Das gilt sowohl im Bezug auf das Erschaffen eigener, als auch im Rahmen der Nutzung fremder Software. Ein Blick in §2 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) macht deutlich, worum es im Urheberrecht geht: „Abs. 1) Zu den geschützten Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst gehören insbesondere:

  1. Sprachwerke […]
  2. Werke der Musik;
    [und noch versch. andere Werk-Arten]

Abs. 2) Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen.“

Das heißt zum einen, dass als Werke im urheberrechtlichen Sinne persönliche geistige Schöpfungen aus den Bereichen Literatur, Wissenschaft und Kunst angesehen werden und zum anderen, dass es verschiedene Arten von Werken gibt. Dazu zählen:

  • Sprachwerke (z. B. Texte, Reden oder Computerprogramme)
  • Werke der Musik (z. B. Songaufnahmen)
  • pantomimische Werke, einschließlich der Werke der Tanzkunst (z. B. Ballettaufführungen)
  • Werke der bildenden Künste einschließlich der Werke der Baukunst und der angewandten Kunst und Entwürfe solcher Werke (z. B. Skulpturen)
  • Lichtbildwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Lichtbildwerke geschaffen werden (also Fotos)
  • Filmwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Filmwerke geschaffen werden (also Videoaufnahmen)
  • Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art (z. B. Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen)

Software ist also prinzipiell urheberrechtlich schutzfähig. Aber wann genau ist eine Software geschützt? Oder unterliegt jegliche Softwareschöpfung dem Urheberrecht?

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

PHP Magazin 5.16 - "Lizenz zum Coden"

Im Titelthema des PHP Magazin 5.16 beschäftigt sich Rechtsanwalt Michael Rohrlich ausführlich mit dem Thema Open-Source-Lizenzen; ein Thema, mit dem es sich auf jeden Fall zu beschäftigen lohnt.

Alle Infos zum Heft
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