Dipl.-Inform. Carsten Eilers Selbstständig

Eins ist garantiert gefährdet: Unsere Privatsphäre.

Jedes Jahr zwischen Weihnachten und Silvester findet der Chaos Communication Congress des CCC statt – 2016 bereits zum dreiunddreißigsten Mal, was ihn zum 33c3 machte. Wie üblich gab es jede Menge interessanter Vorträge, von denen ich hier eine Auswahl vorstellen möchte.

2015 erschien im Entwickler Magazin eine Reihe von Artikeln zu Überwachungsmaßnahmen, Privatsphärenschutz und Co.: Über verräterische Metadaten, unsere Spuren im Internet und mögliche Folgen eines Identitätsdiebstahls. Auch ein Shortcut widmet sich diesen Themen. Inzwischen ist das alles nicht besser geworden. Nehmen wir als Beispiel einmal die Datensammelwut von Unternehmen im Web und im „Real Life“.

Unternehmen sind Jäger und Sammler

Sie jagen und sammeln die Daten ihrer Kunden – und die von denen, die es werden wollen. Oder könnten. Oder auch nicht. Hauptsache, man hat erst mal Daten, viele Daten, sehr viele Daten – Big Data! Diese kann man dann nach allen Regeln der Kunst auswerten. Wie schlimm es da aussieht, hat Wolfie Christl in seinem Vortrag „Corporate surveillance, digital tracking, big data & privacy“ gezeigt. Der begann ganz harmlos, mit dem Besuch von fünf Websites, die nicht gerade als gefährlich oder auch nur dubios betrachtet werden können: www.webmd.com, http://accuweather.com, www.dictionary.com, www.nytimes.com und www.vice.com. Beim Besuch dieser Websites wurden aber noch weitere Websites von Dritten kontaktiert – insgesamt 118 Stück. Sie wurden teilweise von mehreren der fünf ursprünglichen Websites genutzt, sodass sie die Besucher über die Websitegrenzen hinaus tracken können. Teilweise gehören diese Drittherstellerwebsites auch zum gleichen Konzern, was den Datenaustausch untereinander zumindest nicht erschweren dürfte.

Oracle hat auch gut gefüllte Datenbanken im Angebot

Als Beispiel hat Wolfie Christl die Anbieter BlueKai (ein Cloud-basierter Big-Data-Dienst zur Personalisierung von Online-, Offline- und Mobile-Marketing), Datalogix (ein Tracking-Anbieter für Online-, Mail- und Mobile-Angebote, der u. a. auch Daten von Kundenkarten sammelt) und AddThis (je nach Gesichtspunkt ein Bookmarking-Dienst oder ein Benutzer-Tracker über 15 Millionen Websites) herausgegriffen, die alle drei zu Oracle gehören. Oracle wirbt selbst damit, die Daten von BlueKai und Datalogix sowie eigene Daten miteinander zu verknüpfen, insofern ist das kein Geheimnis. Nur wird es leider oft übersehen oder für unwichtig gehalten. Außerdem denkt man bei Oracle doch eigentlich eher an einen Anbieter von Datenbanksoftware als an einen Anbieter von Daten und deren Auswertungen. Auf den Punkt gebracht, führt die Verknüpfung von Verhaltensdaten, Social-Media-Daten und Kaufverhaltensdaten dazu, dass Oracle weiß,

  • was der Kunde tut (Verhalten)
  • was der Kunde sagt (Social Media)
  • was der Kunde kauft (Kaufverhalten)

Und das für drei Billionen Benutzerprofile! Vermutlich US-amerikanische Billionen, also „nur“ Milliarden, aber auch das sind schon ziemlich viele. Dazu werden täglich 700 Millionen Social-Network-Nachrichten ausgewertet, was auch nicht gerade wenig ist.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Entwickler Magazin 3.17 - "The best Way to REST"

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579793610Achtung, privat!? – Über die Gefährdung der Privatsphäre
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