Jonas Hellwig kulturbanause

Abgesehen vom JavaScript-Umfeld entwickelt sich im Webdesign wahrscheinlich kein Bereich so schnell wie der der Visual-Prototyping-Tools. Die Wahl des richtigen Programms fällt schwer und sollte nicht nur anhand der aktuellen Features getroffen werden. Die Funktionen ändern sich viel zu häufig.

Der Design-Development-Workflow hat sich in den vergangenen Jahren radikal verändert. Der Wechsel von statischen Layouts zu Responsive Design hat dazu geführt, dass Websites und Apps heute modular entwickelt werden. UX-Designern ist es zu verdanken, dass digitale Produkte heute nutzerzentriert realisiert und während der Entwicklung regelmäßig benutzt und getestet werden. Höchste Zeit, sich anzuschauen, welche Tools und Techniken aktuell die Branche bewegen.

Um die Jahrtausendwende unterschied sich die Gestaltung einer Website nur unwesentlich von der Gestaltung eines Printprodukts. Beides wurde für ein – zumindest vermeintlich – festes Format gestaltet. „Optimiert für 1024×768 Pixel“ war seinerzeit auf vielen Websites zu lesen. Wenn weniger Platz zur Verfügung stand, wurde das Layout abgeschnitten. Auf größeren Monitoren entstand um die Website herum ein Freiraum, der im Idealfall durch eine gelungene Hintergrundgestaltung optisch aufgewertet wurde. Diese Übertragung eines starren Printlayouts in das eigentlich flexible Webmedium war Ausdruck des Wunschs nach gestalterischer Kontrolle. Vielen visuellen Designern missfiel die Flexibilität und die Nichtkontrollierbarkeit des Browsers, und sie rekonstruierten mit einheitlich 960 Pixel breiten Layouts quasi das DIN-Format im Web. Auch die Tools, die zur Gestaltung eingesetzt wurden, waren größtenteils identisch: Photoshop, Illustrator, InDesign und Co. waren die Lieblinge der Kreativszene.

Der Workflow war darauf ausgelegt, das Projekt in klar definierten Phasen linear abzuwickeln. Zunächst wurde die Website von der Kundenberatung und Konzeptern geplant und in Form von Wireframes an die Gestaltung übergeben. Die Aufgabe der Designer bestand seinerzeit vor allem darin, diese Wireframes visuell auszuschmücken. Perfektion stand hier im Mittelpunkt und es etablierten sich Begriffe wie Pixelschubser und Pixel Perfect Design. Nach der Abnahme durch den Kunden wurde das Projekt an den Entwickler übergeben, der ebenfalls alles Pixel Perfect umzusetzen hatte.

Als 2007 das iPhone und 2010 das iPad das Licht der Welt erblickten, begann dieser Prozess ineffektiv zu werden. Mit dem Siegeszug des Responsive Web Designs ab 2010 wurde zudem erkennbar, wie unterschiedlich Web- und Printdesign eigentlich immer schon waren. Nun mussten Websites erhebliche Unterschiede in der Displaygröße überbrücken können. Zusätzlich stieg der Wunsch nach fixierten Navigationsleisten, sticky positionierten Elementen, Slidern, Accordions, Fade-in-Effekten, Videos und anderen interaktiven Elementen. Auch haptische Eindrücke wurden durch die Nutzung von Touchscreens immer wichtiger.

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579879035Visual Prototyping: Der Einfluss von neuen Workflows
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