Leseproben
Kevin Gerndt Computacenter AG & Co. oHG

„RPA-Softwaresysteme bestehen aus mehreren Bausteinen. Meist handelt es sich hierbei um ein Designstudio, eine Orchestrationsplattform sowie den Roboter selbst.“

Die vierte industrielle Revolution zielt vor allem auf eine höhere Effizienz sowie Automation in den Produktionshallen der Unternehmen ab und ist mittlerweile in vollem Gange. Doch nun scheint der Automatisierungstrend auch die klassischen Back-Office-Jobs in den Fokus zu nehmen. Gemeint ist Robotic Process Automation, kurz RPA. Wie diese Technologie dazu verwendet werden kann, anspruchslose Aufgaben an Softwareroboter zu delegieren und welche Vorteile und Risiken damit verbunden sind, erläutert dieser Artikel.

Bereits seit den 1960er Jahren übernehmen Roboter vermehrt einfache Arbeiten in der industriellen Fertigung. Sie montieren, schweißen und fräsen, ohne zu ermüden, haben keinen Anspruch auf Urlaub und fordern auch keine Gehaltserhöhungen. Dank Industrie 4.0 werden die blechernen Mitarbeiter nun in die Lage versetzt, miteinander zu kommunizieren und zu interagieren. In Zukunft soll das eine noch höhere Effizienz sowie einen maximalen Grad an Individualisierung ermöglichen. Doch die Zeit, in der Roboter ausschließlich mechanische Arbeiten übernahmen, scheint vorbei zu sein. Denn einfache und wiederholbare Prozesse finden sich nicht nur in den Produktionshallen, sondern auch in den Büros der Unternehmen. Die Technologie, die zur Automatisierung dieser Prozesse eingesetzt wird, nennt sich Robotic Process Automation, kurz RPA. Hierbei handelt es sich nicht um physikalische Maschinen, sondern um einen softwaregestützten Ansatz.

Mit der eingesetzten Software lassen sich einfache, repetitive Prozesse, die vorgegebenen Mustern oder Regelwerken folgen, automatisieren. Solche Prozesse sind in nahezu jedem Unternehmenszweig, etwa der Buchhaltung, Human Resources, Logistik oder im IT-Support, vorhanden. RPA adressiert vor allem Kernprozesse mit hohen Volumina, wodurch die Einsparungspotenziale enorm sind. Laut aktuellen Studien sind Softwareroboter in der Lage Geschäftsabläufe fünf- bis zehnmal schneller auszuführen als ein Mensch. Das wiederum führt zu einer Ressourceneinsparung von bis zu 80 Prozent, da Roboter – anders als Menschen – ohne Pause und zugleich fehlerfrei arbeiten. Schätzungsweise lassen sich bereits heute ca. 25 bis 35 Prozent aller Standardaufgaben im Back- und Middleoffice automatisieren.

Einige Zukunftsforscher gehen davon aus, dass Softwareroboter in einigen Jahren sämtliche Routineaufgaben im Büro übernehmen werden. Laut einem Medienbericht der Nachrichtenagentur Reuters soll der RPA-Markt in den nächsten Jahren durchschnittlich 29 Prozent pro Jahr zulegen. Ein wesentlicher Punkt, der Robotic Process Automation so attraktiv für Unternehmen macht, ist der relativ kurze Return-on-Investment-(ROI-)Zeitraum. Projekte dieser Art werden meist in einer überschaubaren Zeit durchgeführt. Komplexe Prozesse lassen sich meist in kleine Teilprozesse zerlegen, die sich wiederum als kompaktes RPA-Projekt realisieren lassen. Ein weiterer positiver Aspekt liegt in der Einfachheit der Implementierung. Die Softwarelösungen sind in der Regel so aufgebaut, dass sie mit ein wenig Entwicklerbackground bedienbar sind.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe:

Windows Developer 9.19 - "Software zwischen Mensch und Maschine"

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579901345Automatisierung von Routineaufgaben durch Robotic Process Automation
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